Das Blut des Bundes


#1

Gruß in die Runde.
Ich habe mal eine Frage.

Markus 14, 24
Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut, das des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird.

Im Allgemeinen ging ich immer davon aus, dass das “Blut des Bundes” zu Ostern vergossen wird. Nun habe ich aber gelesen, dass Mose das Volk zu Pfingsten mit dem Blut des Bundes besprengte. Wie ist das zu verstehen?

2 Mose 24,
Und er sprach zu Mose: Steige herauf zum Herrn, du und Aaron, Nadab und Abihu und 70 von den Ältesten Israels, und betet an von ferne! 2Aber Mose allein soll sich zu dem Herrn nahen; jene sollen sich nicht nahen, und das Volk soll nicht mit ihnen heraufkommen!
3Und Mose kam und verkündigte dem Volk alle Worte des HERRN und alle Verordnungen. Da antwortete das Volk einstimmig und sprach: Alle Worte, die der HERR geredet hat, wollen wir tun!
4Da schrieb Mose alle Worte des HERRN nieder. Und er stand früh am Morgen auf und errichtete einen Altar unten am Berg und zwölf Gedenksteine für die zwölf Stämme Israels. 5Und Mose sandte junge israelitische Männer, damit sie Brandopfer darbrachten und Jungstiere opferten als Friedensopfer für den Herrn. 6Und Mose nahm die Hälfte des Blutes und goß es in Schalen; aber die andere Hälfte des Blutes sprengte er auf den Altar. 7Darauf nahm er das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören!
8 Da nahm Mose das Blut und sprengte es auf das Volk und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der HERR mit euch geschlossen hat aufgrund aller dieser Worte!

Hebräerbrief 9
18Daher wurde auch der erste [Bund] nicht ohne Blut eingeweiht. 19Denn nachdem jedes einzelne Gebot nach dem Gesetz von Mose dem ganzen Volk verkündet worden war, nahm er das Blut der Kälber und Böcke mit Wasser und Purpurwolle und Ysopi und besprengte sowohl das Buch selbst als auch das ganze Volk, 20wobei er sprach: »Dies ist das Blut des Bundes, den Gott mit euch geschlossen hat!«

Wie erklärt sich, dass Christus zu Ostern von seinem Blut, des neuen Bundes sprach, obwohl im AT doch erst zu Pfingsten das Blut des Bundes vergossen wurde?

Bin gespannt auf Eure Antworten.

Gottes Segen! :slight_smile:


#2

Muss sich das denn erklären? Es sind zwei unterschiedliche Bündnisse. Jesus hat nicht den alten wiederholt sondern einen neuen geschaffen. Da muss es nicht der gleiche Zeitpunkt im Jahr sein.


#3
  • Wo liest du etwas von “Pfingsten”?
  • Welche Relevanz soll das Datum des Bundesschlusses haben?

Ebenso wissen wir nicht das Datum des Bundesschlusses mit Noah, Abraham oder David. Ich sehe im Datum keine Relevanz.


#4

Wollte gerade Antworten, aber unser Pharsiäer antwortet schon :slight_smile:

Später gibts dann noch die christliche Antwort :wink:


#5

Ich verstehe dich nicht richtig. ?

50 Tage nach dem Auszug aus Ägypten, wurde am Sinai, mit Blutbesprengung, ein Bund zwischen dem Volk und Gott geschlossen.
50 Tage nach der Kreuzigung Jesus war Pfingsten. Die Geburtsstunde der Gemeinde. Ein Bund mit dem Volk Gottes, im Glauben.
Blut floss, ein für alle Mal, am Kreuz.
Jesus hat den neuen Bund, in dem wir leben, mit seinem Blut ratifiziert.

Pfingsten war für Tausende eine Neugeburt. Mit ihnen, wurde ein Bund, im Heiligen Geist geschlossen. Wir haben unser eigenes Pfingsten, in unserer “Neugeburt”

LG


#6

Hi lieber Helmuth. :slight_smile:
Warum war mir das klar? :smile: :joy: :grin: :laughing: :+1:

Die Übergabe der 10 Gebote am Berg Sinai ist Pfingsten, ich habe die Stelle aus 2. Mose 24 doch zitiert.

Mir ging es mit der Frage ansich gar nicht um das Datum, sondern um das Blut. Es gibt ja zu Ostern das Blut des Lammes in Ägypten und am Sinai das Blut des Bundes. Christus sagt ja nun

Markus 14, 24
Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut, das des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird.

Dies tat er zu Ostern, jedoch mit dem Ausdruck “Blut des Bundes”, wie es zu Pfingsten ist. Hier setzt meine Verständnisfrage an. Wie hängt das zusammen?

Gottes Segen! :slight_smile:


#7

Hi Elli,
im AT sind es ja zwei verschiedene Dinge. Das Blut des Passahlammes, welches an die Türen gestrichen wurde und dann das Blut des Bundes, welches Mose zu Pfingsten auf das Volk sprengte.

Bisher verstand ich Christi Blut immer als das des Passahlammes. Nun kommt der Ausdruck “Blut des Bundes” zu Pfingsten hinzu. Ich frage mich einfach, wie hängen die beiden zusammen? Wie erklärt sich das?

Gottes Segen! :slight_smile:


#8

Den Ausdruck “Pfingsten” kannst du nicht auf das AT legen. Pfingsten ist eine Frucht, ein Ergebnis der Opferung Jesus. Der Heilige Geist kam am Pfingsten.
Der Bund am Sinai, weist auf Pfingsten hin, ist aber nicht Pfingsten.

Zu jedem Fest wurde geopfert und Blut versprengt. Bei der Einweihe der Stiftshütte auch.

Ein Bund wurde geschlossen:
Das Volk Israel verpflichtete sich, am Berg Sinai, Gottes Gebote zu halten, und Gott versprach im Gegenzug seinem Volk, sie in das verheißene Land zu führen. Natürlich wusste Gott von Anfang an, dass das so nicht funktionieren würde; deshalb gab Er ja auch die Möglichkeit der Sündenvergebung durch die Sündopfer, den Sündenbock, Das hatte natürlich nur eine Wirkung, wenn das Volk auch mit dem Herzen dabei war.

"Blut"ist ein sehr umfangreiches Thema.
Ohne Blutvergießen keine Versöhnung. Mit dem Blutversprengen wird gereinigt. Das wirkt für uns seltsam, weil wir automatisch an eine Verunreinigung denken.

Mit dem Blut wurde das Volk gereinigt und damit auch geheiligt.
Das sühnende Blut am Holz (Passah) überdeckt die Schuld. (Das Ergebnis der Sünde) Das verspritzen des Blutes, ist ein Symbol für die Reinigung, d,h. unsere sündhafte Natur ist durch das Opfer Jesus gereinigt.

LG


#9

Hi Elli,
der Ausdruck stammt aus dem AT. Es geht um den Fünfzigsten Tag. Pfingsten ist im Deutschen ein Lehnwort. Das Wort “pentékosté” heißt übersetzt, der Fünfzigste.

Apostelgeschichte 2, 1
Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen.

Apostelgeschichte 20, 16
Paulus hatte nämlich beschlossen, an Ephesus vorbeizusegeln, damit er in [der Provinz] Asia nicht zu viel Zeit zubringen müßte; denn er beeilte sich, um möglichst am Tag der Pfingsten in Jerusalem zu sein.

Der Schreiber des Hebräerbriefs hat ja das Blut Jesu, mit dem der das himmlische Heiligtum betrat, auch mit dem Blut des Bundes verglichen, welches Mose am Sinai auf das Volk sprengte. Er bezog es also auch auf Pfingsten.

2 Mose 24
5Und Mose sandte junge israelitische Männer, damit sie Brandopfer darbrachten und Jungstiere opferten als Friedensopfer für den Herrn. 6Und Mose nahm die Hälfte des Blutes und goß es in Schalen; aber die andere Hälfte des Blutes sprengte er auf den Altar. 7Darauf nahm er das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was der Herr gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören!
8Da nahm Mose das Blut und sprengte es auf das Volk und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der HERR mit euch geschlossen hat aufgrund aller dieser Worte!

Interessant scheint mir auch zu sein, dass der Bund ja nicht aufgrund des Blutes des Bundes, sondern aufgrund der Worte geschlossen wurde. Welche Worte meint es hier eigentlich? Die aus dem Buch, oder die Antwort Israels?

Und sie sprachen: Alles, was der Herr gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören!

Gottes Segen! :slight_smile:


#10

Ja, das stimmt!

Ja, auch hier hast du recht. Ich habe diese Bezeichnung im AT vergessen.

Dennoch gibt es zwischen Pfingsten im AT und NT einen großen Unterschied. Das Blut Jesus war bereits 50 Tage zuvor geopfert worden.

Ja, der Vergleich steht. Ist alles nicht so einfach, wenn man anfängt alles richtig verstehen zu wollen.
Die Lehre vom Blut, Fleisch und Stiftshütte, mit Blick auf unseren Herrn Jesus, ist feste Speise. Alles habe ich auch noch nicht verstanden.

Was wichtig ist, dass wir im “neuen Bund” auch unter Verpflichtungen stehen. Wir haben bereits Vergebung unserer Schuld und die Reinigung unsere Sünden, das ist sicher, aber nur, wenn wir nicht sündigen wollen…Nur dann, wenn wir die Sünde lassen wollen, haben wir Vergebung.
Gehen wir diesen Bund mit Jesus nicht ein, haben wir ihn nicht.

Gott schrieb die 10 Gebote in Stein. Mose schrieb die Worte Gottes in ein Buch auf. In diesem Buch standen die Gesetze Moses. Ritualgesetze bzgl. Opferungen, Reinigungsgesetze, Gesundheitsgesetze. Das Leben untereinander…etc.
Das Volk verpflichtete sich, die 10 Gebote und die Gesetze des Moses einzuhalten. Darauf wurde mit Blut sozusagen,versiegelt.

Die 10 Gebote kamen in die Bundeslade und das Buch Mose vor die Bundeslade. Die 10 Gebote sind unantastbar, während die “Gesetze Mose” mit der Opferung Jesus, ihre Gültigkeit verloren. Grob gesagt… hier gibt es verschiedene Auslegungen.

LG


#11

Da haben wir wieder etwas gemeinsam. Ich nämlich auch nicht. :blush:

Um so mehr finde ich es bereichernd, wenn wir uns hier so wunderbar austauschen können.

Gottes Segen! :slight_smile:


#12

Ich kann es zwar nicht erkennen, aber rein theoretisch könnte es sich ausgehen. Die Ankunft am Berg Sinai war im 3. Monat, also innerhalb der Wochen 9-12. Passah ist in der 3. Woche + 7 ergibt die 10. Woche.

Wie lange nun die Begebenheiten zwischen der Ankunft und dem Bundesschluss gedauert haben, wie willst du das recherchieren? Welche Anhaltspunkte lieferst du dazu? Genauso wäre es möglich, dass die 10. Woche schon vorbei war war.

Mose stieg danach 40 Tage auf den Berg. In dieser kurzen Zeit brach das Volk bereits den Bund, sehr anschaulich demonstriert mit den 2 zerbrochenen Tafeln.

Mir fehlt aber der konkrete Bezug zwischen Pfingsten und Sinai. Pfingsten geht einher mit der Ausgießung des HG. Der Bundesschluss im NT erfolgte beim Abendmahl, also genau zu Passah. Das passt alles nicht zusammen.


#13

Hier muss ich mich korrigieren. Nicht 50 Tage nach der Kreuzigung, sondern 50 Tage nach seiner Auferstehung.

3 Mose 23, 15 -16
„Und ihr sollt von dem Tag an zählen, der dem Sabbat folgt, dem Tag, an dem ihr die geweihte Garbe gebracht habt. Sieben volle Wochen sollen es sein. Bis zum Tag nach dem siebten Sabbat sollt ihr zählen, fünfzig Tage.

Nach dem Sabbat kommt der erste Tag, Sonntag. Der Auferstehungstag.

LG


#14

Hallo Helmuth,
was für ein Bezug fehlt dir?

2 Mose 20
18 Und das ganze Volk sah die Stimmen HaKolott (הקולת) und die Fackeln HaLappidim (הלפידם) und den Schall der Schopharhörner und den rauchenden Berg.

Stimmen wie Fackeln = Feuerzungen?

Interessant ist nun, wie man im Judentum einen Bogen von der Übergabe der 10 Gebote bis zum Pfingstfest, wie es in der Apostelgeschichte steht, finden kann.

Professor August F. Gfrörer, der 1838 in Stuttgart das Buch "Geschichte des Urchristentums - das Jahrhundert des Heils veröffentlichte, schrieb, dass man im Judentum davon ausginge, dass die 10 Gebote nicht nur an Israel, sondern an alle Heidenvölker, welche als 70 Nationen angesehen würden, ergingen. Er schreibt …

Es ist also kein Zufall, das in der Apostelgeschichte zu Pfingsten genau das den Jüngern erschien, was man in der jüdischen Überlieferung seit jeher kennt – Stimmen wie Feuerzungen. Selbst, dass man in den Sprachen der Heiden die großen Taten Gottes verkündigte, steht in der tiefen Tradion dieses Festes.

Was hat es aber mit dem Blut des Bundes auf sich? Hier komme ich noch nicht weiter.

Gottes Segen! :slight_smile:


#15

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang folgenden Text:

Johannes 6, 51…

So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. 51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt. 52 Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? 53 Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. 54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. 55 Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. 56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. 57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. 58 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es ist nicht wie das Brot, das die Väter gegessen haben, sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit. 59 Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

"Blut trinken und Fleisch essen " passt zum neuen Bund. Wie ist das zu verstehen.?

LG


#16

Gute Frage! :slight_smile:


#17

Jedenfalls m.E, eine bessere Frage als deine Lütt :grinning:
Wäre das Thema nicht erbaulicher?


#18

Wie sagte der Brite zu Obelix wegen der Cervisia?

"Ist sie dir etwa nicht lauwarm genug? Ich kann sie lassen, noch mehr temperieren."

:smile:


#19

:grinning:
Dazu passt:

Offenbarung 3
…15 Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt oder warm wärest! 16 Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. 17 Du sprichst: Ich bin reich und habe gar satt und bedarf nichts! und weißt nicht, daß du bist elend und jämmerlich, arm, blind und bloß.…

LG


#20

Nicht schlecht der Vergleich, also nur zu, lass sie noch etwas mehr temperieren. :grinning:
In Wien sagt man dazu “a warmer Hansl” und ja manchen soll’s schmecken. :sunglasses: