Das "Vaterunser" ist der größte Märtyrer


#1

Liebe Leser!

Martin Luther sagte:

“Das Vaterunser ist der größte Märtyrer,
weil es so viel gedankenlos gebetet wird.”

Mt 6,9-13
Darum sollt ihr so beten:

  • Unser Vater im Himmel!
  • Dein Name werde geheiligt.
  • Dein Reich komme.
  • Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
  • Unser tägliches Brot gib uns heute.
  • Und vergib uns unsere Schuld,
    wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
  • Und führe uns nicht in Versuchung,
  • sondern erlöse uns von dem Bösen.
    [Denn dein ist das Reich und die Kraft
    und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.]

Also, mir geht es auch oft so, dass ich das “Vaterunser”
gedankenlos “herunterbete”, ohne Vieles und Tiefes dabei zu bedenken.

Wie geht es euch, wenn ihr das “Vaterunser” betet?

Ich würde mich freuen, wenn wir über das “Vaterunser”
Punkt für Punkt reden und diskutieren könnten.

Erster Punkt:
Was denkt ihr, wenn es heißt:

  • Unser Vater im Himmel!

LG! Erich


#2

Geheilgt werde dein Name.


#3

Weshalb aber wollen die Christen in dem Himmel, soll der Messias doch zur Erde kommen?


#4

@Michael, ich weiß nicht ob du das Ernst gemeint hast aber ich musste bei deinem Beitrag laut loslachen :joy::+1:

Aber genau darum geht es ja hier. Denken wir einfach nur an den traditionellen Rahmen? Wenn wir schon den Anfang besprechen möchte ich eines dazu sagen.
Fürt mich war das Vaterunser nie ein besonderes Gebet und ich bin auch nicht in einer Gemeinde aufgewachsen in der es besonders oft gebetet worden ist. Allerdings denke ich schon, dass es ein wichtiges Gebet ist, weil Jesus uns quasi ein Beispiel gegeben hat. Für mich ist dieses Gebet genau das, es zeigt in einem Beispiel auf, was ein gutes Gebet beinhalten sollte. Oftmals bete ich ganz anders, habe aber das Vater unser im Kopf. Das heißt, dass ich mein Gebte damit anfange, dass ich Gott als Vater ehre und danke.

Ich bin nicht dagegen, dass Vaterunser in seiner traditionellen Form zu beten. Aber um zu verhindern, dass man es gedankenlos betet sollte man es vielleicht in seinen eigenen Worten beten. Für mich sage ich zum Beipiel nie: “Vaterunser im Himmel”, sondern “Unser Vater im Himmerl”, oder “Mein Vater im Himmel”
Es gibt, glaube ich, sehr viele Predigten, die das Vaterunser auseinandernehmen und betrachten, allerdings glaube ich nicht, dass es dafür gedacht ist Wort für Wort analysiert zu werden. Der erste Satz macht mir vor allem das deutlich: Gott ist fassbar unfassbar.


#5

Vielleicht hast Du mich missverstanden.

Das ist die erste Bitte, über die wollte ich als nächstes sprechen.

Ich gebe Dir mal ein Beispiel, was ich dabei denke und im Herzen und Geist habe.

Unser Vater im Himmel!
Danke dass Du uns durch Dein Wort und Deinen Geist erschaffen hast,
und dass Du uns alle, die an den Namen “Jesus” glauben, zu Deinen Kindern machst.
Danke dass wir zu Dir, lieber Gott, durch Deinen Heiligen Geist, Vater sagen dürfen.

Dann kommt die erste Bitte: Geheiligt werde Dein Name.

LG! Erich


#6

Ich bete das Unser Vater längst nicht mehr so wie vorgegeben, sondern beginne Gebete stets mit. Lieber Vater im Himmel…
z.B. ich danke Dir, Dass Du Deinen Sohn Jesus damals geschickt hast,damit die Menschheit Dich der Du allein wahrer Gott bist kennen lernen konnten, wie du in Wahrheit bist.


#7

Nein, auch wenn ich @Lego_las_Bibel dadurch zum Lachen gebracht hatte. Klar war ich ein wenig schnippisch, zugegeben. :smiley:

Das VU gehört zu meinen fast tagtäglichen Standardgebeten, was ich aber nicht herunterratsche, sondern Vers für Vers durchbete.

Über Gottes Vaterschaft bin ich sehr dankbar und starte auch gerne vertraut mit “Servus, Paps, der du vom Himmel auf mich gerade herablickst. Ich melde mich.”

Mein derzeitiger Fokus liegt sehr in der Heiligung, genau deshalb denke ich wenn ich beginne “Vater unser im Himmel” zu sagen, “jawohl, dein Name werde geheiligt”

Hier habe ich einen regelmäßigen Schwerpunkt. Ich checke mich durch, inwieweit ich mich selbst heilige, ob ich überhaupt würdig bin es überhaupt anzusprechen, dass Gott von mir geheiligt werde, oder ob ich lieber sofort den Mund wieder zumache und mich schleunigst zuerst selbst etwas mehr heilige.

Es ist schon vorgekommen, dass ich gar nicht mehr zum nächsten Vers vordringe, weil mich dieser so sehr beschäftigt, bis ich mich im Alltagsgeschehen wiederfinde und das Gebet damit (vorübergehend) beenden musste.


#8

Das Vaterunser bete ich nicht tagtäglich…
In der Öffentlichkeit das Vaterunser zu beten, ist schon etwas ganz Besonderes. Bei Beerdigungen, wo ich meistens nicht in der ersten Reihe stehe, habe ich des öfteren mit dem Pfarrer das Vaterunser laut gebetet.
Hinten, hören sie nur mich. . Aus einem leisen Gemurmel und “nichtdabeisein”. wird sofort ein Stille Ehrfurchtshaltung.
Ich bete zur Ehre des Toten, das Vaterunser. Die Besucher spüren das, alles schweigt sofort. Ja, es geht wohl nicht nur mir unter die Haut. Wir Christen sollten das Vaterunser auswendig können.

Psalm 23, ist für mich genauso wichtig. Wir können mit öffentlichen Gebete, Zeugnis geben. (Am Krankenbett vor Angehörigen)

LG


#9

Im persönlichen Gebet halte ich mich meist nicht an den Wortlaut des Vaterunsers, aber ich versuchen auf die gleiche Art zu beten.

Beim gemeinsamen Gebet mit Anderen ist es mir wichtig, das Vaterunser zu sprechen. Ich bete mit und höre gleichzeitig zu, wie gerade alle zusammen das Gleiche beten, und zwar so wie Jesus es uns gelehrt hat.
Es macht wirklich spürbar, dass wir alle Geschwister im Glauben sind.

Ich bemühe mich sehr, das Vaterunser nicht einfach nur herunter zu beten.

Vaterunser im Himmel
Danke, Vater im Himmel, dass ich Papa zu dir sagen darf.

Geheiligt werde dein Name.
Du bist das Wichtigste überhaupt, dir allein gebührt alle Ehre.

Dein Reich komme,
Ich erwarte dein Reich und bin bereit, mit daran zu bauen.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden
Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.
[Diesen Satz bete ich sehr bewusst. Er ist mir schon eine ganze Weile der Wichtigste im Vaterunser]


#10

Schön Idee, Erich!

Also was bedeuten (einem) diese Dinge:

Für mich ist diese erste Zeile zunächst ein Glaubensbekenntnis. Man bekennt seinen Glauben an Gott und zwar auf zwiefacher Weise.

  1. natürlich, daß man überhaupt Gott anspricht und damit eben den himmlischen Vater als Gott bezeugt und seine Existenz bezeugt.
  2. als Bezeugung, daß der himmlische Vater in einem ist (“im Himmel”), ganz wie es Jesus betete:

ich in ihnen und du in mir (Joh17,23)

Also Jesus ist in dir und der Vater ist durch Jesus in dir und du bezeugst das, wenn du sagst: “Vater, der du bist im Himmel”.


Du sprichst das Thema Dankbarkeit an. Ich finde das ist ultrawichtig!


#11

Nach meinen Erfahrungen kann man die lieben Christen mit dem Hinweis erschrecken, dass das Reich - die Rückkehr Jesu - nahe sein muss. Einige unter ihnen schämen sich jedoch einfach nur, diese Hoffnung auszusprechen…


#12

Darüber möchte ich gerne später sprechen.

Das kommt vielleicht auch daher, weil Jesus sagte:

Joh 14,1-4
1 Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!
2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?
3 Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin.
4 Und wo ich hingehe, den Weg wisst ihr.

Joh 17,24 Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war.

Jesus Christus ist damals in den Himmel aufgefahren und ist zur Rechten Gottes. (1.Petr 3,22)

Ja, vom Himmel wird er bald kommen und uns zu sich nehmen, damit wir sind, wo er ist.

LG! Erich


#13

Und wo ist er dann, wenn er vom Himmel gekommen ist?


#14

Ja, das Vorbild für den Inhalt aller Gebete ist das Vaterunser. Und weil dieses Gebet von unserem Herrn Jesus Christus stammt, wird es ohne Zweifel auch das höchste, edelste und beste Gebet sein; denn hätte er ein besseres Gebet gewusst, der rechtschaffene, treue Lehrer, so würde er es uns auch gelehrt haben.

Denn aller Ablass, aller Nutzen, alle Segnungen und alles,
was der Mensch bedarf an Leib und Seele hier und dort,
das ist in diesem Gebet im Überfluss inbegriffen.

LG! Erich


#15

Ja, das ist auch schön, aber vergiss nicht, dass es kein besseres Gebet gibt.

Darum ist es ein Irrtum, wenn man einige andere Gebete mit diesem Gebet gleichstellen oder sie ihm sogar vorziehen will.

LG! Erich


#16

Upps, hab gelesen, dass du darüber gerne sprechen möchtest. Naja, verlesen :joy: Ich poste meinen Beitrag zu einen späteren Zeitpunkt nochmal :wink:


#17

Die beiden Aussagen bilden für mich eine Einheit. Jesus spricht ja nicht den physischen Himmel an, der mit unsere Augen gesehen wird, sondern den, den kein Auge gesehen hat, und der ewig ist.

Dass er “Vater” ist war den Israeliten teils schon bekannt und die Propheten erwähnen ihn an mehreren Stellen, aber in ihrem religiösen Wandel verkam er zu einer Art Dikatat, dem man zu folgen hat. Und wer dem Diktat nicht Folge leistet, der sollte per Gesetz seine Strafe erhalten.

Die innige Beziehung war schon immer eine Rarität, die Gott eigentlich ausmacht. Heiligung geht damit eins zu eins einher.

Wenn ich Gott als Dikatat ansehe, dann unterwerfe ich mich seinem Gesetz und diene auch nur dem Gesetz.

Wenn ich ihn als Vater sehe, dann unterwerfe ich mich seiner Gnade und Güte und meine Heiligung erfährt einen ganz anderen Wandel.

Wir erhalten zwar das irdische Abbild des Vaters, denn es gibt keinen Menschen, der keinen solchen Vater hätte, aber nur wenige vermitteln damit auch das Vaterbild unsere Vaters im Himmel.

Ich weiß nicht, wie gut ich es meinen Kindern vermittelt habe, aber ich danke Gott, dass ich überhaupt Gelegenheit erhalten hatte es zumindest zu versuchen. Ich unterwerfe mich völlig seiner Gnade, und nicht un in diesen Belangen.

Dies zu tun ist m.E der beste Weg sich auch richtig zu heiligen, damit dadruch sein Name wiederum geheiligt werde.


#18

Das freut mich! :slightly_smiling_face:

Ja, aber bedenke, dass der Name Gottes, auch ohne unser Gebet, an sich selbst heilig ist.
Wenn wir beten: “Unser Vater im Himmel! Geheiligt werde Dein Name.”, dann erniedrigen wir uns damit selbst und geben zu, dass sein Name bei uns nicht geheiligt wurde.
Und deshalb bitten wir ja auch Gott, den Vater, darum, dass ER seinen Namen in uns heiligen möge.

Frage: Wie geschieht das?

LG! Erich


#19

Ja, und man sollte es mit herzlichem Begehren
und im Sinn dessen, was die Worte sagen, beten.

LG! Erich


#20

Nix für ungut, Therese, aber kannst oder kennst Du ein besseres Gebet?

Und wenn Du dich nicht an die Worte hältst, dann betest Du nur (soll ich es sagen?) …

Ja, das ist ein guter Anfang.

Auch nicht schlecht, aber viel zu wenig.

Das hört sich wieder “Zeugen Jehovas” mäßig an,
als ob Gott hier auf dieser Erde/Welt sein Reich bauen wollte.

Nix für ungut, aber weißt Du wirklich, was der Wille Gottes ist?
Und sorry, aber dazu wollte ich erst (viel) später kommen.

  • Nach dem Eingang oder der Anrede:
    "Unser Vater im Himmel!",
    da kommt die erste Bitte:
    Geheilgt werde Dein Name"!”

Bis jetzt wissen wir ja noch nicht einmal ,
wie der Name Gottes, des Vaters, lautet,
und was wirklich der Sinn dieser Worte ist.

LG! Erich