Die alte Ordnung


#1

“Turning the Channel into the Mediterranean might not be in most states’ interests,” one EU diplomat said, “but at this stage of the negotiations most member states do not see an immediate interest for the EU to discuss these issues.”

Findet ihr es nicht auch seltsam, wie sich der Umgangston Europas zu seinen Alliierten USA und UK geändert hat?

Waren England und die USA nicht mal unsere Partner, gar Freunde? Wie rechtfertigt man die Zurückhaltung gegenüber China, und die Frechheit gegenüber den Vereinigten Staaten?

Mein erster Gedanke war, das müsse an der Wiederentdeckung der nationalen Souveränität seitens der USA und UK liegen, solch einen Umgang untersagt man ja selbst den eigenen Bürgern.
Allerdings würde das - vorausgesetzt, europäische Regierungen verfügten über etwas Integrität - auch Türkei und China als Freunde (ja, noch mehr) ausschließen müssen, oder nicht?

Was ist da los, auf der Weltbühne? Offensichtlich ist die Nach-Weltkriegsordnung aufgekündigt worden… Ganz ohne Trompeten (von Trump abgesehen) und Getöse. Was ist der Grund dafür?

Ich schätze, die meisten würden den Brexit und den Protektionismus der USA für diese Entwicklung anführen.
Aber rechtfertigt das solche Umgangsformen? Gerade in Relation zu unserem Umgang mit China und der Türkei kommt mir diese Rhetorik ziemlich heftig vor.

Wie wird sie aussehen, die neue Weltordnung? Die Nach-Corona-Ära? Muss man befürchten, dass wir unter die Führung Chinas geraten?
Wird Europa es schaffen “endlich wieder jemand zu sein” und der Geschichte seinen Stempel aufdrücken?
Oder können die Demokraten es doch noch schaffen, die USA wieder auf Linie zu bringen?

MfG


#2

Ich denke, dass weder China noch USA unsere “Freunde” sind. So lange wir beiden nutzen werden sie sich kooperativ zeigen.


#3

Hmm… aber waren die USA nicht einmal unsere Freunde? Wie genau haben wir aufgehört, nützlich zu sein?

MfG


#4

Kommt drauf an von welcher Seite man das betrachtet. Wir dachten immer, dass die USA unser Freund ist. Ob sie das auch immer so sahen?


#5

Über die weltweite Politik gibt es viel zu berichten. Aus meiner Sicht wird das Wirken Satans immer deutlicher.
Welche Politik welcher Verein macht, wird offenbar oder bleibt im Verborgenen. Trump traue ich nicht. Trump-Bashing ist extrem überzogen und schäbig.

In unseren MSM wird berichtet, dass in Amerika friedliche Proteste gegen Rassismus stattfinden. Über Gewalt, wenn überhaupt, wird nur wenig oder unterschwellig berichtet.
Wer genauer hinsieht, weiß sofort, wer mitmarschiert…

Aktuell kommen beunruhigende Informationen

LG


#6

Jetzt kommen wohl unschöne Proteste. Die Hygiene-Gesetze müssen für die wohl nicht gelten.
In Berlin wird die Polizei mit dem neuen Antidiskriminierungsgesetz entmachtet.


#7

Hmm… Also wir sind (von unserer Seite aus) keine Freunde mehr. Und wir fragen uns jetzt, ob die USA uns jemals als Freund betrachtet haben… Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass die USA uns eher als eine Art Mündel betrachteten.

Das ist wirklich interessant… ich meine gerade Deutschland hat(te) ja durchaus tiefgreifende (Ver)Bindungen an die USA. Man denke nur an die zahlreichen ThinkTanks, die unsere Politker und Journalisten fördern. An die gemeinsamen Ideale, die uns noch mit dem vorherigen Präsidenten verbanden.

Interessanterweise ist dieses Bashing (und unsere Liebe zur Antifa) das letzte, was uns noch mit Amerika versöhnen könnte - vorausgesetzt natürlich, die Demokraten gewinnen die Wahl für sich.

:slight_smile: schon außergewöhnlich, wie viel Schaden solche spontanen und friedlichen Proteste Auslösen. Und während es gestern noch dumm und gefährlich war sich zu versammeln, überstrahlen die noblen Motive der BLM natürlich jedweden Zweifel.

Aber ich denke, diese Revolte(sic) erklärt unsere globalen Zwistigkeiten.

MfG


#8

Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? Vielleicht ist uns klargeworden, dass USA nicht bedingungslos unser Freund ist und dadurch entfernt man sich?


#9

Ahja… wie bedingungslos die europäische Freundschaft ist, kann man beim Brexit ja hautnah miterleben. :roll_eyes:


#10

Ach, die Briten wurden rausgeschmissen?


#11

Oh, brillante Frage!
Es gehört natürlich zu den ersten und höchsten Werten der EU das Volk zu ignorieren. Diese Missetat darf selbstverständlich nicht ungesühnt bleiben… :face_vomiting:


#12

Wo wurde denn der Volkswille ignoriert? Den Briten wurde doch im Gegenteil voll zugestanden sich selbst zu schaden.
Du musst alternative Medien konsumieren und nicht einfach blind alles glauben…


#13

:disappointed:

Verstehst du nicht? Die Briten haben ihre Freundschaft mit der EU verspielt,als sie die Volksbefragung nicht ignorierten, wie das sonst in der EU üblich ist…

Und welche Art von Mensch (bzw. Institution) würde das zum Anlass nehmen, Migranten als Verhandlungsposition zu gebrauchen?

Hmm… Ich habe nichts gegen bissige Kommentare. Aber nahezulegen meine Position wäre “alternativ” (und also weit hergeholt) offenbart vielmehr, dass du nur Deine und falsche Positionen kennst.

MfG


#14

Die Menschen aus Europa, die ab 1492 nach Amerika kamen, die haben im Laufe der Jahrhunderte fast alle sogen. “Indianer” ausgerottet, durch Krieg und Seuchen, und den übriggebliebenen Ureinwohnern haben sie ihr Land weggenommen und in Reservate gesteckt, und dazu kommt noch, dass sie sich in ihrer unersättlichen Habgier und Machtgier, dann auch noch Menschen aus Afrika geholt und sie zu Sklaven machten, deren Nachkommen bis heute von diesen sogen. Amerikanern erniedrigt werden. - So gesehen wohnen in Amerika also lauter Nachfahren dieser Sklavenhalter und Massenmörder (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel).

Geht es Amerika und UK heute um etwas anderes? - Nein!
Die Habgier und Machtgier hat sich leider nicht geändert.

Z.B.:
Hat man die Nachfahren dieser armen “Sklaven” schon entschädigt für die erlittenen Qualen usw.?
Hat man den “Ureinwohnern/Indianern” ihr Land zurückgegeben, das sie ihnen gestohlen haben, usw.?

Ob das nun Freunde sein können? - Das mag jeder selbst entscheiden.

Ich kenne aber auch Amerikaner, die meine Freunde sind.

LG! Erich


#15

Ich habe es deutlich anders empfunden. Die Briten haben immer eine Extrawurst in der EU bekommen. Ich denke noch nicht einmal, dass sie tatsächlich aus der EU wollten. Alle pro brexit Politiker aus der Zeit sind übrigens längst auf und davon. Sie wollten meiner Ansicht nach am liebsten mit 49,9% verlieren um dann niemals die Probleme des brexit zu haben, aber eine gute Verhandlungsposition mit weiteren Zugeständnissen gegenüber der EU zu haben.
Leider hat das nicht geklappt und man müsste eigentlich den brexit durchziehen - aber dabei sind natürlich auch die ganzen Lügen entlarvt worden (rote Busse in London…).
Populismus ist immer einfach so lange man niemals das versprochene durchziehen muss…
Das hat man ja an dem jahrelangen Trauerspiel gesehen.
Und anstatt die Jahre für einen geregelten brexit zu nutzen hat man quasi nichts in der Richtung unternommen.
Ich war zum Zeitpunkt des Referendums in England und diese Sicht wurde mir von sehr vielen Briten (pro und cons) bestätigt. Damals war das jahrelange rumeiern ja noch nicht einmal sichtbar.
Die EU hat mitnichten die Freundschaft angekündigt - das kam klar von der sehr schwachen Mehrheit der Briten, die gewählt hatten. Was haben die denn erwartet? Dass sie weiterhin alles Positive mitnehmen können aber nichts geben wollen? Das kann doch nicht funktionieren. Oder bezahlt dich dein Chef weiter, wenn du gekündigt hast?
Was hätte die EU denn deiner Meinung nach tun sollen?

Ich muss gestehen, dass mir die aktuellen Verhandlungen nicht in allen Punkten bekannt sind. Worauf beziehst du dich hierbei genau?

Versteh es lieber nur als bissigen Kommentar.
Bei dem kurzen Schlagabtausch ist die jeweilige Position doch kaum ausreichend dargelegt worden.
Aber es klingt bei dir ein bisschen nach:
Ganz Gallien ist unter der Herrschaft der Römer. Nur die Briten kämpfen tapfer für das Volk und sind vollkommen unschuldig in die Enge getrieben.
Volksabstimmungen haben halt den Nachteil, dass die Masse für sich zum Nachteil entscheidet - aber dann ist doch nicht die böse EU schuld, oder?


#16

England war bei weitem nicht das einzige Land mit Extrawürsten und - im Gegensatz zu anderen Ländern, deren Töne gegenüber Brüssel rauer werden - noch eines der ökonomisch profitableren Länder.

Und es stimmt… die damalige (britische!) Regierung wollte weder das Referendum, noch den Brexit. Aber es will schon was heißen, wenn man trotz Verzögerungstaktik, Erpressung und guter Überzeugungsarbeit die Briten nicht von den überragenden Leistungen der brüsseler Bürokratie überzeugen konnte.

Nach dem Referendum war es zu spät. Ein freundlicher Händedruck und “Leb wohl” hätten gereicht. Warum behandelt man die jetzt wie Aussätzige? Das aktuelle Theater:

ist ja nur eines von vielen Stücken der letzten 3 (oder 4?) Jahre. Vielleicht hast du Recht, dass die Briten sich das vielleicht anders überlegt hätten. Aber ganz sicher hat der Brüsseler Charm diese Option unmöglich gemacht.

Sie werden nicht die einzigen bleiben, die die EU verlassen (möchten). Und selbst wenn sie egoistisch (und möglicherweise auch zum eigenen Nachteil) handeln… warum respektieren wir die Entscheidung nicht einfach? Es fällt uns in Hong Kong, Taiwan, den Kurden, Zypern, der griechischen Grenze usw. auch nicht so schwer, die fünf auch mal gerade sein zu lassen.

Es mag ja alles ganz unaufgeregt, profan und manchmal unglaublich witzig klingen, wenn der Klaus Kleber und Mariette Slomka von den seltsamen Insulanern und den irren Hillbillys erzählen. Aber hier zeichnen sich historische Veränderungen ab. Vor allem, wenn Trump wiedergewählt würde. Europa sollte sich dringend das Schlafwandeln abgewöhnen.

MfG


#17

Wusstest du, dass es in Afrika noch immer Sklaven gibt? Dass Indianer kein Eigentum kannten und praktisch jedes Land dieser Erde irgendwann einmal erobert wurde? Und nur weil jetzt ein paar Gangster Städte anzünden, sollen Menschen, die sich nichts dergleichen zu schulden kommen ließen, die Nachfahren, denen es besser als 80% der Weltbevölkerung geht, entschädigen?

Aber nur weiter so… Was kann schon schlimmes passieren, wenn man einer unschuldigen Bevölkerung unverhältnismäßige Reparationen abverlangt?

MfG


#18

Sicher nicht die einzigen aber bestimmt die Speerspitze… Wenn man in England als EU Bürger eingereist ist, war es für mich kaum anders als in ein nicht EU Land. Kein Schengen, kein Euro etc.
Der Gedanke, dass man den Gemeinschaftsgedanken gar nicht leben wollte, drängte sich schon manches Mal auf…
Kannte ich so von keinem anderen EU Land.
Diese Haltung der Briten zog sich eigentlich von der Aufnahme in die EU bis zum Austritt durch. Einige Briten haben mir das u.a. bestätigt, dass man quasi gar nicht austreten bräuchte, weil man ja kaum richtig eingetreten wäre… :innocent:
Aber alle, die austreten wollen, wollen natürlich nur die Nachteile loswerden und gleichzeitig die Vorteile behalten - und das ist natürlich nicht möglich…

Ich meinte nicht die damalige Regierung sondern schon die brexiteers…
Bezieht sich dein letzter Satz auf die Zeit vor dem Referendum?

Wie stellst du dir das praktisch vor? Die EU Subventionen weiter kassieren, weil man will ja nicht die böse EU sein?
Du verdrehst ganz klar Ursache und Wirkung. Die Briten sind nicht mehr Mitglieder - freiwillig und nicht auf Druck der EU. Da kann man doch nicht die “ihr behandelt mich nicht so wie vorher” Karte spielen, oder?
Freier Zugang zum EU Binnenmarkt gibt und gab es nicht kostenlos - wenn die brexiteers ihnen was anderes erzählt haben, dann haben sie gelogen…
Und da es ganz viele Berührungspunkte mit der EU gibt müssen diese alle neu verhandelt werden - und das die Briten da der Junior Partner sind muss ihnen bewusst gewesen sein, oder?

Sind das nicht die üblichen Verhandlungsmethoden? Ich habe etwas was du willst und umgekehrt und jeder versucht sich so teuer wie möglich zu verkaufen…

Was hätte Brüssel den Engländern denn noch bieten müssen?
Die Briten haben auch nach dem Referendum mehrfach und jahrelang die Möglichkeit gehabt sich umzuentscheiden - sie haben halt lieber hoch gepokert und werden vermutlich nicht gut aus der Nummer rauskommen. Aber das wird die Zeit zeigen.

Aber es akzeptiert doch jeder. Oder gibt’s überall Demonstranten gegen den brexit?
England ist aber ausgetreten und hat nun eine Menge mit der EU aber auch allen anderen Ländern zu verhandeln. Dafür kann doch niemand etwas - noch nicht einmal die Briten…

Ich bin gespannt, ob er wieder gewählt wird. Ich vermute ja, weil ein Großteil seiner Anhänger ihn ja quasi nichts übernimmt. In den USA geht es gefühlt nirgends um Inhalte sondern nur darum dem politischen Gegner maximal zu schaden…


#19

Ja, auch in anderen Ländern. Habgier und Machtgier sind der Grund!

Das glaube ich nicht - Sie hatten ihr Jagdgebiet und sie haben auch Landwirtschaft betrieben.

Warum? - Weil die Gier unersättlich ist.

Sich so herauszureden ist auch nicht dumm, aber trotzdem:
Sie sind die Kinder der Sklavenhalter und Massenmörder.

So ähnlich wollten die Juden sich auch herausreden:

Mt 23,30-33
30 und sprecht: Hätten wir zu Zeiten unserer Väter gelebt, so wären wir nicht mit ihnen schuldig geworden am Blut der Propheten!
31 Damit bezeugt ihr von euch selbst, dass ihr Kinder derer seid, die die Propheten getötet haben.
32 Wohlan, macht auch ihr das Maß eurer Väter voll!
33 Ihr Schlangen, ihr Otterngezücht! Wie wollt ihr der höllischen Verdammnis entrinnen?

Bist Du dir sicher, dass es allen Indianern und Nachfahren der Sklaven besser geht als 80% der Weltbevölkerung?

Und warum müssen wir für einen Krieg bezahlen, den wir nicht geführt haben?

LG! Erich


#20

Den Pharisäern wurde Heuchelei vorgeworfen, weil sie meinten, sie hätten anders als ihre Väter gehandelt, obwohl sie sich vorgenommen hatten Jesus zu beseitigen.

Du sagst also, es sei gerecht, Menschen für die Taten ihrer Vorfahren zu bestrafen? Das Verfahren will ich sehen. Oder wird das ein Lynchmob?

Weißt du, was Rassismus ist? Das ist, wenn man Menschen dafür bestrafen will, eine bestimmte Hautfarbe zu haben. Wenn man von ihnen fordert, für etwas zu büßen, was sie persönlich nicht getan haben. Wenn man allein aufgrund ihrer Hauptfarbe meint, sie wären schuldig.

Die rennen durch die Straßen, schlagen Fenster ein, brennen Geschäfte nieder, plündern und rauben und man nennst das Gerechtigkeit, allein weil die Besitzer (vermeintlich) Weiße sind?

Vielleicht denkst du nochmal über Matthäus 23, 30ff nach…