Erdachten die Menschen das jüngste Gericht?


#1

Hi Community!

In der kritischen, modernen Theologie wird meistens behauptet, dass biblische Prinzipen/Darstellungen keine Gott-gegebenen sind, sondern nur menschliche Sehnsüchte/Erklärungen darstellen.

Es wird zum Beispiel gesagt, dass das jüngste Gericht nicht von Anfang an geplant war, sondern mit der Zeit von den Menschen/Gläubigen erfunden wurde, um zu erklären, dass Gott (trotz der Ungerechtigkeit auf der Welt) letztenendes doch gerecht ist.

Dass führte mich zu der Frage, ab wann in der Bibel vom jüngsten Gericht die Rede ist. Und wenn das Thema tatsächlich erst mit den Propheten auftaucht, warum es erst so spät offenbart wurde.
Könnt ihr mir da helfen?

Lg Lego


#2

Hallo,

Hmm… leider weiß ich nicht, wo das erste mal ex- oder implizit vom jüngsten Gericht gesprochen wird. Aber ich glaube, dass man damit niemanden überzeugen kann, der glaubt, biblische Geschichten wären lediglich irgendwelche Narrative.

Dabei fragt man sich unweigerlich, wann “letztenendes” eigentlich sein soll. Menschen, die solche Erklärungen plausibel finden, implizieren damit, Gott hätte die Ungerechtigkeit längst beseitigen sollen. Sie denken, die Menschheit müsste (bzw. könnte) das selbst schaffen.
Aber wäre es nicht ungerecht gegenüber unseren Vorfahren, wenn wir plötzlich in einem irdischen Utopia lebten? Und überhaupt… nach welchen Maßstäben sollte diese gerecht sein? Dass wir nicht sterben müssen? Das würde selbst der kühnste Philanthrop nicht behaupten. Aber das wir alle wohlhabend sind. Das wird der Menschen ja wohl noch erwarten dürfen, oder?

MfG


#3

Rein biblisch oder unter Berücksichtigung der historisch-literarischen Forschung?
So oder so wurde das jüngste Gericht aber nicht “erfunden”. Es gibt auch in anderen Kulturen ähnliche, aber nicht gleiche Endzeitszenarien.

Schon in Gen 3:15 (ELB) treffen wir im sogenannten “Protoevangelium” auf eine Vorschattung, eine Erwähnung des Endzeitgerichts:

Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.

Immer wenn die Liebe auf das Böse trifft, entsteht unweigerlich Leid und Ungerechtigkeit, sowie Dampf entsteht, wenn Feuer mit Wasser zusammenkommt.
Das jüngste Gericht ist also nicht eine Antwort auf das Böse, sondern der Sieg der Liebe über das Böse. Alles Wasser ist verdampft, alles Stroh verbrannt, im Feuerofen der Liebe. :smiley:

Salve


#4

Ich sehe das so, dass die Menschen nichts erfnden können, was Gott gar nicht plant. Aber es wurde den Menschen erst nach und nach sein Ratschluss geoffenbart. Ich denke Gott wusste schon wie er vorgeht um uns seine Pläne zu verkündigen.

Die Ungläubigen entwickeln daraus nun eine Entwicklung in Form einer Entwicklung der Vorstellungen durch Menschen, das sind philosophische Gedanken. Dabei ist gerade die Kritik an der Offenbarung Gottes die eigentliche Menschenlehre.

Wie ich feststelle war es mir früher ebenso nicht möglich das alles zu glauben, aber erst durch den HG vermittelt einem Gott die Sichtweise immer klarer. Ich weiß nicht alles, mittlerweile aber sehr gewiss, dass es ein Himmelreich und ein Totenreich gibt.


#5

Rein von dem, was im OP mitgeteilt ist, würde ja also eine Sehnsucht nach einem gerechten Gott in den Menschen innewohnen. Was sagen denn die klugen Leute in der kritischen, modernen Theologie nun, warum es diese Sehnsucht gibt?

Immerhin ist diese Sehnsucht so stark, daß man sich sogar die ganze Bibel zusammenerarbeitet hat, um diese Sehnsucht zu befrieden.

Aber zu den Fragen im OP…

Viele Dinge konnten erst nach Pfingsten offenbart werden. Oder sogar noch später erst, wie wir ja in der Apostelgeschichte sehen können.

Also kurze Antwort ist, weil Jesus erst mit seiner Arbeit weit genug vorangekommen sein mußte.

Wo soll denn bei den Propheten vom Jüngsten Gericht die Rede sein?


#6

Das erste Motiv sieht der Autor des Judasbrief im vorsintflutlichen Patriarch Henoch :

Judas 14 Es hat aber auch Henoch, der siebte von Adam, von diesen geweissagt und gesagt: "Siehe, der Herr ist gekommen inmitten seiner heiligen Tausende,
15 Gericht zu halten über alle und zu strafen jede Seele für alle Werke ihrer Gottlosigkeit mit denen sie gottlos gewesen sind, und für alle Härte, die die gottlosen Sünder gegen ihn geredet haben.

Henochs Worte sind nicht im Text des AT überliefert, aber ich bin überzeugt, dass Judas sie vom Heiligen Geist überliefert bekam. Zu der Sintflut passen die Worte eher nicht. Dann können sie aber nur auf die letzte Zeit bezogen sein.

Dass Judas die Worte Henochs aus dem Henochbuch abgeschrieben hat, glaube ich nicht. Es gibt keinen eindeutigen Beleg, dass genau diese Worte, die er uns griechisch hinterlässt, so auch im aramäischen Urtext gestanden haben. Für den Abschnitt, der sich angeblich darauf bezieht, gibt es nur Fragmente. Die Quellen dieser Apokryphe in anderen Sprachen sind dagegen weit älter als der Judasbrief. Mehr dazu hab ich im alten Forum geschrieben, was ich bei Bedarf raus suchen kann.

Gruß, Sven


#7

Klar, aber eine eingepflanzte Theorie kann mit ein paar klugen Argumenten auch ins Schwanken gebracht werden - vorausgesetzt man hat sie.

Was würdet ihr den Menschen sagen, die solches behaupten?

Durch das (ungerechte) Leid, welches die Menschen erfahren, entwickelt sich natürlicherweise die Erwartung auf Rache, bzw. auf Ausgleich, bzw auf Gerechtigkeit.

Gott lässt sich ausklammern, wenn man will. Aber du hast Recht, denn die Antwort darauf, warum wir überhaupt so sind wie wir sind, ist ja weil Gott uns nach seinem Ebenbild schuf.

Stimmt, Teoma und Sven, das Protoevangelium, Henoch und die Sintflut sind ja einige Anzeichen dafür, dass Gott von Anfang an Gerechtigkeit schaffen wollte. Selbst wenn es nicht direkt irgendwo steht, dass ein jüngstes Gericht am Ende geben wird, so könnte man Argumentieren, dass Gott schon immer Gerechtigkeit schaffen wollte. Diese Antwort ist mir erst jetzt gekommen.

Michael und Caramillus, ihr meint Gott würde seinen Plan Stück für Stück offenbaren. Aber stimmt das wirklich? Natürlich sind die Details verborgen und manche Prophezeiungen versteht man schlichtweg nicht, bevor manche Ereignisse nicht geschehen sind.
Aber gilt das auch für den generelle Plan Gottes, also für das was er eigentlich mit uns Menschen vorhat? Wieso sollte Gott uns das verheimlichen? Es war doch schon von Anfang an klar, dass wir ihm dienen sollen und auch dass der Messias kommt um uns zu retten, deswegen sollte es doch auch von Anfang an klar gewesen sein, dass Gott den Menschen nach seinen Werken richtet wird, oder? Das ist ja meine Frage.

Ich habe gestern Erfahren, dass auch Sokrates an ein jüngstes Gericht geglaubt hat bzw. An eine Gerechte Strafe im (griechischen) “Himmel”, weil er der Meinung war, dass der Gute Mensch am Ende mehr haben muss als der Schlechte. (Nachzulesen in “Georgias”). Und auch Teoma meinte, es gäbe ähnliche Endzeitgedanken in anderen Kulturen.
Doch wäre eine frühe Erwähung des jüngsten Gerichts in der Bibel kein Hinweis darauf, dass es eben nicht von Menschen erdacht worden ist?


#8

In seiner Politeia schreibt Platon lange vor Jesus Christus in einem Gedankenexperiment:

Der Gerechte wird gegeißelt werden, gefoltert, in Fesseln gelegt, er bekommt beide Augen ausgebrannt und wird schließlich, nachdem er alles Schlimme erlitten hat, ans Kreuz geheftet. Dann wird er erkennen, daß man nicht darauf aus sein sollte, gerecht zu sein, sondern zu scheinen."

Platon lässt Glaukon mit Sokrates diskutieren und ersterer behauptet, dass der Mensch, wenn er könnte, wie er wollte, jederzeit das Leben eines rücksichtslos Ungerechten vorziehen würde. Das Prinzip der Gerechtigkeit habe man unter den Menschen nur aus Opportunität eingeführt und als Kompromiß, weil es sich herausstellte, dass eben nicht jeder den anderen übervorteilen konnte, ohne dass sich dieser wehrte und rächte. So habe man sich eben darauf geeinigt, dass das Unrechttun bestraft wird und derjenige, der Unrecht erlitten hat, sich rächen oder Wiedergutmachung erwarten darf.

Der Rest des Dialogs dient dem Nachweis, dass es in Wirklichkeit genau umgekehrt ist: Der Gerechte ist unter allen Umständen der allein Glückliche, der Ungerechte unter allen Umständen todunglücklich. Es geht also nicht darum, allein nur Recht zu schaffen, sondern dass man im gerecht sein erst seine Bestimmung erhält. Das jüngste Gericht ist somit nicht nur als Herstellung von Gerechtigkeit zu betrachten, sondern ebenso als Wiederherstellung der ursprünglichen Bestimmung des Menschen.

Platon gibt uns den Hinweis, dass es nicht menschlich logisch ist, gerecht zu sein. Christlich weitergedacht kann nur ein vollkommen Gerechter, was kein Mensch sein kann, Gerechtigkeit herbeiführen und den Menschen aufzeigen. Dieser Gerechte und jeder Mensch, der ihm ähneln will, wird aber in der ungerechten Welt Leid ertragen, “ans Kreuz geheftet”.

Auszuschließen ist demnach, dass ein jüngstes Gericht im christlichen Sinn rein menschlichen philosophischen Überlegungen entspringen kann oder “erdachtes” des menschlichen Verstandes ist. Vollkommene Gerechtigkeit ist dem Menschen unmöglich, aber die Tatsache, dass er darum weiß, kann nur bedeuten, dass es da einen Maßstab gibt, der über ihn hinausweist.

Wir müssen demnach den Ursprung des Gedankens des jüngsten Gerichts nicht im Menschen suchen, sondern dort, woher der Mensch stammt.

Nur mal so …

Salve


#9

Mit dem “Jüngsten Gericht” ist selbstverständlich das in Offenbarung 20,11 ff. vorhergesagte Gerichtsverfahren gemeint. Das übrigens nur für einen Teil der Menschen mit dem Urteil “zweiter Tod” endet.

In dem zur Verwirklichung des mit den Menschen verfolgten Planes - die Erschaffung von Gottessöhnen - ist das “Jüngste Gericht” die Folge eines verhängnisvollen Fehler des ersten Menschenpaares. Natürlich hätte der Souverän dieses Fehlverhalten vermeiden können, wenn Er schon damals Satan von den Menschen ferngehalten hätte. Die Versuchung durch Satan gehört offenbar zum Ausbildungsprogramm. Dass die während den letzten tausend der insgesamt siebentausend Jahre dauernden Vorbereitungszeit lebenden Menschen nicht den Status der sechstausend Jahre unter Satans Herrschaft gestandenen Menschen erlangen werden, ist Offenbarung 20,4 zu entnehmen.


#10

Hi,

also mich treibt dieses Thema in letzter Zeit auch um. Es ist weniger diese konkrete Fragestellung, als die historisch-kritische Methode überhaupt.

Denn - entgegen deiner eingangs erwähnten Schilderung - sagt diese nicht (zumindest nicht explizit), dass Gott überhaupt nicht der Urheber dieser “Prinzipien/Darstellungen” sei. Sie sagt, im Kern, dass nicht der Gott der Israeliten, der Urheber dieser “Prinzipien” wäre. Gott sei nicht so, wie es uns in der Bibel überliefert wurde - aus den von dir genannten Gründen. Allerdings nennt sie sich trotzdem “Theologie”. Sie wird damit zu etwas wirklich okkultem (will also das Verborgene in diesen Texten, diese sog. Prinzipien, [wieder] entdecken).

Die theologische Hochschule Elstal (wo die Baptisten-Prediger ausgebildet werden) lehrt schon seit längerem diese Theologie. Und das verrückte ist, man merkt den Predigern nichts an. Zumindest solange, bis man genau hinhört und die Bibel kennt.

Dazu zwei links: Lebenswende von Anita Kupfermann (PDF) und Stellungnahme des BEFG-Präsidiums (PDF)

Sie stimmt (zumindest in diesem Bericht) nicht mit meiner Schlussfolgerung überein. Aber die Menschen, die sich trotz dieser Theologie ihren Glauben erhalten (bzw. “erneuern lassen”) würden das ungefähr so ausdrücken. Auch wenn sie das anders formulieren würden/müssten.

D.h. die nehmen die Bibel überhaupt nicht ernst. Zumindest nicht in ihrem wörtlichen Sinn. Sie glauben nicht, dass das eine Offenbarung ist, sondern Ausdruck von Jahrtausenden von menschlicher Erfahrung mit dem “Spirituellen”.

Ich glaube, dass man nur vor diesem Hintergrund geeignete Argumente dagegen finden kann. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

MfG


#11

Klar wäre es das. Ich bin immer sehr skeptisch, wenn eine Lehre (bzw. ein Dogma) lediglich auf 1 bis 2 Stellen aus der Offenbarung fußt. Das ist mir einfach zu wenig.

Die Offenbarung wird von kaum einem verstanden. Sie ist sehr schwer zu verstehen. Und nur, weil man vielleicht einen Teil ihrer Symbolik richtig deutet, heißt das doch noch nicht, daß man damit auch verstanden hat, was die jeweilige Bibelstelle dann bedeuten soll.

Es wäre hilfreich, wenn man mal die hier im Thread benutzten Begriffe biblisch füllt.

Bisher im Thread haben wir für “Jüngstes Gericht” eine Nennung Offenbarung 20 und Sokrates.

Das müßte dann halt genauer mal biblisch ausgearbeitet sein.

Wer zu faul zum Bibellesen ist, kann sich auch meine stümperhaften drei Videos zu der Thematik reinziehen. Wenn man dazu die Geduld aufbringt, kapiert man die Sache eindeutig besser.

Besonders das dritte Video enthält eigentlich den Schlüssel zur Frage. Bei jedem der sich 's anguckt meine Entschuldigung im Voraus für die miese Qualität!


#12

Als Jesus folgende Worte sprach, meinte Er selbstverständlich die Offenbarung 20,11-15 vorhergesagten Gerichtserfahren. Doch diese sind keineswegs nur in der Offenbarung angekündigt, sondern auch an anderen Stellen der Schrift, z.B.

Matthäus 11,20-24 (Luther):

Da fing er an, die Städte zu schelten, in welchen am meisten seiner Taten geschehen waren, und hatten sich doch nicht gebessert:
21 Wehe dir Chorazin ! Weh dir, Bethsaida ! Wären solche Taten zu Tyrus und Sidon geschehen, wie bei euch geschehen sind, sie hätten vorzeiten im Sack und in der Asche Buße getan.
22 Doch ich sage euch: Es wird Tyrus und Sidon erträglicher gehen am Jüngsten Gericht als euch.
23 Und du, Kapernaum, die du bist erhoben bis an den Himmel, du wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen werden. Denn so zu Sodom die Taten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, sie stände noch heutigentags.
24 Doch ich sage euch, es wird dem Sodomer Lande erträglicher gehen am Jüngsten Gericht als dir.

Jesus sprach ausführlich über das Weltgericht in Matthäus 25,31 ff., sagte aber an dieser Stelle nicht, dass die Gerichtsverhandlungen erst nach ca. tausend Jahren Seiner Herrschaft auf dieser Erde stattfinden werden. Zu diesem Zeitpunkt verfügt der Kreis der Auserwählten längst über ewiges Leben.

Allen Menschen wird in dem Weltgericht rechtliches Gehör gewährt. Das schließt selbstverständlich die vielen Menschen mit ein, die unverschuldet nie von Jesus und Seinem Opfertod hörten. Die Urteils-Grundlage bildet das Verhalten dieser Menschen. Wie Paulus in Römer 2,14-1 zeigt, ist das göttliche Gesetz den Menschen ins Herz geschrieben. Entsprechend der Befolgung des Gesetzes fällt das Urteil aus. Ein Großteil indes wird als “zu leicht befunden”. Diese werden endgültig vernichtet…

Anders verhält es sich, wie bereits gesagt, bei einer Auswahl Menschen, die bewusst das Opfer Jesu für die begangenen Gesetzesübertretungen in Anspruch nahmen und bereits zum Zeitpunkt der Rückkehr Jesu das dem Menschen gesetzte Ziel - ewiges Leben - erlangten.

Was an Vorhersagen in den Schriften des Alten Bundes nicht verständlich ist, erklärt die Offenbarung. Unter anderem darum gab sie der Vater Seinem Sohn, und Jesus wiederum dem Johannes. Diese Schrift rüttelt gewaltig am heutigen Weltbild, wird daher höchst ungern wörtlich verstanden. Dabei ist zumeist angezeigt, wenn Schriftstellen symbolisch gemeint sind. Was z.B. unter den sieben Siegeln, den sieben Posaunen und denn sieben Schalen zu verstehen ist, ist deutlich genug erklärt. Um die mit diesen Symbolen ausgedrückten Ereignisse in den vorgegebenen Zeitrahmen unterzubringen, bedarf es allerdings einiges an Fachwissen, insbesondere aus dem politischen, militärischen und naturwissenschaftlichen Bereich.


#13

Hi Legolas
ein sehr interessantes Thema, welches du dort angeschnitten hast. Gott offenbarte Mose die 7 Schritte des Heils, dem auch die Feste des HERRN aus 3. Mose 23 zugeordnet sind.

2 Mose 6,
6 Darum sage den Kindern Israels: Ich bin der HERR, und ich will euch aus den Lasten Ägyptens herausführen und will euch aus ihrer Knechtschaft erretten und will euch erlösen durch einen ausgestreckten Arm und durch große Gerichte. 7Und ich will euch als mein Volk annehmen und will euer Gott sein; und ihr sollt erkennen, daß ich, der HERR, euer Gott bin, der euch aus den Lasten Ägyptens herausführt. 8Und ich will euch in das Land bringen, um dessentwillen ich meine Hand [zum Schwur] erhoben habe, daß ich es Abraham, Isaak und Jakob gebe. Das will ich euch zum Besitz geben, ich, der HERR.

1 herausführen
wehozeti (והוצאתי)
siebten Tag ist ein Sabbat der Ruhe

2 erretten
wehizalti (והצלתי)
das Passah des Herrn / das Fest der ungesäuerten Brote für den HERRN.

3 erlösen
wega’alti (וגאלתי)
die Erstlingsgarbe (Reschit) von eurer Ernte

4 annehmen
welakati (ולקחתי)
50 Tage sollt ihr zählen
Bund Sinai, 10 Gebote

5 sein
weha’iti (והייתי)
Hörnerschall
(Rosch HaSchanah)

6 bringen
wehebeti (והבאתי)
der Versöhnungstag
(Jom Kippur)
zweiten Bundestafeln

7 geben
wenatati (ונתתי)
das Laubhüttenfest

Das jüngste Gericht wird, soweit mir bekannt, mit dem Hörnerschall, Rosch HaSchanah, also dem 5. Schritt in Verbindung gebracht. Insoweit war also schon sehr früh davon die Rede.

Gottes Segen! :slight_smile:


#14

Ich muss gestehen, dass ich nicht so sehr der tiefgehende Bibelforscher bin. Vielleicht ändert sich das noch :smile:
Teoma hat allerdings eine neue Perspektive für den Begriff (Jüngstes) Gericht gebracht, nämlich Wiederherstellung. Das hatte ich anfangs nicht verstanden, weil es mir doch zu sardistisch vorkam wie er es beschrieben hat (Siehe 3ter Beitrag) :sweat_smile:, aber bei seinem zweiten Anlauf hat’s bei mir gefunkt:

Und die Absicht der Wiederherstellung des Menschen ist überall und jederzeit im NT wie im AT zu erkennen. Es geht ja fast nur darum. Aus diesem Grund, hat Gott Abraham persöhnlich aus einer unperfekten Umgebung herausgefürt, Gott gab dem Volk Isreal aus dieser Absicht heraus die Gesetze und die Richter und Propheten kämpften mit ihrem Leben für diese Wiederherstellung.
Danke Teoma, für diese Erkenntnis :blush:

Aber ein Moment möchte ich trotzdem nochmal aufgreifen:

Leider ist es nicht so, als könnte man etwas rein logisch ausschließen. Descartes versuchte sogar mit dieser Methode Gott zu beweisen. Aber sie hinkt darin, dass man davon ausgeht, dass es das “Vollkommen Gerechte” bzw. “Gott” überhaupt gibt. Der Mensch kann sich nämlich vieles ausdenken was es nicht gibt. Das denken eines Dinges allein führt also nicht zu seiner Existenz.
Ich fürchte, es bleibt eine Glaubenssache, aber vielleicht liegt genau darin der Vorteil, denn wer an Vollkommene Gerechtigkeit glaubt, wird sich eher darum bemühen als jemand der weiß, dass das Gericht irgendeinmal kommt, es ihm aber ein Gräuel ist.

Du hast recht. Man muss diese Sichtweise verstehen um darüber reden zu können. Wie du bereits erwähnt hast, würden sich solche Menschen ja auch als Gläubige Christen bezeichnen - und ob sie es wirklich sind oder nicht, wird allein Gott beurteilen. Aber wir nehmen Gottes Wort ernst und können deswegen erkennen, dass es wahr ist.
Diese Leute sind sich so sicher in ihrer Weltsicht, weil sie meinen, dass sie wissenschaftlich wasserfest fundiert sei. Wie H-C Noir eben sagte,

Ich finde die beste Art mit solchen Leuten zu reden ist es, ihnen aufzuzeigen, dass sie eben nicht zu klug sind wie sie sich halten. Das wiederrum kann man bewirken indem man schlagfertige Antworten parat hat oder einfach mal zeigt, dass man auch selbstbewusst anderer Meinung sein kann.

Ich hab von dem gehört, aber ich verstehe es nicht ganz. Inwiefern deuten die Wörte auf die Feste?

Vielen Dank für die vielen Antworten bis jetzt! :hugs:


#15

Richtig, Logik kann nur bedingt zu einem Gottesbeweis führen. Ein Gottesbeweis war auch gar nicht meine Absicht.
Aber ein Mensch kann sich nur ausdenken, was in seinem Wesen begründet liegt. Kann sich ein Fisch darüber Gedanken machen, was Fliegen bedeutet oder ob er gerade nass ist?
Ein Mensch kann jedoch über etwas nachdenken, was über ihn hinausweist. Er sieht den Vogel und verspürt den Wunsch zu fliegen, er ist spirituell und hat den Wunsch, die Sehnsucht, den Grund dafür zu finden.

Der Mensch ist seltsam “unfertig”. Ein Tier und eine Pflanze hat alles im Leben, um zu überleben. Dem Menschen jedoch genügt dies nicht, er hat die Sehnsucht nach “mehr”.

Auf Gerechtigkeit und “jüngstes Gericht” bezogen:
Woher weiß der Mensch überhaupt, was gut und böse ist? Es gibt eine seltsame “geheime” Übereinkunft über Kulturen und Zeiten hinweg, welche in Grundzügen immer dasselbe darüber aussagt, was gut und böse ist. Daraus entstammen Prinzipien für Gerechtigkeit. Menschlich zutiefst “unlogisch” wäre es, diese in eine Ewigkeit nach dem Tod zu verlegen und nicht bereits im Dasein verwirklicht zu sehen.

Ohne ein höheres, göttliches Prinzip kommt man dann zu der Frage: Welche biologischen und soziologischen positiven Auswirkungen für den Fortbestand der Art hätte denn ein Gerechtigkeitsprinzip, das sich nicht in der materiellen Welt anwenden lässt?

Salve


#16

Hi,

Nichts und niemand, nicht einmal die Wissenschaft, kommt gänzlich ohne Glauben aus! In der Wissenschaft nennt man das “Axiome” = Annahmen.
Die Logik ist keineswegs auf bestimmte (z.B. wissenschaftliche) Annahmen angewiesen! D.h. es ist, unter der Annahme, dass die Bibel Gottes Wort ist, sehr wohl logisch, dass wir einem Gericht entgegen gehen.

MfG


#17

Hallo Caramillus,

dein drittes Video ist gut verständlich. ( du hast eine angenehme Stimme)

Ich gehe noch weiter, wir stehen mit unserem Geist, der von Gott kommt, schon direkt im Allerheiligsten, im Tempel Gottes. Wir, die Gläubigen, stehen vor Gottes Thron so dar, als hätten wir nicht gesündigt. Keine Sünde kann im Allerheiligsten sein. Unsere himmlische Anwesenheit wird uns nur durch das weiße Kleid der Gerechtigkeit Jesus ermöglicht. Dieses Kleid überdeckt unsere Schuld.

Nehmen wir Jesus im Glauben nicht an, bleibt unser Geist, wie du auch beschreibst auf der Erde. Das heißt nicht, dass der Geist auf der Erde nicht mit dem himmlischen verbunden ist, er bleibt, aber mit der Sünde, mit der Erde verbunden. Für ihn bleibt das Allerheiligste verschlossen.
Gott ist Geist und unsichtbar, er wirkt überall, dennoch hat er seinen Thron im Himmel, wie siehst du das…?

Im Gegensatz zum Tier, ist der Mensch ein Geschöpf, der nach Gott greifen kann oder nicht. Ohne Gott gäbe es nichts, kein Mensch, keine Erde, kein Himmel, kein Universum.
Wo siehst du den Geist des Widersachers in deinem Diagramm? Sein Geist war mal im Himmel, er weiß wie der Geist im Himmel und auch der Engel beschaffen ist? Satan, ist der Fürst dieser Welt. Wir erkennen, wie die Menschen nach seiner Pfeife tanzen.

Himmel und Erde wurden geschaffen, Himmel und Erde werden vergehen.
Für mich ist das “Jüngste Gericht”, wenn Himmel und Erde vergehen werden. Viele Texte weisen auf das “Jüngste Gericht” hin.

2.Petrus 3:10
Es wird aber des HERRN Tag kommen wie ein Dieb in der Nacht, an welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden verbrennen.

Jesaja 24:19
Es wird die Erde mit Krachen zerbrechen, zerbersten und zerfallen

Jesaja 34:4
Und wird alles Heer des Himmels verfaulen, und der Himmel wird zusammengerollt werden wie ein Buch, und all sein Heer wird verwelken, wie ein Blatt verwelkt am Weinstock und wie ein dürres Blatt am Feigenbaum.

Jesaja 51:6
Hebet eure Augen auf gen Himmel und schauet unten auf die Erde. Denn der Himmel wird wie ein Rauch vergehen und die Erde wie ein Kleid veralten, und die darauf wohnen, werden im Nu dahinsterben. Aber mein Heil bleibt ewiglich, und meine Gerechtigkeit wird kein Ende haben.

Matthaeus 5:18
Denn ich sage euch wahrlich: Bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis daß es alles geschehe.
35 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.

Lukas 21:33
Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.

Viele meinen, dass mit dem Vernichten des Todes,( der zweite Tod) dass “Jüngste Gericht” zu verstehen sei Für mich gehört beides zusammen.

2.Petrus 3:7
Also auch der Himmel, der jetzt und ist, und die Erde werden durch sein Wort gespart, daß sie zum Feuer behalten werden auf den Tag des Gerichts und der Verdammnis der gottlosen Menschen.

Hier ist der Hinweis darauf, dass wir das weiße Kleid, der Gerechtigkeit Jesus tragen sollen. Ohne Kleid, sieht man unsere Schande

Offenbarung 16:15
Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und hält seine Kleider, daß er nicht bloß wandle und man nicht seine Schande sehe.

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. …
Matthäus 22, 2…

In der ganzen Bibel finden wir sehr viele Texte, über das Gericht Gottes, während unser Daseins auf der Erde…bis hin zum “Jüngsten Gericht”
Am “Jüngsten Gericht” wird Satan den Kopf zertreten.

LG


#18

Hallo,
das jüngste Gericht findet am jüngsten Tag statt.
Ich denke, dass der Begriff “Ende der Zeit” wörtlich zu nehmen ist und das die physikalische Größe “Zeit” nicht mehr geben wird. Somit wird es irgendwann dann auch einen “letzten Tag” geben…

Apostelgeschichte 17, 31
denn er hat einen Tag festgesetzt, an welchem er den Erdkreis mit Gerechtigkeit richten will durch einen Mann, den er dazu ausersehen und den er für alle durch seine Auferweckung von den Toten beglaubigt hat.«

1 Korinther 15, 24
darnach das Ende, wenn er das Reich Gott und dem Vater überantworten wird, wenn er aufheben wird alle Herrschaft und alle Obrigkeit und Gewalt.

Nach dem letzten Tag, werden wir keine Tage mehr haben (Tag-Nacht Rhythmus - ist ein Tag)

Offenbarung 21:23
Und die Stadt hat es nicht nötig, daß die Sonne oder der Mond auf sie scheint, denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtete sie, und ihre Lampe war das Lamm. 24 Und die Nationen werden durch ihr Licht wandeln, und die Könige der Erde werden ihre Herrlichkeit in sie hineinbringen. 25 Und ihre Tore werden überhaupt nicht geschlossen werden bei Tag, denn Nacht wird dort nicht sein.

LG


#19

Hallo Lego
Es ist der Heilsweg, den Gott den Kindern Israels in 2. Mose 6, 6-8 verheißen hat; der Weg zum ewigen Leben. Leider bin ich auch erst am Anfang des Verstehens und kann deshalb noch nicht alle Schritte deuten.

Im Judentum sind diese Schritte allgegenwärtig. Zu Ostern / Pessach trinkt man 4 Gläser Wein, um an die ersten 4 vollzogenen Heilsschritte zu gedenken.

https://de.chabad.org/library/article_cdo/aid/1493215/jewish/Wozu-tinken-wir-am-Seder-vier-Weinglser.htm

Als das Volk aber mit dem goldenen Kalb sündigte und Mose die Tafeln des Bundes (4. Schritt: als mein Volk annehmen) zerbrach, da musste dieser Schritt wiederhergestellt und ein “neuer” Bund geschlossen werden. Deshalb verhieß Mose auch dem Volk Israel, dass einer kommen werde, weil dieser die Heilsschritte vollenden sollte. Die Vermutung liegt also nahe, dass Christus eben diesen 4 Kelch nahm und damit den “neuen” Bund einsetzte.

1 herausführen aus den Lasten – Sabbat
2 erretten – Passah / Fest der ungesäuerten Brote – Kreuzigung Jesu
3 erlösen – die Erstlingsgarbe / Durchzug durch das Schilfmeer – Auferstehung Jesu
4 als Volk annehmen – Wochenfest (Schawuot) / Bund Sinai, 10 Gebote – Pfingsten
5 euer Gott sein – Hörnerschall (Rosch HaSchanah) – Jüngstes Gericht
6 ins Land bringen – Versöhnungstag (Jom Kippur)
7 zum Besitz geben – Laubhüttenfest (Sukkot) – ewiges Leben

Gottes Segen! :slight_smile:


#20

Ich habe zu diesem Thema im Internet nichts gefunden.

Aber ich kann mir vorstellen, daß solche Gedanken aufkommen, wenn man mit sehr “erdnahen” Menschen über Gott redet.
Die sagen dann meistens , daß die Welt nicht unbedingt so aussieht, als wenn sich ein gerechter und liebevoller Gott darum kümmern würde. Und dann zählen sie das ganze Unheil auf, das in der Welt so passiert ist und Gott hat ihrer Ansicht nach eindeutig gefehlt.

Und wenn dann einer wie du , behauptest, daß am jüngsten Tag jedem das gerechte Urteil gesprochen wird, dann sagt der Teufel, der in diesen Menschen wohnt: “Ach, das ist alles nur Erfindung, wie kannst du das denn beweisen ? " Und, soll dieser Gott doch lieber auf Erden mal beweisen, das was mit ihm los ist”. Schau dich in der Welt um, lauter Not !"

Und Gebete werden oft nicht erhört.

Da sehe ich mich noch da stehen und mit dem Studenten aus der Bibelschule solche Gedanken haben.

Aber dann hat Gott eben die Dinge so geführt, daß ich mich erst mal mit dem Opfer Jesu beschäftigen mußte und warum das nötig war.
Meine Schuld war mir wenig bewußt und es mußte langsam erst zum Vorschein kommen, welche Vergehen ich bis zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Kerbholz hatte.

Gott zwingt uns, über unser eigenes Leben nachzudenken. Und wenn es Gott gibt, so wird jeder auch noch so ungläubige Mensch zugeben müßen, wird er unsere ganzen Vergehen irgendwie bestrafen müßen.

Zu diesem Sachverhalt fällt mir der letzte Satz des Predigers ein:
Prediger 12, 13 Lasst uns am Ende die Summe von allem hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen. 14 Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse.

Liebe Grüsse Thomas