Gibt es eine ewige Hölle ?


#1

Hallo liebe Leute,

mein erstes Thema (ohh es werden noch viele folgen).

Unvoreingenommen möchte ich einfach nur in die Runde ein nicht ganz einfaches Thema stellen, von dem ihr sicher schon ab und an gehört habt.
Bis heute bin ich mir in der Deutung nicht genau sicher.

Daher einfach die unvoreingenomme Frage:
Gibt es eine ewige Hölle in welcher Menschen für ewig leiden werden, die nicht gerecht vor Gott gesprochen wurden oder werden diese Menschen nur einmal durch ein Feuer getötet für immer und sind dann für immer nicht mehr?

P.S. mit gerecht vor Gott meine ich natürlich auch und vor allem die, die das Opferwerk Jesu angenommen haben und dadurch unverdienterweise gerecht gesprochen wurden.
Desweiteren ist es für mich immer hilfreich, wenn Quellen aus der Schrift zitiert und gedeutet werden, anstatt nur Meinungen abgegeben werden.

Danke Euer Set


#2

Hi Set,

Das Thema wird kontrovers geführt. Gewisse Bibelhardliner werden uns in die Ferse stechen, aber daran gewöhnt man sich.

Ich folge deiner Annahme, dass die Hölle nicht für immer exisitert. Der Begriff “ewig” ist nicht mit “für immer” im temporalen Sinne gleichzusetzen.


#3

Ich mein es wäre sicherlich eine immense Dimension wenn die Leute ewig im Feuersee leiden müssen. Wobei sie sich das dann selber eingebrockt hätten.

Andererseits wäre es genauso komisch wenn Gott macht, das diese Seele nicht mehr existiert. Erschafft Gott ein Wesen, das er dann wieder auslöscht?


#4

Hallo Michael.

Ich weiß zwar, dass die hebräischen und griechischen Wörter für ewig nicht zwangsweise für immer bedeuten, aber woher weißt du das man dies ausschließen kann?


#5

Dem kann ich nicht folgen. Wenn in der Bibel von ewigem Leben geschrieben wird (z.B. Joh. 17, 3) und ewiger Qual (z.B. Off 20, 10), dann sollte die Bedeutung von ewig schon dieselbe sein. Zumal im Urtext Worte mit demselben Wortstamm verwendet werden.

Ewiges Leben sollte demnach auch begrenzt sein, wenn ich von einer zeitlichen Begrenzung der Hölle ausgehe. Zumindest sagen mir das u.a. meine Griechischkenntnisse.

Leider bin ich schon wieder am Koffer packen, mein Enkel braucht mich nächste Woche. Ich versuche morgen noch einmal in Ruhe zu antworten und mehr Bibelstellen aufzuführen (zitieren).

Da ich viele Jahre an die Nichtexistenz der Hölle geglaubt habe, sondern an mausetot für ewig, wenn man nicht im Buch des Lebens gefunden wird, habe ich mich intensiv damit beschäftigt. Was allerdings nicht heißen muss, dass meine Erkenntnis die richtige ist. :wink:


#6

Hi Set,
das ist ein guter Ansatz. Der Begriff “Hölle” wäre dabei erst mal biblisch zu klären. Er ist ja nur eine Übertragung ins Deutsche. Man griff bei der Übersetzung auf den bereits bestehenden Begriff “Hölle” mit all seinen Prägungen zurück. Was steht aber im Original?

Gottes Segen! :slight_smile:


#7

Richtig, aber ewig bedeutet in seiner Grundbedeutung nicht unendlich, d.h. für immer, sondern so etwas wie felsenfest, bestimmt, unausweichlich, zu 100% garantiert.

Unsere vom hellenistischen Denken geprägte Kultur deutet den Begriff als “unendlich lange” im temporalen Sinne. Im hebräischen Wort “olam” ist das gar nicht gegeben. Und auch das griechische “aion” tut das m.E. nicht.

Man wird fragen: Hört das ewige Leben irgendwann auf? Nein, weil es keinen Tod kennt. Es ist bestimmtes, garantiertes, gesichertes Leben, zu 100%, eben ohne Tod. Damit ist die Konsequenz, dass es auch für immer ist. Wie schön! :smiley:

Was ist im Gegenzug der ewige Tod? Für mich der bestimmte, garantierte, gesicherte Tod, zu 100%. Und zuvor erfolgt die ewige Pein, ebenso unausweichlich, zu 100%.

Das Wort unauslöschliches Feuer wird hier m.E. ebenso in dieselbe Richtung falsch interpretiert. Es heißt nicht unendlich langes Brennen, sondern du hast keine Chance es auszulöschen bzw. abzumindern (vgl. Lk. 16,25). Es ist dir bestimmt.

Tod und Leben sind Gegensätze. Es gibt kein Leben im Tod bzw. Tod im Leben, Mit dem endgültigen Tod erlischt die Existenz. Die heutige Lebenform ist ein Absterben des Irdischen. Ab 30 erkennt man, dass das so ist, leider bzw. Gott sei Dank, denn in diesem Körper möchte ich sicher nicht “für immer” leben.

Glücklicherweise sind wir mit dem irdischen Tod nicht geistlich tot, sondern zunächst nur physisch. Für Gott leben wir weiter. Aber für diejeinigen, die nicht das ewige Leben erreichen, folgt Gericht und Strafe.

Ich sehe diese Zeitperiode der Strafe nicht als Tod, denn sonst wäre die Auferstung keine Auferstehung, sondern als das Ableben in der Hölle, für diejenigen, die ihrer Strafe zugeführt werden.

Diese endet mit deren Auslöschung, weil der Geist Gottes keine Lebenserneuerung mehr schafft. Und ich denke das wird je nach Urteil unterscheidlich lange und intensiv erfolgen. Hierzu würde ich Jesu Gleichnis Mt. 18,34 so deuten.

Es ist wie ein begrenzter Tankinhalt, der dann leer ist, der zweite Tod nach Offb. 20. Und dann ist dieses auch für immer. Ich glaube erst nach dem Abschluss dieses Äons folgt dieser:


#8

Hört Ihr, wie die Schlange zischelt?


#9

Was findest du göttlicher? Ein Gott der Leben schafft und erhält, doch wer das ableht der brennt für immer?

Also, während die einen das Land zu einer blüheden Oase umbauen und bei ihren Festen im Reigen tanzen hören wir das Geschrei von nebenan wie sie Heulen udn Zähneknrischen, und dazu singen wir das “ewige” Halleluja? Cool!

Oder er wird einfach verbrannt und Gott schafft dann die neue Welt und lässt uns die alte vergessen? Jesu Gleichnis sagt z.B.m dass das Unkraut zuerst gesammelt wird und dann erst der Weizen in der Scheune gesammelt wird.

Also zuerst Unrkaut, dann der Weizen. Aber, warten wir ewig und für immer bis endlich alles verbrannt ist?

PS: Vielleicht liest unser Schlangenbeschwörer auch mal etwas genauer. :raising_hand_man:


#10

Hallo Set,

ich hätte folgenden Bibelvers beizusteuern:
Mk 9,43 Wenn dich aber deine Hand verführt, so haue sie ab! Es ist besser für dich, dass du verkrüppelt zum Leben eingehst, als dass du zwei Hände hast und fährst in die Hölle, in das Feuer, das nie verlöscht.

Die Hölle wird mit einem Feuer verglichen , das nie verlöscht. Ich habe schon mal gedacht, daß dieses Bild in Anlehnung an vulkanische Gebiete verwendet wird. Aus den Vulkankratern steigt heiße Asche und Lava auf , es stinkt nach Schwefel und so mancher wird beim Anblick wohl gedacht haben. Na , so stelle ich mir die Hölle vor . Vor allem im Altertum.

Das Feuer verlöscht nie, aber die Strafe , wenn sie gerecht bemessen ist , kann nicht ewig sein. Nur Satan schafft es wohl, ewig in der Hölle zu sein.

Liebe Grüsse Thomas


#11

Hallo Michael. Warum denn nicht? Wenn jemand das Leben nicht will, warum soll er es dann bekommen?

Ist halt die Frage wieviel Heulen und Zähneknirschen es gibt wenn man einfach nur verbrannt wird und Ende ist. Gericht und Rache über Ungläubige ist für viele im übrigen eine ersehnte Sache:

Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die geschlachtet worden waren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. 10 Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Bis wann, heiliger und wahrhaftiger Herrscher, richtest und rächst du nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen? Offenbarung 6,10

Wir sollen uns nicht umsonst absondern und wir werden mitherrschen wenn wir auch mitleiden.

Und wenn sie einfach nur verbrennen und nichtmehr existieren. Könnte man sich dann nicht genauso die ganze Zeit daran erinnern wie schlimm und ungerecht das doch ist? Siehst du das ist genauso albern. Gottes Gericht ist richtig und recht, man wird es akzeptieren egal wie es ausfällt. Er wird im Gericht keine falsche Entscheidung treffen.

Hier steht nicht, dass es zuerst brennen muss, bevor der Weizen gesammelt wird.


#12

Ich rede nicht von ausschließen. Eine Reihe von Aussagen sind mit der Ewigkeit im zeitichen Kontext klar gegeben. Gott der Ewige kann nicht anders gedeutet werden als der Zeitlose gestern, heute und morgen. Aber die Grundbedeutung ist keine temporale sondern eine kategorische that’s the point.

Weißt du, dass “olam” im heutigen Ivrit einfach nur “Welt” bedeutet, d.h. im Sinne unserer Schöpfung einfach nur unser Planet, und keinen Deut mit Zeit verbunden ist? Zeit ist ein anderes Wort. Ich war echt überrascht als ich das erfahren habe.

Dann muss eine weitere Redewedung verstanden werden. Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hier ist es auch im griech relativ klar, dass hier von Zeitepoche zu Zeitepoche gemeint ist. Und eine einzelne Zeitepoche ist dabei endlich lang.

Wäre also ewig rein temporal unendlich lange wäre “von unendlich zu unendlich” eine völlig sinnlose Aussage. Man erreicht ja ein zweites “Unendlich” nie.

Das Hebr. macht gerne Wortwiederholungen und meint damit eine besondere Betonung. Also es steht etwas nicht nur fest sondern bombenfest, gestern, heute morgen unumstößlich.

Die Bedeutung “für immer” erfolgt an mehrer Stellen als Zusatz um anzudeuten, dass sich etwas nie ändern wird.

Hier erfolgt zur ewigen Herrschaft, die ich als eine ausnahmlos nur für uns Heilige zugedachte auslege der Zusatz “die nie vergehen wird” und “nicht zerstört wird”. Damit gilt sie dann

FÜR IMMER und EWIG!


#13

Das interessante ist ja es heißt in Offenbarung nicht von Äon zu Äon also Einzahl sondern Merzahl. Äonen Wörtlich: In die Äonen der Äonen. Das deutet auf eine sehr sehr lange Zeit hin. Für mich ein Sinnbild für die Ewigkeit, also für immer. Auch Tag und Nacht deutet meiner Meinung nach darauf hin, dass es nicht nur ein kurzes Vernichtungsgericht geben wird.


#14

Was natürlich auch gegen eine sofortige Vernichtung spricht, wäre das es unterschiedliche Gerichte geben wird. Erträglichere und weniger Erträglichere. Wenn sie aber alle einfach ausgelöscht würden, wäre das für alle gleich erträglich. Dann müsste vor der Auslöschung eine je nachdem dementsprechende Strafe für jeden Einzelnen geben:

Mt 10,15 Wahrlich, ich sage euch, es wird dem Land von Sodom und Gomorra erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als jener Stadt.

Wenn auch Jesus sagt, das der Wurm einer Person nicht stirbt (Markus 9,48), dann muss das eigentlich auch bedeuten, dass die Person ewig Strafe erleidet, sonst wäre der Wurm ja eigentlich nicht mehr der Wurm dieser Person wenn es die Person nicht mehr gibt. Es wäre nicht mehr “ihr” Wurm, um beim Wortlaut von unserem Herrn zu bleiben. Und wozu sollten sie einen Wurm haben wenn sie doch sowieso ausgelöscht sind.

Gruß Hallo


#15

Wir können das anhand seiner Gleichnisse auch klar sehen. Und noch klarer erfolgt es explizit aus seinem Mund:


#16

Gibt es eine ewige Hölle ?

Dazu ein paar Bibelstellen (zum Nachdenken):

Offb 20,14-15
14 Und der Tod und die Hölle wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der zweite Tod: der feurige Pfuhl.
15 Und wenn jemand nicht gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl.

Offb 21,8 Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Hurer und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.

LG! Erich


#17

Warum sollten man zum Thema gerade über diese Stellen nachdenken? Sie enthalten ja nicht das Wort “ewig”.


#18

Äon bedeutet nicht endlose Dauer, sondern Zeitalter, Zeitlauf. = oder Weltenzeit und diese Sicht entspricht der Naturerfahrung. Jedes Jahr, jeder Tag, jeder Mond (die Hebräer hatten einen Mondkalender) und jedes Zeitalter ist ein Zeitlauf. Das vor der Menschwerdung Christi und das nach der Menschwerdung Christi und “für immer” ist nix - außer Gott


#19

Aha, und von Ewigkeit zu Ewigkeit, oder von Zeitalter zu Zeitalter bedeutet dann eine Begrenzung.

In der Ewigkeit gibt es keine Zeit mehr. Wie kann dann etwas, was bzgl. dieser Zeit als ewig bezeichnet wird, ein Ende haben?

Allerdings ist es meiner Meinung nach auch richtig, dass “ewig” in der Bibel nicht immer mit “endlos” gleichgesetzt werden kann.


#20

Nunja - der Herbst mit seinem Absterben ist schon ein “Ende” des Jahreszyklus und das Frühjahr mit seiner erneuten Fruchtbarkeit ein Neubeginn - nur ist das “neue” Jahr, die neuen Pflanzen nicht ohne das Alte und dessen Samen möglich.
Von Ewigkeit zu Ewigkeit = von (diesem) Zeitenkreis zum (nächsten) Zeitenkreis…
Wir leben nicht mehr zur Zeit des Alten Testamentes, wir leben auch nicht mehr im griechisch-römischen Kulturkreis, auch nicht mehr im (totalitären) Mittelalter.
Das Wort “ewig” gibt es in unserem Sinne weder im AT noch im NT, die Wörter bedeuten nicht “endlos” und das kannst du in jedem Wörterbuch nachlesen.
Warum soll es in der “Ewigkeit” keine Zeit mehr geben? Du darfst den Begriff der damaligen Zeit nicht mit einem Inhalt der heutigen Zeit füllen - es ist eben ein anderer Zeiten (oder Kultur) Kreis = ein Äon