Hebräisch für Anfänger


#1

Gruß in die Runde.
Mich fasziniert die hebräische Spräche immer mehr. Sie hat so eine Tiefe und Farbigkeit und trägt die Theologie schon in ihrem Innersten, so dass ich hier gern einen Austausch über das Hebräisch der Bibel anstoßen möchte.

Schon Martin Luther erkannte, dass die heilige Schrift ohne Hebräisch nimmermehr recht zu verstehen ist.

Luther äußerte mehrfach seine Hochschätzung der hebräischen Sprache. Besonders deutlich kommt dies in Äußerungen Luthers bei Tisch vom Anfang der dreißiger Jahre zum Ausdruck: „Die ebräische Sprache ist die allerbeste und reichste in Worten, und rein, bettelt nicht, hat ihre eigene Farbe. […] Wenn ich jünger wäre, so wollte ich diese Sprache lernen, denn ohne sie kann man die h. Schrift nimmermehr recht verstehen. Denn das neue Testament, obs wol griechisch geschrieben ist, doch ist es voll von Ebraismis und ebräischer Art zu reden. Darum haben sie recht gesagt: Die Ebräer trinken aus der Bornquelle; die Griechen aber aus den Wässerlin, die aus der Quelle fließen; die Lateinischen aber aus der Pfützen.“
https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/luther-martin-at/ch/096b73dea059367db64121980f613a25/#h3

Ich bin da ganz bei ihm.

Wenn du also etwas aus der hebräischen Sprache entdeckt hast, dass uns allen die Tiefen der Bibel ein wenig öffnet, oder wenn du Fragen oder Anregungen zum Verständnis der Sprache hast, dann kannst du hier gern ein paar Worte oder Zusammenhänge posten.

Bin gespannt auf Eure Antworten. :seedling:

Gottes Segen! :slight_smile:


#2

Vielleicht fange ich mal mit dem Buchstaben Mem מ an.

Mem מ hat den Zahlenwert 40 und auch die Bedeutung “Wasser”, was מים mayim heißt.

40 und Wasser:

Ein jüdisches Tauchbad hat mindestens 40 Sea.

https://www.juedische-allgemeine.de/religion/nicht-nur-sauber-sondern-rein/
Wasser Die Tora (3. Buch Mose 11,36) lehrt uns, dass das Wasser einer Mikwe einen natürlichen Ursprung haben soll, also kommen nur Regen- oder Grundwasser infrage. Das Tauchbecken sollte mindestens 40 Sea enthalten.

Oder die Sintflut dauerte 40 Tage und 40 Nächte.

Wie seht ihr das? Fallen euch noch andere Beispiele dazu ein? :slight_smile:


#3

Sprache an sich ist wichtig, als wir nur durch sie kommunizieren können. Ich sehe aber keine Sprache für sich als etwas besonderes an, was wiederum mehr an mir liegt.

Der Umgang mit Sprache ist eine Gabe, Gottes, bezieht sich m.E. aber nicht auf eine spezifische Sprache. In dieser Gabe versuche ich einfach einen hebräischen Text genau so zu erfassen, wie es dem Sinn nach entspricht.

Dazu muss man aber zuerst auch die Schriftzeichen, die Vokabeln und zuletzt viel Grammatik pauken. Das ist mühsam, naja wiederum gilt das für mich. :grinning:

Für mich steht der Sinn und Aussage im Vordergrund, weniger Zeichen, Klang, Sprachrhythmus oder Versmaß. Vergleichbar mir der Musik, wenn man die Notenschrift oder das Instrument höher schätzen würde als das eigentliche Hörerlebnis.

Manche finden Französisch oder Spanisch sehr schön. Was habe ich aber davon, wenn ich nichts davon verstehe?

Einen Kritikpunkt persönlicher Art möchte ich noch anbringen. Wenn du das Zeichen „mem“ mit der Zahl „40“ interpretierest, dann klingt das für mich so, also ob du als Musiker die falschen Noten am Pult liegen hast.


#4

Lieber Helmuth,
hast du nicht gesagt, du würdest Hebräisch lernen? Wie weit bist du denn? Die Buchstaben dienen auch als Zahlen. Das mit der 40 kommt nicht von mir.

Gottes Segen! :slight_smile:


#5

Ein weiteres wunderbares Beispiel für die Bildhaftigkeit der Hebräischen Sprache ist folgendes:

Racham רחם = Barmherzigkeit
Rechem רחם = Mutterleib / Gebärmutter

Die Wörter bestehen aus den Buchstaben
ר = r
ח = ch
ם = m

Sie werden gleich geschrieben, haben aber verschiedene Lesarten, die jedoch in einer Beziehung zueinander stehen.

Die Versorgung des Ungeborenen :baby: im Mutterleib mit Wärme, Schutz, Nahrung, Medizin und Liebe ist Vorbild für die Barmherzigkeit die Gott an uns und wir an den Nächsten üben.

Wie gesagt, wenn jemand andere interessante Worte oder Bedeutungen aus dem Hebräischen kennt.
Bitte gern teilen.

Gottes Segen! :slight_smile:


#6

Ein anderes Beispiel ist das Schilfmeer: Jam Suf - ים סוף

Jam ים = Meer
Suf סוף = Schilf

Die Wörter bestehen aus den Buchstaben

י = j
ם = m

ס = s
ו = o/u/w
ף = p/f

Interessant ist hier, dass das Wort Suf סוף = Schilf auch Sof סוף = Ende gelesen werden kann.

Das Volk ging trockenen Fußes durch das Meer des Schilfs oder eben des Endes hindurch.

Auf Hebräisch ist der Name des Schilfmeeres Jam suf, das Meer des suf. Suf bedeutet „Schilf“, aber das Wort kann auch als sof gelesen werden und sof bedeutet „Ende“. Und so sehen wir, dass für die Kinder Israel die See wie Schilf war, das sich im Wind biegt. Für die Ägypter hingegen war es das Meer des Endes, und ihr Ende ist wohlbekannt:
http://www.hagalil.com/judentum/torah/torah-heute/rotes-meer.htm

Ein weiterer Punkt ist natürlich der Hinweis auf den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Denn Christus ist nicht einfach irgendwann auferstanden, sondern zu dem Fest, als die Kinder Israel feierten, dass sie trockenen Fußes durch das Ende, sprich den Tod hindurch gingen. Hallelujah!

Gottes Segen! :slight_smile:


#7

Hallo…

Auch in Deutschland in meiner Heimat wird noch Hebräisch gesprochen und zwar den Hebräischen Dialekt : Lachoutisch , das heisst " reine Sprache":
ade Siggi 80


#8

Folgender Vers steht im Anschluss an die Übergabe der 10 Gebote.

Luther übersetzt hier “Donner und Blitze”, doch im Original steht eigentlich ha-kolot הקולת = die Stimmen und ha-lapidim הלפידם = die Fackeln.

Stimme heißt Kol קוֹל in der Mehrzahl Kolot
Fackel heißt Lapid לפיד in der Mehrzahl Lapidim

Was ist das Besondere daran?

Stimmen und Fackeln = Feuerzungen? :fire: :fire: :fire:

Die jüdische Auslegung zu diesen beiden unscheinbaren Worten führt erstaunlicher Weise direkt zu dem, was wir aus der Apostelgeschichte als das Pfingstereignis kennen. Hierzu muss man wissen, dass man im Judentum davon ausgeht, dass es 70 Heidenvölker gibt und das Pfingsten das Fest der Übergabe der 10 Gebote ist. Der Rest ist einfacher erstaunlich! :slight_smile:

Prof. August Friedrich Gfrörer, Stuttgart, schreib hierzu bereits 1838 in seinem Buch:

Geschichte des Urchristenthums: Das Jahrhundert des Heils
von August Friedrich Gfrörer, 1838

In der That lehren die alten Rabbinen mit merkwürdiger Einhelligkeit, daß das Gesetz vom Sinai allen Völkern der Erde verkündigt worden sey. Buch Mechilta über Exod XX, 1: “Es stehet geschrieben (Deuter 33, 2): Der Herr ist vom Sinai gekommen, er ist aufgegangen von Seir, er ist hervorgebrochen von dem Berge Pharan. Gott ist erschienen den Kindern Esau des Gottlosen, und hat zu ihnen gesprochen: Nehmet ihr das Gesetz an? Sie fragten: Was stehet darin? Antwort: Du sollst nicht tödten. Da riefen sie: Das ist das Erbe, das unser Vater uns hinterlassen hat! denn es stehet geschrieben (Genes. 27, 40): Von deinem Schwerte sollst du leben. Jezt erschien Gott den Kindern Ammon und Moab und sprach: Nehmet ihr das Gesetz an? Sie erwiderten: Was stehet darin? Autwort: Du sollst nicht ehebrechen. Da sprachen sie: Wir stammen alle aus Ehebruch, wie geschrieben steht (Genes. 19, 36) Also wurden die beiden Töchter Loths schwanger von ihrem Vater, wie sollten wir also das Gesetz annehmen?
[…]
Die Anerbietung des Gesetzes an die Völker der Welt ist nun nicht so zu verstehen, als wäre dasselbe jedem besonders verkündigt worden, sondern vielmehr ist der Sinn der: die göttliche Stimme, welche die zehn Gebote vom Sinai herab ertönen ließ, sey über die ganze Welt erschallt, so daß Jeder es vernehmen mußte. Sebachim bab. S. 116, a: “R Elieser sagt: Als das Gesetz den Israeliten gegeben ward, erscholl die Stimme desselben von einem Ende der Welt zum andern. Schrecken ergriff alle Völker der Welt.” Nun gibt es aber 70 Nationen auf der Erde, und jede derselben hat ihre eigene Sprache. Wie konnten sie also alle zusammen das Gesetz vernehmen, wenn es nur in Einer Sprache (der heiligen) verkündigt ward? Auch diesen Einwurf hat der rabbinische Scharfsinn nicht übersehen. Sie geben folgende Antwort: Schemot Rabba S. 70, d: “R. Jochanan sagt: Die Stimme vom Sinai ward getheilt in 70 Stimmen und 70 Sprachen, daß alle Nationen der Welt (das Gesetz) hörten, und Jegliche vernahm es auch wirklich in ihrer Sprache.” Ebenso Midrasch Tanchumah S. 26, e: “Obgleich die zehn Gebote mit einem einzigen Laut verkündigt wurden, so heißt es doch (Exod. 20, 15): Alles Volk hörte die Stimmen (in der Mehrzahl und nicht die Stimme in der einfachen Zahl), das kommt daher: Als die Stimme ausging, ward sie getheilt in sieben Stimmen und ging dann über in siebenzig Zungen, und jedes Volk vernahm das Gesetz in seiner Muttersprache.” Ebenso Midrasch Tillin über Psalm 68, 12: “Der Herr gibt das Wort der Verkündigerinnen ist eine große Schaar.” Als das Wort (vom Sinai) ausging, ward es in sieben Stimmen und von den sieben Stimmen in siebenzig Zungen getheilet. Gleichwie viele Feuerfunken da- und dorthin (aus dem glühenden Metall) herausspringen, wenn der Mensch auf den Ambos schlägt, also war auch der verkündigenden Gottesstimmen eine große Schaar.”
[…]
Die alten Juden legten großes Gewicht auf den Ausdruck, das Volk sahe die Stimmen (da man sie sonst bloß hört); wie das glühende Metall unter des Hammers Schlägen in viele Funken zerstäubt, so, sagten sie, theilte sich die göttliche Stimme, die das Gesetz verkündigte, zuerst in sieben, dann in siebenzig feurige Zungen, die natürlich auch dem Auge er kennbar seyn mußten. Weiter ging jene Stimme, die so go theilt ward, vom heiligen Geiste aus, denn aller heilige Geist wurde damals ausgegossen.
Fassen wir nun diese verschiedenen Sätze auf ihren kürzesten Inhalt zusammen, so ergibt sich folgende Behauptung: An dem Pfingstfeste, welches auf den großen Ostertag der Befreiung aus Aegypten folgte, ward nicht nur das Gesetz gegeben, sondern auch der heilige Geist ausgegossen, und zwar Beides in feurigen Zungen der heilige Geist redete damals in Zungen (γλῶσσα ἐλάλει) oder mit anderen Worten, in den 70 Sprachen der Welt, so daß jede Nation ihn verstehen mußte.

Man kann also sehr schön sehen, dass “die Donner und Blitze” bei den 10 Geboten in Wirklichkeit die Feuerzungen aus der Apostelgeschichte waren. :fire: :fire: :fire: Und das die Jünger in Jerusalem, die großen Taten Gottes in den Sprachen der Heiden verkündeten, wie es zuvor am Berg Sinai geschah.

Alles spannt also einen großen pfingstlichen Bogen vom Sinai bis nach Jerusalem.

Gottes Segen! :slight_smile:


#9

Du demonstrierst wie aus der Offenbarung des Wort Gottes Mythen und Legenden entstanden sind. In der Art betätigen sich viele Menschen, gläubige wie ungläubige, alle möglichen Deutungen und Umdeutungen in den Text hineinzulesen.

Bei dir ist es die Einbildung, dass irgendwelche Wortähnlichkeiten eine Offenabrung Gottes seien, bei anderen wieder andere menschliche Gebdankengänge.


#10

Du schreibst aber auch mit Beharrlichkeit gegen alles an.
Hattest du nicht mal geschrieben, dass du Hebräisch lernst? Wozu?


#11

Nicht gegen alles, aber gegen das was mir widerstrebt. Ich weiß um dein Bemühen, sehe es aber etwas als deine Macke an. Und etwas macht mir damit auch Sorgen.

Um Hebräisch zu lesen und zu verstehen, was mir mitunter den Vorteil verschafft, das Wort Gottes in der Originalabfassung kennenzulernen, um wiederum von diversen Macken der Übersetzer unabhängig zu sein.


#12

Sowohl Jesus als auch die Apostel haben die griechische Septuaginta (LXX) öfters zitiert als den hebräischen Protomasoretischen Text. Jesus/Gott hat die griechische Sprache für das Neue Testament benutzt, nicht Hebräisch oder Aramäisch. Der inspirierte Text, welche die Grundlage des Christentums bildet, ist ausnahmslos Griechisch (von einzelnen Wörtern abgesehen, aber es sind auch lateinische Wörter im griechischen Urtext; niemand würde also behaupten, dass Latein die inspirierte Sprache des NTs ist).
Ich kann Luther (wie bei fast allem, was er geschrieben hat) also nur widersprechen. Meine persönliche Meinung über Luther tue ich lieber nicht kund, weil das hier nicht das Thema ist.
Zurück zum Thema. Ich finde überhaupt nicht, dass jemand Hebräisch lernen muss, um die Bibel besser verstehen zu können. Deshalb mache ich mir z.B. überhaupt nicht die Mühe, mich mit dem Hebräischen auseinanderzusetzen.
Das Problem mit dem hebräischen AT (Masoretischen Text) ist der, dass die älteste, vollständig erhaltene Abschrift aus dem Jahr 1008 ist. Die ältesten erhaltenen Codices der Septuaginta sind dagegen aus den Jahren 300-400 (und einzelne Papyri aus dem 1. Jhdt. vor Christus). Die ,Jungfrau" in der Septuaginta (griechisches AT) ist eine ,junge Frau" im Masoretischen Text (hebräisches AT). Die Prophezeiung in der griechischen Septuaginta, die auf Jesus hindeutet, ist keine im hebräischen Tanach. Es ist fast so, als hätten die Juden im 11. Jahrhundert nicht daran geglaubt, dass Jesus der Christus ist!

Aber selbstverständlich ist es nicht falsch, Hebräisch lernen zu wollen. Jede Sprache ist nützlich. Ich denke nur, dass das hebräische AT dem griechischen nicht überlegen ist. Der Heilige Geist hat sich im NT ausschließlich des Griechischen bedient.


#13

Ein weiterer interessanter Buchstabe ist das Tzade צ hier gibt es sogar zwei Schreibformen.

Am Anfang und in der Mitte eines Wortes schreibt man das gebeugte Tzade צ. Steht der Buchstabe aber am Ende eines Wortes, so wird aus dem gebeugten צ das aufrechte Tzade ץ. :smile:

Zaddik צדיק heißt der Gerechte.

צ = z
ד = d
י = i
ק = k

Und hier gibt es eine wunderschöne Deutung zu dem Buchstaben, denn der Gerechte leidet viel, doch am Ende wird Gott ihn aufrichten. Wenn man möchte, auch ein Hinblick auf auf Christi Tod und Auferstehung.

Hallelujah! :slight_smile:


#14

Es gibt 5 Buchstaben mit veränderter Form am Wortende. Wenn ich dir nun sage, dass sie sich als reines ästhetisches Stilmittel der Schriftform entwickelt haben? Was sagst du dann dazu?


#15

Das sind sehr wahrscheinlich nachträglich von Menschen gezielt konstruierte Zusammenhänge.

Das AT wurde ursprünglich sicher nicht in den heute üblichen hebräischen Buchstaben aufgeschrieben.

Gruß, Sven


#16

Was soll das für ein Argument sein ? Jesu Worte und die Schriften der Apostel sind uns in Griechisch überliefert. Woher die Gewissheit, dass ein protomasoretischer Text mit Gewissheit anders übersetzt werden müsste ?

Kein Beweis für irgendwas. Diese Beweisführung verleitet nur zu der Annahme, dass die Masoreten sich ihren hebräischen Text aus den Fingern gesaugt hätten, er also nur ihre eigene Erfindung auf Basis vereinzelter älterer Abschriften wäre. Ein offenes Geheimnis hingegen ist, dass die Punktation rein masoretisch ist, und nicht unwesentlich, neben der Aussprache, auch Einfluss auf Interpretation und Auslegung von Worten und Zusammenhängen übt. Die masoretische Aussprache, wie die Grammatik sind ihre Erfindungen aus der Notwendigkeit jüdischer Liturgie auf Basis der arabischen und auch teilweise der griechischen Sprache (zu christlichen/kirchlichen Lehren oppositionelle Rückschlüsse aus der LXX). Aussprache, wie Grammatik sind keine jahrhunderte oder jahrtausendelange lückenlose Überlieferung.

Der spezifische Fall der Jungfrau meint weder eine sexuell unberührte, noch eine junge Frau, sondern eine Verborgene. Das ist die wörtliche Bedeutung. Beziehen tut sich das auf ihre Identität. Sie ist entweder unverheiratet oder inkognito (so wie Moses Schwester bei seiner Bergung am Nil).

Es ist nicht nur fast so, sondern in der eben erwähnten Opposition begründet. Wesentliche Motive der Masoreten sind “antichristlicher” bzw. antikirchlicher Natur.

Es ist immer wesentlich, sich mit den Grundlagen auseinander zu setzen. Wenn ich mit Menschen zu tun habe und etwas von ihnen will (sie belehren oder etwas von ihnen erfahren), dann sollte ich verstehen lernen, wie diese ticken und was ihre Motive sind. Die hebräische Sprache funktioniert anders als die griechische Sprache. Einzelne Worte beinhalten andere Sachverhalte. Oft werden fälschlicherweise griechische Vokabeln des griechischen Bibeltextes mit ihrem gesamten griechischen Werdegang identifiziert.

Das AT zu vermitteln gehörte nicht zum ursprünglichen Missionsauftrag Jesu. Für das Evangelium braucht man keine besonderen Sprachkenntnisse. Man sollte nur halbwegs die Muttersprache verstehen. Wer aber das AT und das biblisch/hebräische Denken verstehen will, der fordert sich selber heraus. Es ist aber weder geboten, noch verboten.

Gruß, Sven


#17

Sehr schön. Eine weitere Info für den freudigen Anfänger im Hebräischen. :slight_smile:


#18

Ein weiterer sehr bekannter Begriff ist Adam = אדמ.
Adam heißt Mensch und ist vom Erdboden, der Adamah = אדמה genommen.

א = a
ד = d
מ = m
ה = h

Adam = אדמ kann man auch adom = אדמ lesen, was rot sein bedeutet.
Dies leitet über zum Word Dam = דמ, was Blut heißt.

Der Erdboden = Adamah = אדמה kann auch als gleich sein = Edameh = אדמה oder Gleichnis = Adameh = אדמה gelesen werden.

Dies leitet über zum Wort damah = דמה, was gleich bedeutet oder demah = דמה zu sein wie bzw. sich gleichen. Dies führt zum Wort demuth = דמות was Ebenbild bedeutet.

ו = o/u/w
ת = t

Und her schließt sich der Kreis des Menschen als Gleichnis und Ebenbild Gottes.

Hallelujah!
HERR, wie wunderbar sind deine Worte. :slight_smile:


#19

Gott kleidet sich in Licht. Licht heißt Or = אור

א = a
ו = o/u/w
ר = r

Interessanter Weise kleidete Gott den Menschen nach dem Sündenfall ebenfalls in Or, doch er tauschte den ersten Buchstaben und machte aus dem Aleph א ein Aijn ע, so dass aus Or = אור / Or = עור wurde, was Haut bedeutet.

Der Mensch war nun nicht in Licht, sondern in Sterblichkeit, in Fleisch und Blut, sprich Haut gekleidet.

Kolosser 2
11 In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschieht, durch Ablegen des sterblichen Leibes, in der Beschneidung durch Christus.

Soweit ich es verstehe, ist Christus nun der Erste, der diesen sterblichen Leib Or = עור wieder ausgezogen bekommen hat. Er ist jetzt wieder in Or = אור gekleidet.

Hallelujah! :slight_smile:


#20

Jesus spricht in seinem Gleichnis über das Reich Gottes von einem Sauerteig, der das Ganze durchsäuert.
Sauerteig heißt Scheor = שאר und hat die gleiche Schreibweise wie Schear = שאר, der Überrest. Der Überrest könnte also auch als Sauerteig gelesen werden. Der heilige Überrest, den Gott zurückbehalten hat, um damit einen Neuanfang zu machen.

1 Mose 45, 7
Aber Gott hat mich vor euch hergesandt, um euch einen Überrest ( שארית ) zu sichern im Land, und
um euch am Leben zu erhalten zu einer großen Errettung.

Hallelujah! :slight_smile: