Schuld oder Verdienst | Trump rüttelt an der Macht(-struktur)


#1

Hallo Leute!

Früher dachte ich immer, es würde keinen Unterschied machen, ob nun Obama, Bush oder sonstwer im weißen Haus sitzt. Ich dachte, internationale Verträge seien nutzlos und Reformen grundsätzlich zum Scheitern verurteilt.

Das liegt mit Sicherheit an unserem Erfahrungshorizont, also unserer Wahrnehmung. Nehmen wir z.B. die Klimaziele als Beispiel. Was hat sich seit dem schon geändert? Für mich waren das immer hohle Phrasen die allenfalls unwirksame Gesetze nach sich zogen.

Aber stimmt das wirklich? Klimaziele sind (in erster Linie) keine Umweltziele, sondern ökonomisch-strukturelle Ziele

Christiana Figueres:
The Industrial Revolution was also a transformation, but it wasn’t a guided transformation from a centralized policy perspective. This is a centralized transformation that is taking place
(Übersetzung: Die industrielle Revolution war auch eine Transformation (Anm.: wie die derzeitige Transformation zu einer Kohlenstoff-armen, globalen Wirtschaft), aber es war aus einer zentral politischen Sicht keine geführte Transformation. Dies ist eine zentralisierte Transformation, die stattfindet […] )

Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass das Ausscheren der größten Volkswirtschaft der Erde (die USA) für die Protagonisten einer solchen Transformation ein Problem darstellt. Ebenso verhält es sich mit dem Brexit. Oder der NATO - um bei Trump zu bleiben.

Was meint ihr, wie könnte (ich vermeide bewusst das Wort “sollte”) man diese Entwicklung als Christ beurteilen?
Interessant finde ich die Tatsache, dass (anders als bei anderen Politikern) in Trump niemand den Antichristen zu vermuten scheint.

MfG


#2

Hi stereotyp,
man wird abwarten müssen. Nach Ende seiner Amtszeit wird man mehr sagen können. Du hast jedenfalls recht, seit Trump scheint in der westlichen Welt einiges in Bewegung. Die Medien und die Politik, alle schimpfen über den Präsidenten der Besatzungsmacht. Hat es so auch noch nicht gegeben. Ist aber hilfreich. So wirft man Trump vor, er würde uns mit den Sanktionen gegen Russland erpressen. Obama hätte man das nie zu sagen gewagt, der uns ja bereits seit 2014 die Sanktionen aufzwingt.

Obama mit seinen 7 Kriegen, der Friedhofsnobelpreisträger. Das man Obama zum Kirchentag einlud war auch so ein Armutszeugnis. Warum gerade diesen Kriegsverbrecher? Und dann philosophierte er dort noch mit Frau Merkel über die Ursachen der Flüchtlingsströme. Es ist manchmal so traurig.


#3

Ja, das ist wirklich ein interessanter Punkt. Es scheint keine objektiven Kriterien zu geben, nach denen der Präsident (in den Medien) beurteilt wird.

Und ja, um Trump dahingehend zu beurteilen, wird man wohl noch abwarten müssen…

MfG


#4

Die Medien sind in „linker Hand“ - wie hier in Germany. Die Medien sind den Demokraten freundlicher gesinnt. Wann war das je anders?

Und Fakt ist auch: Trumps Nähe zu dem elitären Geheimbund „Skull & Bones“ erinnert doch stark an die Verbindungen zur damaligen Bush-Administration.

Ich gehöre nicht zu denen, die meinen, dass Trump so etwas wie ein „freier Dirigent“ sei, der einfach mal so ein bisschen das Land aufmischt und nach Belieben schalten und walten könne.

Trump, so meine Überzeugung, wurde von den Mächtigen dieser Welt des sogenannten „Deep States“ in dieses Amt befördert - und verfolgt deren Agenda (wie immer diese auch aussehen mag).

In Trump (als Christ) einen Antichristen zu sehen, wäre mir persönlich zu einfach, zu offensichtlich, zu unwahrscheinlich. Glaube außerdem nicht daran, dass der Antichrist ein amerikanischer Präsident sein wird.


#5

Wenn dem so wäre - und eigentlich Teile ich die Ansicht, dass der Ausgang von Wahlen nicht zufällig ist - dann hätte man dort ein bühnenreifes Theater inszeniert.
Es würde auch bedeuten, dass die Spaltung der Gesellschaft einen Zweck haben muss.
Naja, vielleicht hat man damit auch einfach das offizielle Motto der USA beherzigt.

MfG


#6

So könnte es sein, ja.
Natürlich ist es für die meisten Menschen nicht ersichtlich, da sie davon ausgehen, dass es so etwas wie eine “Verschwörung” nicht geben kann und das Präsidenten mehr oder weniger zufällig und ausschließlich durch freie Wahlen ins Amt gelangen.


#7

Wenn eine Verschwörung existiert, dann müsste es so sein. Dann müsste Trump einem (höheren, bzw. tieferen) Zweck dienen. Sonst gäbe es ja keine Verschwörung.
Was eigenartig ist, denn eigentlich war die Welt doch auf dem Weg in eine neue, bessere Ordnung (die ja mit der Verschwörung assoziiert wird).

Wäre Trump nicht gewählt worden, hätte Amerika (ebenso wie Europa) viele weitere Immigranten aufgenommen. Es gäbe dann keine Alternative mehr zur “Toleranz”, wie sie die Progressiven/Linken verstehen. Dazu gehören neue Sprachregelungen (wie jüngst in Hannover), Hate-Speech-Gesetze usw.
Trump scheint nicht in dieses Konzept zu passen.

Und ist Trump ja nicht Ursache, sondern Symptom eines breiten Widerstandes gegen diese progressiven Ideen. Selbst Europa kämpft zur Zeit gegen stark wachsende, reaktionäre (konservative) Kräfte.

Kennst du die Q-Bewegung? Eine Verschwörungstheorie, die auf anonyme Posts (ursprünglich auf 4chan) zurückgeht, und fast schon kult-ähnliche Züge annimmt. Dabei soll es sich um einen Insider (manche Spekulieren auch über eine künstliche Intelligenz - aufgrund seiner kryptischen Botschaften) handeln, der mit Trump gegen den “Deep-State” kämpft. Er selbst spricht häufig von “dem großen Erwachen” (the great awakening - “You are now Mainstream”). Ich meine sogar bei den gelben Westen in Aachen neulich ein Q-Plakat gesehen zu haben (eigentlich stand dort “ThanQ”).

Aber davon ganz unabhängig, vor allem im englischen Sprachraum wird immer häufiger von einem kulturellen Krieg gesprochen.
Auch ohne Verschwörungstheorien kommt man nicht umhin einzugestehen, dass die Vorstellungen von Nationen und Völkern (also selbstständige und unabhängige Gruppen) allmählich aufgegeben werden. Das mag vor dem Hintergrund der Globalisierung ganz pragmatische (mithin ökonomische) Gründe haben. Wirkt sich aber früher oder später unvermeidlich auf die Gesellschaft aus.
Wobei es ziemlich interessant sein dürfte, dass gerade die Vereinigten Staaten von Amerika, die ja schon immer multi-ethnisch waren, immer christlich geblieben sind. Aber das scheint aus unerfindlichen Gründen noch immer unbefriedigend zu sein…

MfG