Tages-Kalender mit Bibelsprüchen


#202

www.gute-saat.de Agrippa aber sprach zu Paulus: In kurzem überredest du mich, ein Christ zu werden. Paulus aber sprach: Ich möchte wohl zu Gott beten, dass über kurz oder lang nicht allein du, sondern auch alle, die mich heute hören, solche würden, wie auch ich einer bin, ausgenommen diese Fesseln.
Apostelgeschichte 26,28.29

Gefangen - aber glücklicher als ein König

Der Apostel Paulus war kaum zu beneiden! Obwohl er sein Volk sehr liebte, hätte die Volksmenge in Jerusalem ihn beinahe getötet. Er war durch die römische Ordnungsmacht befreit worden, wurde dann von einem Gerichtshof zum anderen geschleppt und blieb schließlich ein Gefangener.

Nun wurde der Apostel durch den römischen Statthalter und die Vornehmen der Stadt dem König Agrippa vorgeführt. Die hohe Stellung seiner Zuhörer beeindruckte Paulus überhaupt nicht; er fand klare Worte zu seiner Verteidigung und beendete seine Rede schließlich, indem er das Evangelium verkündigte. Dabei wagte er sogar, dem König ins Gewissen zu reden. Agrippa schien nicht völlig unberührt zu bleiben, aber er war auch nicht bereit, den entscheidenden Schritt zu Christus zu tun. Trotz seiner königlichen Stellung glich er einem Gefangenen. Der wirklich freie Mann in diesem Gerichtssaal war der Apostel Paulus: Er war befreit von seinen Sünden, befreit von der Gier nach Ruhm und Ehre und befreit von Menschenfurcht.

Sein Glück bestand darin, für seinen auferstandenen Herrn zu leben, der ihm beistand und ihn stärkte. Paulus wusste, dass er für eine gerechte Sache leiden musste. Sein Gewissen war in Frieden und sein Herz voller Hoffnung. Er war gefesselt wie ein Übeltäter, und doch konnte er aufrichtig allen wünschen, dass jeder seiner Hörer das würde, was er selbst schon war: ein Christ, und zwar ein so glücklicher Christ wie er - viel glücklicher als der König. Dieses Glück hätte er gern mit allen geteilt. Darum verkündigte er das Evangelium.


#203

www.gute-saat.de Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden.
Apostelgeschichte 16,31

Wenn man das heute jemand sagt, hört man oft den Einwand: „Glauben heißt nicht wissen.“ Oder auch: „Glauben kannst du in der Kirche“, und man ergänzt unausgesprochen: „… aber im wirklichen Leben ist Wissen gefragt.“ Doch ist der Glaube, den die Bibel meint, so unsicher, so diffus?

In Nigeria sollte die Bibel in die Eingeborenensprache Ebira übersetzt werden. Dabei stellte das Wort „glauben“ die Übersetzer vor große Schwierigkeiten. Zunächst übersetzten sie es mit „zustimmend hören“. Doch als sie nachfragten, erkannten sie, dass diese Formulierung zu schwammig, zu wenig aussagekräftig war. So suchten sie weiter.

Dabei erfuhren sie Folgendes: Wenn ein Eingeborener einem Boten einen Geldbetrag gibt, der ihn an eine dritte Person weitergeben soll, das heißt, wenn man diesem Boten also vertraut, dann sagt man: „Du nimmst deine Leber und legst sie auf diese Person.“ Die Übersetzer wussten, dass in der Ebira-Sprache die Leber für die Persönlichkeit stand. Man sagte dort: „Meine Leber ist kaputt“, und meinte damit: „Ich bin traurig“; und wenn man sagte: „Meine Leber ist süß“, dann bedeutete das: „Ich freue mich.“ - Auch in unserem Sprachgebrauch wird die Leber manchmal als der Sitz der Empfindungen gesehen: Wenn wir „uns etwas von der Leber reden“, dann meinen wir damit, dass wir offen über das reden, was uns belastet, und uns so davon befreien.

„Glauben“ heißt also in der Ebira-Sprache: Du legst das, was dich ausmacht, auf eine andere Person. Ein starker Ausdruck dafür, dass du ihm bis zum Letzten vertraust.

Biblischer Glaube ist nicht seicht oder unbeständig, sondern tief und fest. „Glaube an den Herrn Jesus“ heißt also, Ihm mit jeder Faser des Herzens und mit der ganzen Überzeugung der Person zu vertrauen.


#204

Die Bekehrung ist erst der Anfang, das Ziel erreichen wwww.gute-saat.de Es war aber ein Gewisser krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Martha. (Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl salbte und seine Füße mit ihren Haaren abtrocknete; deren Bruder Lazarus war krank.) Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank.
Johannes 11,1–3

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Die Eingangsverse dieses Kapitels lassen erkennen, dass das Johannes-Evangelium geschrieben wurde, als die anderen Evangelien bereits bekannt waren. Der Schreiber setzt voraus, dass die Leser die beiden Frauen Maria und Martha besser kennen als das Dorf Bethanien, denn es wird das Dorf der Maria und Martha genannt. Außerdem wird von Maria gesagt, dass sie es war, die den Herrn salbte, obwohl Johannes uns diese Begebenheit erst im nächsten Kapitel berichtet. Die Geschichte war offensichtlich weithin bekannt.

Diese drei Geschwister Martha, Maria und Lazarus wohnten in einem Haus. In dieses Haus hatten sie auch den Herrn schon eingeladen, wobei Martha die Gastgeberin war (Lukas 10,38–42). Es war ein Haus, das durch Gottesfurcht geprägt war, wo Jesus geehrt wurde und wo man seine Liebe erfuhr. Doch jetzt bleibt das Haus nicht von Krankheit verschont. Lazarus wird todkrank.

Was sollen die Schwestern nun tun? Sollen sie den Herrn bitten zu kommen, damit Er Lazarus heile? Es wäre gewiss das Nächstliegende. Sie wissen ja, dass der Herr bereits viele andere geheilt hat. Doch sie bitten den Herrn nicht, zu kommen. Sie vertrauen einfach auf seine Liebe und breiten ihren Kummer vor Ihm aus. Sie berufen sich nicht auf ihre eigene Liebe zum Herrn, sondern einzig und allein auf seine Liebe zu Lazarus. Ihr Vertrauen in den Herrn und seine Liebe schenkt ihnen die Gewissheit, dass sie Ihm alles überlassen können; Er würde das Richtige tun. ir in der Lehre von Jesus Christus bleiben.


#205

www.gute-saat.de Das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.
Johannes 1,17

Das Gesetz, das Gott seinem Volk Israel in der Wüste gab, war „heilig und gerecht und gut“ (Römer 7,12). Es zeigt uns - besonders in den Zehn Geboten - die gerechten Ansprüche Gottes an den Menschen und an seine Lebensführung. Doch abgesehen von Jesus Christus ist es keinem gelungen, die heiligen Ansprüche Gottes zu erfüllen. Das Gesetz zeigt uns unsere Fehler. Es deckt unsere Sünden auf, gibt uns aber keine Kraft, unser Leben zu ändern, keine Kraft, das Gute zu tun. Das Gesetz stellt die Diagnose, aber es hat keine Medizin dagegen, sondern fällt das Urteil: Tod und Verdammnis.

Durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, „ist die Gnade und die Wahrheit geworden“. Er hat die Fülle der Gnade Gottes zu sündigen Menschen gebracht - und das keineswegs auf Kosten der Wahrheit. Weil Gott heilig ist und Sünde bestrafen muss, ist Jesus am Kreuz für Sünder gestorben und hat die gerechte Strafe auf sich genommen.

Wenn wir das Alte Testament lesen, finden wir viele Gläubige, die sich auf die Gnade Gottes stützten, weil sie erkannten, dass sie schuldig waren. Ihr Glaube wurde von Gott anerkannt und belohnt. Doch inzwischen ist der Erlöser auf die Erde gekommen, und wir dürfen Ihn kennen als Den, der voller Gnade ist. Auch Er stellt wie ein Arzt die Krankheit ans Licht, aber nicht um uns zu richten, sondern um uns zu retten. Das Heilmittel ist der Glaube an Ihn und seinen Sühnetod.

Auch bei mir und dir will Gott erreichen, dass wir durch seine Wahrheit unsere völlige Hilflosigkeit erkennen und uns ganz auf seine Gnade stützen.

„Durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es: nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“ Epheser 2,8


#206

www.gute-saat.de Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und seine Seele einbüßt?
Markus 8,36

Ein gewöhnlicher nigerianischer Polizist (1)

1978 bin ich in das Korps der nigerianischen Polizei eingetreten. Wie jeder Polizist in Nigeria genoss ich als Hüter des Gesetzes eine gewisse Macht und hatte meinen Landsleuten einige Privilegien voraus. So oder ähnlich fassten die meisten von uns ihren Beruf auf.

Im April 1983 ereignete sich zwischen der Hauptstadt Lagos und Ibadan ein tödlicher Verkehrsunfall. Zwei Menschen kamen ums Leben, und drei weitere wurden schwer verletzt. Mit einem Kollegen musste ich den Unfallhergang abklären. Ich beauftragte ihn, die Verletzten ins nächstliegende Krankenhaus zu bringen.

Meine Aufgabe war es, nach Gegenständen zu suchen, die zur Identifizierung der Betroffenen führen könnten. So durchsuchte ich das erste Auto. Dabei machten mich zwei Gegenstände neugierig: eine Aktentasche mit Bargeld im Wert von (umgerechnet) mehr als 1000 Euro und eine neue Bibel, in der kein Name stand. Da ich allein war, ließ ich Geld und Bibel verschwinden. So etwas gehörte zu den „Leckerbissen“ eines gewöhnlichen nigerianischen Polizisten.

In weniger als drei Monaten hatte ich das Geld ausgegeben, die Bibel aber lag weiterhin bei mir zu Hause unbeachtet auf einem Tisch. Monate später hatte ich die Angelegenheit „vergessen“ - wie jeder gewöhnliche Polizist -, bis mich eines Tages ein befreundeter Kollege besuchte. Er sah die Bibel und blätterte darin. Zufällig stieß er auf den Abschnitt mit unserem Tagesvers: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und seine Seele einbüßt?“

Da erinnerte ich mich daran, wie dieses Buch in meine Hände geraten war. Aber ich versuchte, die Sache zu verdrängen, und eine Woche später hatte ich Urlaub.


#207

www.gute-saat.de Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und seine Seele einbüßt?
Markus 8,36
Ein gewöhnlicher nigerianischer Polizist (2)
Als ich im Urlaub eines Morgens das Radio andrehte, wurde gerade eine Predigt übertragen. Aus Tausenden von Bibelversen hatte der Prediger ausgerechnet Markus 8,36 ausgewählt! Verärgert schaltete ich ab. Aber ich konnte das Bibelwort nicht aus meinen Gedanken verbannen. Und schließlich verbrachte ich in diesem Urlaub sogar viele Tage damit, die Bibel zu lesen.
Ein Freund bemerkte mein neues Interesse und riet mir, zuerst das Johannes-Evangelium und dann den Römer-Brief zu lesen. Das tat ich denn auch. Dabei kam es mir vor, als sei die Bibel nur für mich geschrieben worden.
Als ich eines Morgens das dritte Kapitel im Johannes-Evangelium las, konnte ich nicht anders, als Gott meine Sünden zu bekennen und Ihn um Vergebung zu bitten.
Plötzlich begann ich das Leben mit anderen Augen zu sehen. Ich lernte, dass die Seele eines Menschen viel wichtiger war als alles Geld der Welt.
Mein Urlaub ging zu Ende, und ich kehrte an die Arbeit zurück. Zunächst stand ich unter dem Eindruck, ich müsse meinen Dienst aufgeben: Ein Leben nach der Bibel schien mir mit dem Beruf eines nigerianischen Polizisten unvereinbar zu sein! Doch Gott führte mich zu einem Nachbarn, der nicht nur Zollbeamter, sondern auch Christ war. Der zeigte mir, dass es sogar in meinem Beruf möglich war, Jesus Christus als Herrn nachzufolgen. Und das wollte ich tun!
In der Folge brachte mir das zwar Probleme und Spott ein. Ich stieß auf Unverständnis und wurde diskriminiert. Aber diese Schmach wollte ich gerne auf mich nehmen; sie gehört zu einem Leben mit Christus dazu. Als gläubiger Polizist kann ich nicht länger ein „gewöhnlicher“ Polizist sein.


#208

www.gute-saat.de Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht.
Matthäus 25,12

Jemand hat seine religiösen Zeitgenossen einmal wie folgt beschrieben:

„Ich hätte gern für 3 Dollar Gott! Bitte nicht so viel, dass es meine Seele angreift oder meinen Schlaf stört, aber gerade so viel, wie es einer Tasse warmer Milch oder ­einem Nickerchen in der Sonne gleichkommt. Ich möchte Begeisterung, nicht Änderung. Ich möchte die Wärme des Mutterleibes, nicht die Wiedergeburt. Ich möchte 1 Pfund Ewigkeit in einer Papiertüte. Ich hätte gern für 3 Dollar Gott, bitte!“
Haben Sie diesen „Beter“ wiedererkannt? In Ihrem Nachbarn oder Ihrem Arbeitskollegen - oder gar in sich selbst?

Sicher ist: Diesen Gott, von dem der Mann hier gesprochen hat, den gibt es gar nicht!

Entweder man erkennt den lebendigen Gott so an, wie Er ist - groß, heilig, gerecht und voller Liebe -, oder man lässt Ihn.

„Ach, dass du kalt oder warm wärest!“, ließ Jesus Christus an Menschen schreiben, die sich nur äußerlich zum Christentum bekannten. „So, weil du lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund“ (Offenbarung 3,15.16). Mit solchen Menschen will Christus nichts zu tun haben, und Gott auch nicht! Im Gericht wird der Herr ihnen mit aller Deutlichkeit erklären: „Ich kenne euch nicht!“

Warum haben so viele Angst, dass der lebendige Gott ihr Leben umkrempeln könnte? Fürchten sie die Unruhe, die das mit sich bringt? - Bedenken Sie bitte: Gerade die Veränderung, die Gott bewirkt, bringt Ihnen endlich die Ruhe, nach der Sie sich sehnen. Denn Jesus Christus hat versprochen, dass Er allen, die zu Ihm kommen, Ruhe geben wird (Matthäus 11,28.29).


#209

www.gute-saat.de Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.
Viel mehr nun, da wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn gerettet werden vom Zorn.
Römer 5,1.9

Als ein Missionar einmal eine sterbende Frau fragte, ob sie denn keine Angst habe, vor Gott zu erscheinen, gab sie zur Antwort: „Nein, denn ich bin gerechtfertigt.“

„Wie meinen Sie das?“

Erstaunt antwortete sie: „Das wissen Sie doch gut. Wenn ich vor Gott stehen werde, ist Jesus Christus dort. Ich stehe hinter Ihm, so dass Gott nur Christus sieht und nicht mich. Und wenn Gott etwas fragt, werde ich schweigen, denn Christus wird für mich antworten.“

Wie klar ist diese Vorstellung! Jesus Christus hat durch sein Blut die Sünden der Gläubigen gesühnt. Gott sieht die Sünden nicht mehr. Er sieht alle, die Christus angenommen haben, in seinem Sohn. Daher braucht niemand, der durch den Glauben an Christus Frieden gefunden hat, um sein ewiges Heil zu fürchten. - Christus und sein Sühnetod ist die Antwort auf alle Fragen.

Treffend sagt daher ein Liederdichter aus dem 19. Jahrhundert:

Ew’ge Gerechtigkeit,
Du bist mein Ehrenkleid
vor meinem Gott.
In deinem Blut allein
bin ich von Sünden rein,
heilig, vollkomm’n, gerecht,
der Welt zwar Spott.


#210

www.gute-saat.de Als aber Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tod, sondern um der Herrlichkeit Gottes willen, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werde. Jesus aber liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus. Als er nun hörte, dass er krank sei, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er war.
Johannes 11,4–6

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Die beiden Schwestern Martha und Maria hatten sich in der Not um ihren Bruder Lazarus an Jesus gewandt. Respekt- und zugleich vertrauensvoll hatten sie Ihm sagen lassen: „Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank.“

Solch ein Vertrauen erfreut den Herrn. Doch seine Antwort und sein Verhalten sind auf den ersten Blick rätselhaft. „Diese Krankheit ist nicht zum Tod.“ - Aber war Lazarus nicht kurz darauf gestorben? Richtig, aber der Tod war nicht die Endstation. An Lazarus sollte die Herrlichkeit Gottes in der Person Jesu offenbar werden. Seine Ehre, seine Macht und seine Liebe sollten den Menschen noch einmal eindrücklich gezeigt werden.

In Notsituationen stellt der Herr auch uns oft auf die Probe. Unser Gebet wird vielleicht nicht auf genau die Weise erhört, wie wir uns das gewünscht haben. Manchmal lässt Er uns warten, und manchmal scheint alles verloren. Doch der Sohn Gottes hat höhere Gedanken als wir: Er weiß, was für Ihn und für uns am besten ist.

Vergessen wir nicht, dass Er die Seinen liebt! Das war auch in Bethanien so. Tatsächlich, Jesus liebte jeden Einzelnen der drei Geschwister. Und Martha, die dem Herrn bei einem Besuch Anlass zum Tadeln gegeben hatte, steht sogar auf dem ersten Platz in der Aufzählung, den wir vermutlich für Maria reserviert hätten (Lukas 10,41).

Wir lernen: Die Liebe Jesu wird nicht durch die Wechselhaftigkeit eines Gläubigen beeinträchtigt. Der Herr liebt uns trotz all unserer Eigenarten, weil Er selbst Liebe ist (1. Johannes 4,7.8).


#211

www.gute-saat.de Als der König David nach Bachurim kam, siehe, da kam von dort ein Mann … heraus, sein Name war Simei, der Sohn Geras. Er kam unter Fluchen heraus und warf mit Steinen nach David und nach allen Knechten des Königs David.
2. Samuel 16,5.6

Lassen Sie uns heute über Gottes Gerechtigkeit sprechen. Die meisten Menschen glauben zwar nicht (mehr) daran, denn unsere Welt ist von Unrecht erfüllt - und Gott reagiert nicht. Die Bibel erklärt dazu: noch nicht!

Ein Ereignis aus der Geschichte Davids, des Königs über das alte Israel, macht uns das klar. Simei war ein Israelit aus dem Stamm Benjamin. Er hatte den König schwer beleidigt und sich gegen seine Autorität aufgelehnt. Weil David aber selbst die Gnade und Vergebung Gottes erfahren hatte, wollte er sich nicht an Simei rächen.

Als später Salomo seinem Vater David auf den Thron folgte, war Simeis Vergehen noch immer nicht geahndet. Simei hatte sich zwar äußerlich dem König unterworfen, aber seine rebellische Haltung hatte sich nicht geändert.

König Salomo ist für seine Weisheit bekannt. In diesem Fall setzt er Simeis Strafe zur Bewährung aus: Er legt das Schicksal Simeis in dessen eigene Hand.

So macht es übrigens auch Gott heute noch mit jedem von uns: Er macht unsere Zukunft von unserer Entscheidung für oder gegen Jesus Christus abhängig. - Für Simei lautete die Auflage, die Stadtgrenzen nicht zu überschreiten, andernfalls drohte ihm die Todesstrafe. Doch es kam, wie es kommen musste: Wegen einer Geringfügigkeit missachtete Simei die Bedingung; und die Gerechtigkeit nahm ihren Lauf.

Und heute? Alle Menschen sind vor Gott schuldig, und sei es dadurch, dass sie Ihn ignoriert oder verachtet haben. Aber Gott ist langmütig; Er will nicht, dass Menschen für ewig verloren gehen. Es liegt in der Entscheidung jedes Einzelnen, Gottes Gnadenangebot in Jesus Christus im Glauben anzunehmen.


#212

www.gute-saat.de Man schrieb das Jahr 1945, und es herrschte noch Krieg. Ich war 14 Jahre alt, und unsere Schule war von Berlin nach Österreich evakuiert worden. Dann war alles vorbei - und 90 Jungen mussten allein zurechtkommen.

Mit drei Freunden sollte ich bei den Bauern etwas Essbares auftreiben. Geld hatten wir, aber keiner wollte uns etwas verkaufen. Wir waren hungrig, enttäuscht, voller Angst und wussten nicht weiter.

Früher, zu Hause, hatte ich geglaubt und gebetet. Doch im Krieg hatte ich alles über Bord geworfen. Doch jetzt erinnerte ich mich wieder an Gott. Leise hörte ich mich sagen: Wir sollten für unsere Suche beten. So stellten wir uns zusammen, und ich betete: Lieber Herr Jesus, du weißt, wie hungrig wir sind. Bitte berühre das Herz des nächsten Bauern, dass er uns etwas zu essen gibt!

Als wir bei dem Bauer ankamen, fragte er uns: Was habt ihr gemacht, als ihr dort zusammen­standet? Wir sagten ihm, dass wir gebetet hätten. Er lachte uns nicht aus, sondern füllte Mehl, Zucker und Hafer in kleine Säcke. Dann sagte er: Ich hätte 30 Mark von euch verlangt. Aber ihr habt sicher um ein Wunder gebetet. Ich lasse es euch für 15 Mark. Auch der nächste Bauer war bereit, uns Korn und Kartoffeln zu verkaufen. Wir staunten nur! Ab dann nannte man uns „das himmlische Nahrungs-Suchkommando“. Damals habe ich wieder gelernt, zu beten und meinem himmlischen Vater zu vertrauen.

Vielleicht haben Sie früher auch einmal an Jesus Christus geglaubt. Sie haben gebetet und sich zu Ihm bekannt. Doch dann wurde Ihr Leben durch Not oder eigene Schuld erschüttert, und Sie warfen Ihren Glauben über Bord. - Der Herr Jesus wartet auf Sie! Gerade jetzt sucht Er Sie, um Sie nach Hause zu bringen und für immer glücklich zu machen! (Lukas 15,3–7).


#213

Lass dich von Gott ansprechen, wenn er möchte, dass du auch dabei bist.
https://www.msd-online.ch/aktuell-move19/


#214

www.gute-saat.de Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach trittst; sondern sprich nur ein Wort, und mein Knecht wird geheilt werden.
Matthäus 8,8

Sogar der Herr Jesus Christus verwunderte sich über die Worte und den Glauben dieses römischen Hauptmanns - ein Grund für uns, einmal etwas näher hinzuschauen. Der Offizier hatte den Herrn gebeten, seinen kranken Knecht zu heilen. Dieses Mitgefühl mit einem leidenden Knecht ist schon bemerkenswert genug. Aber das ist noch nicht alles: Dieser Hauptmann glaubte ohne Weiteres, dass Jesus Christus heilen könne, und das sogar aus der Entfernung!

So etwas war selbst für gläubige Juden unerhört. Wohl kaum einer von ihnen traute das diesem Lehrer Jesus von Nazareth zu. Der römische Offizier aber drückte sein uneingeschränktes Vertrauen zu Ihm aus.

Und dann fügte der Hauptmann noch hinzu: „Denn auch ich bin ein Mensch unter Befehlsgewalt und habe Soldaten unter mir; und ich sage zu diesem: Geh!, und er geht; und zu einem anderen: Komm!, und er kommt; und zu meinem Knecht: Tu dies!, und er tut es.“ Er sagte damit gleichsam: Du brauchst nur zu befehlen, Herr! Denn so, wie meine Untergebenen mir folgen müssen, so hast Du erst recht Autorität und Macht über alles! - Der Hauptmann war von der Vollmacht des Herrn so sehr überzeugt, dass Jesus den Glauben dieses Mannes öffentlich herausstellte.

Es bleibt noch zu erwähnen, dass der Knecht genau in derselben Stunde gesund wurde, als dieses Gespräch stattfand.

Ist das nicht eine gute Predigt, die uns dieser Hauptmann hält? Noch immer können die Menschen unserer Zeit sein eindrucksvolles Zeugnis über Jesus Christus hören oder lesen - und seinen Glauben nachahmen.


#215

http://www.Gottsegnedich.ch


#216

www.Gute-Saat.de Es sagt aber Judas …: Warum ist dieses Salb­öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Armen gegeben worden? Er sagte dies aber nicht, weil er für die Armen besorgt war, sondern weil er ein Dieb war und die Kasse hatte und trug [oder: wegnahm], was eingelegt wurde.
Johannes 12,4–6

Judas, einer der Zwölf (2)

Die Jünger ziehen mit dem Herrn Jesus durchs Land. Judas ist dabei - unauffällig. Doch in der Woche der Kreuzigung ist er plötzlich keine Randfigur mehr.

Zunächst sind Jesus und seine Jünger in Bethanien zu einem Abendessen eingeladen. Da nimmt „Maria ein Pfund Salböl von echter, sehr kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete seine Füße mit ihren Haaren. Das Haus aber wurde von dem Geruch des Salböls erfüllt“ (V. 3).

Judas sieht das Öl - und fängt an zu rechnen. Er schätzt es auf 300 Denare, den Jahreslohn eines Tagelöhners. Ein hoher Betrag für Judas, der sicherlich oft von der Hand in den Mund lebt. Doch Judas rechnet noch aus einem anderen Grund: Er ist nicht nur Schatzmeister der Jünger - sondern auch ein Dieb, der „wegnahm, was eingelegt wurde“. Von den anderen Jüngern hatte das niemand bemerkt. Jesus wusste es - und ertrug es mit großer Geduld und Langmut.

Judas kritisiert Maria für die „Vergeudung“ und hat sogar noch ein frommes Argument zur Hand: die Armen. Doch wie kurz vorher der Duft des Öls durch die Räume zog, so macht sich jetzt ein Duft von Scheinheiligkeit, Besserwisserei, Kälte und Härte breit. Doch Jesus hält schützend seine Hand über Maria. Und in der ganzen Welt sollte man sich daran erinnern, auf welche Weise Maria den Sohn Gottes geehrt und erfreut hat (Matthäus 26,8.13).

Habe vielleicht auch ich schon einmal - wie Ju­das - vermeintlich Schwächere kritisiert und bloß­gestellt? Und habe ich andererseits nicht auch schon - wie Maria - erfahren, dass jemand schützend seine Hände über mich gehalten hat?


#217

www.gute-saat.de Dann ging einer der Zwölf, der Judas Iskariot hieß, zu den Hohenpriestern und sprach: Was wollt ihr mir geben, und ich werde Jesus euch überliefern? Sie aber setzten ihm dreißig Silberstücke fest. Und von da an suchte er eine Gelegenheit, ihn zu überliefern.
Matthäus 26,14–16

Judas, einer der Zwölf (3)

Judas hat sich über die Vergeudung des Salb­öls geärgert. Nun geht er hin und macht gemeinsame Sache mit den Feinden.

Diese haben kurz vorher den Plan gefasst, Jesus Christus zu beseitigen! Sie beschließen: „Nicht an dem Fest, damit kein Aufruhr unter dem Volk entsteht.“ Damit ist das Passahfest gemeint, das in zwei Tagen stattfinden würde. Doch Jesus hat kurz vorher angekündigt, dass Er dann überliefert und gekreuzigt würde. Als Judas nun den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes die Frage stellt: „Was wollt ihr mir geben, und ich werde ihn euch überliefern?“, da werfen sie, von Mordgier getrieben, ihre Vorsichtsmaßnahmen, Jesus nicht am Passah zu beseitigen, über den Haufen (V. 2.5).

„Was wollt ihr mir geben?“ - Seltsame Verhandlung! Erneut zeigt sich, wie gering Judas seinen Meister einschätzt: 30 Silberstücke findet er angemessen! Mit ebenfalls 30 Sekel Silber wurde früher der Besitzer eines getöteten Sklaven entschädigt. Mehr war Judas die Person von Jesus Christus nicht wert! (2. Mose 21,32).

Judas war geldgierig. Er wollte gewinnen - aber es ging auf Kosten seiner Seele! Ja, „die Geldliebe ist eine Wurzel alles Bösen“! Sie war sein Hindernis, Jesus Christus als Herrn anzunehmen, und sie war der Grund für seinen Verrat. - Doch über wie viel Geldliebe wird auch heute in den Gerichtssälen prozessiert! Sie entzweit Ehepartner, bringt Erben gegeneinander auf, treibt Unternehmen in den Konkurs! Ist sie vielleicht auch mein Problem? (Matthäus 16,26; 1. Timotheus 6,10).


#218

www.gute-saat.de Als Jesus dies gesagt hatte, wurde er im Geist erschüttert und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich überliefern. Da blickten die Jünger einander an, in Verlegenheit darüber, von wem er rede. … Als er nun den Bissen eingetaucht hatte, gibt er ihn Judas … Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er sogleich hinaus. Es war aber Nacht.
Johannes 13,21–30

Judas, einer der Zwölf (4)

Nur kurze Zeit später sitzt der Herr Jesus mit seinen Jüngern zusammen beim Passahmahl. Judas ist auch dabei.

Da wird Jesus „im Geist erschüttert“, denn mit Macht steht Ihm der Verrat von Judas vor Augen. Er sagt: „Einer von euch wird mich überliefern.“ Kein Feind, kein Unbekannter, nein, „einer von euch“, „mein Freund“, „mein Vertrauter“! (Psalm 55,14). ­Jeder der Jünger stellt sich selbst infrage - keiner verdächtigt Judas! Wie perfekt hat er seine Mitjünger getäuscht!

Jesus nimmt einen Bissen, taucht ihn ein und reicht ihn Judas. Eine besondere Geste der Liebe! Ob sie sein Herz und Gewissen noch umstimmen kann? Doch Judas weist die Freundlichkeit kalt zurück. Später sagt Jesus über das Volk: „Wenn ich nicht die Werke unter ihnen getan hätte, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie gesehen und doch gehasst sowohl mich als auch meinen Vater.“ Wie gilt das besonders für Judas! Nichts macht ein Herz härter, als äußerlich nah zu sein - und innerlich unberührt zu bleiben! (Kap. 15,24).

Dann nimmt Satan Besitz von ihm, und Judas geht hinaus in die Nacht, um seinen Verrat voranzutreiben. Drinnen aber sagt der Herr zu den anderen Jüngern: „Euer Herz werde nicht bestürzt“ (Kap. 14,1).

Ist der Herr Jesus nicht auch mir mit viel Liebe begegnet? Ist Er nicht auch mir immer wieder nachgegangen? Doch wie oft habe auch ich seine Liebe nicht erwidert, ja vielleicht mit Füßen getreten!


#219

www.gute-saat.de Während Jesus noch redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Volksmenge mit Schwertern und Stöcken … Der ihn aber überlieferte, hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Wen irgend ich küssen werde, der ist es; ihn greift. Und sogleich trat er zu Jesus … und küsste ihn sehr.
Matthäus 26,47–49

Judas, einer der Zwölf (5)

Während Judas seine Verbündeten sammelt, verlässt der Herr mit seinen Jüngern Jerusalem, geht über den Bach Kidron und hinein in den Garten Gethsemane.

Dort betet Jesus zu Gott, seinem Vater. Flehend und intensiv. Unendlich tiefe Leiden am Kreuz stehen Ihm bevor, doch Jesus unterwirft sich völlig dem Willen Gottes, um den Heilsplan Gottes auszuführen. „Nicht wie ich will, sondern wie du willst“! Die Jünger sind unterdessen „eingeschlafen vor Traurigkeit“. Der Herr weckt sie, und da kommt auch schon Judas mit einer großen Volksmenge mit Schwertern und Stöcken, mit Leuchten und Fackeln. Eine gespenstische Szene! (V. 39; Lukas 22,45; Johannes 18,3).

Judas tritt auf Jesus zu - und küsst Ihn. Ein Kuss als Zeichen des Verrats! Wie niederträchtig, wie gemein! Judas missbraucht die Geste der Liebe und des Vertrauens für seine hinterhältige Freundlichkeit, für seinen Verrat! So wird er denen, die Jesus ergreifen, zum Wegweiser. Damit erfüllt sich auch die Prophezeiung aus den Psalmen: „Sogar der Mann meines Friedens, auf den ich vertraute, der mein Brot aß, hat die Ferse gegen mich erhoben.“ Dann ist alles vorbei: Die Menschen greifen Jesus - und die Jünger fliehen (Apostelgeschichte 1,16; Psalm 41,10).

Warum hat der Herr seine Macht und sein Wissen nicht benutzt, um die Feinde zu vertreiben und sich selbst zu retten? Er konnte es doch! Ja - aber Er wollte es nicht! Er war bereit, zu leiden und zu sterben, um andere vom ewigen Verderben zu retten. Er hat es aus Liebe getan: aus Liebe zu mir - und aus Liebe zu Ihnen!


#220

www.gute-saat.de Als nun Judas, der ihn überliefert hatte, sah, dass er verurteilt wurde, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberstücke den Hohenpriestern und Ältesten zurück und sagte: Ich habe gesündigt, indem ich schuldloses Blut überliefert habe. Sie aber sagten: Was geht das uns an? Sieh du zu. Und er warf die Silberstücke in den Tempel und machte sich davon und ging hin und erhängte sich.
Matthäus 27,3–5

Judas, einer der Zwölf (6)

Judas hat den Herrn für 30 Silberstücke verraten. Macht das Geld ihn glücklich? Nein - es kann sein Gewissen nicht zum Schweigen bringen.

Vielleicht hat Judas erwartet, dass Jesus seinen Feinden wie die anderen Male entkommen würde. Doch das geschieht nicht! Jesus wird verurteilt, und Judas tritt vor seine Mittäter, um den „Judaslohn“ wieder loszuwerden und so, wenn möglich, sein Gewissen zu erleichtern.

Es reut ihn, als er sieht, dass Jesus verurteilt wird, und er sagt vor den Menschen: „Ich habe gesündigt.“ Doch genügt das? Genügt es, die Folgen seines Tuns zu bereuen und einen Fehler vor den Menschen einzugestehen? - Vergebung für unsere Sünden können wir nur finden, wenn wir zu Jesus selbst umkehren! - Judas’ Worte treffen auf harte Herzen, die ihn gleichgültig abweisen. Allein mit seiner Schuld geht Judas fort und bringt sich um. Schrecklich!

Judas ist verantwortlich für seinen Verrat, er ist schuldig vor Gott. Das alles hatte Gott im Voraus gewusst und angekündigt (Psalm 55,13–15).

„Schuldloses Blut“ habe er überliefert, muss Judas nun selbst bezeugen. Sein Urteil hat Gewicht, denn er ist ganz nah dabei gewesen. Er hat Jesus mehr als drei Jahre lang begleitet und wusste, dass Er gerecht war. Ja, Christus ist der Gerechte, der für die Ungerechten sein Leben gab. Weil Jesus Christus starb, darf ich leben. Und Sie auch - jeder, der zu Ihm kommt! (1. Petrus 3,18).


#221

www.gute-saat.de Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben; aber auch jetzt weiß ich, dass, was irgend du von Gott erbitten magst, Gott dir geben wird. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Martha spricht zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag.
Johannes 11,21–24

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Als Jesus sich dem Haus in Bethanien nähert, zeigen die beiden Schwestern ein Verhalten, das ihrem Temperament entspricht: Martha, die tätige Frau, geht hinaus - Ihm entgegen; Maria, nachdenklicher und mitfühlend, sitzt still im Haus und wartet auf den Ruf des Herrn. Beide begrüßen Ihn mit denselben Worten, allerdings in einer unterschiedlichen Haltung, wie wir noch sehen werden.

Martha zeigt echten Glauben. Sie weiß, dass der Herr ihren Bruder hätte gesund machen können, und sie ist fest davon überzeugt, dass der Herr in einer besonderen Gunst Gottes steht: Seine Bitten würden jederzeit erhört werden.

Der Herr sagt Martha offen, was geschehen wird: Lazarus wird auferstehen. Er will damit ihren Glauben stärken. Sie soll die Hilfsquellen erkennen, die Ihm zur Verfügung stehen.

Doch Martha fühlt sich nicht getröstet. Sie meint, sie wisse schon Bescheid über die Auferstehung. Und tatsächlich spricht das Alte Testament an mehreren Stellen von der Auferstehung, zum Beispiel in Daniel 12,13: „Du aber geh hin bis zum Ende; und du wirst ruhen und wirst auferstehen zu deinem Los am Ende der Tage.“

Andere Bibelstellen machen deutlich, dass es zwei Auferstehungen sind - eine für die Gläubigen und später eine für die Ungläubigen. „Wer teilhat an der ersten Auferstehung“, wird glückselig genannt; wer daran nicht teilhat, wird die „Auferstehung des Gerichts“ erleben (Offenbarung 20,6; Johannes 5,29).