Tages-Kalender mit Bibelsprüchen


#202

www.gute-saat.de Agrippa aber sprach zu Paulus: In kurzem überredest du mich, ein Christ zu werden. Paulus aber sprach: Ich möchte wohl zu Gott beten, dass über kurz oder lang nicht allein du, sondern auch alle, die mich heute hören, solche würden, wie auch ich einer bin, ausgenommen diese Fesseln.
Apostelgeschichte 26,28.29

Gefangen - aber glücklicher als ein König

Der Apostel Paulus war kaum zu beneiden! Obwohl er sein Volk sehr liebte, hätte die Volksmenge in Jerusalem ihn beinahe getötet. Er war durch die römische Ordnungsmacht befreit worden, wurde dann von einem Gerichtshof zum anderen geschleppt und blieb schließlich ein Gefangener.

Nun wurde der Apostel durch den römischen Statthalter und die Vornehmen der Stadt dem König Agrippa vorgeführt. Die hohe Stellung seiner Zuhörer beeindruckte Paulus überhaupt nicht; er fand klare Worte zu seiner Verteidigung und beendete seine Rede schließlich, indem er das Evangelium verkündigte. Dabei wagte er sogar, dem König ins Gewissen zu reden. Agrippa schien nicht völlig unberührt zu bleiben, aber er war auch nicht bereit, den entscheidenden Schritt zu Christus zu tun. Trotz seiner königlichen Stellung glich er einem Gefangenen. Der wirklich freie Mann in diesem Gerichtssaal war der Apostel Paulus: Er war befreit von seinen Sünden, befreit von der Gier nach Ruhm und Ehre und befreit von Menschenfurcht.

Sein Glück bestand darin, für seinen auferstandenen Herrn zu leben, der ihm beistand und ihn stärkte. Paulus wusste, dass er für eine gerechte Sache leiden musste. Sein Gewissen war in Frieden und sein Herz voller Hoffnung. Er war gefesselt wie ein Übeltäter, und doch konnte er aufrichtig allen wünschen, dass jeder seiner Hörer das würde, was er selbst schon war: ein Christ, und zwar ein so glücklicher Christ wie er - viel glücklicher als der König. Dieses Glück hätte er gern mit allen geteilt. Darum verkündigte er das Evangelium.


#203

www.gute-saat.de Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden.
Apostelgeschichte 16,31

Wenn man das heute jemand sagt, hört man oft den Einwand: „Glauben heißt nicht wissen.“ Oder auch: „Glauben kannst du in der Kirche“, und man ergänzt unausgesprochen: „… aber im wirklichen Leben ist Wissen gefragt.“ Doch ist der Glaube, den die Bibel meint, so unsicher, so diffus?

In Nigeria sollte die Bibel in die Eingeborenensprache Ebira übersetzt werden. Dabei stellte das Wort „glauben“ die Übersetzer vor große Schwierigkeiten. Zunächst übersetzten sie es mit „zustimmend hören“. Doch als sie nachfragten, erkannten sie, dass diese Formulierung zu schwammig, zu wenig aussagekräftig war. So suchten sie weiter.

Dabei erfuhren sie Folgendes: Wenn ein Eingeborener einem Boten einen Geldbetrag gibt, der ihn an eine dritte Person weitergeben soll, das heißt, wenn man diesem Boten also vertraut, dann sagt man: „Du nimmst deine Leber und legst sie auf diese Person.“ Die Übersetzer wussten, dass in der Ebira-Sprache die Leber für die Persönlichkeit stand. Man sagte dort: „Meine Leber ist kaputt“, und meinte damit: „Ich bin traurig“; und wenn man sagte: „Meine Leber ist süß“, dann bedeutete das: „Ich freue mich.“ - Auch in unserem Sprachgebrauch wird die Leber manchmal als der Sitz der Empfindungen gesehen: Wenn wir „uns etwas von der Leber reden“, dann meinen wir damit, dass wir offen über das reden, was uns belastet, und uns so davon befreien.

„Glauben“ heißt also in der Ebira-Sprache: Du legst das, was dich ausmacht, auf eine andere Person. Ein starker Ausdruck dafür, dass du ihm bis zum Letzten vertraust.

Biblischer Glaube ist nicht seicht oder unbeständig, sondern tief und fest. „Glaube an den Herrn Jesus“ heißt also, Ihm mit jeder Faser des Herzens und mit der ganzen Überzeugung der Person zu vertrauen.


#204

Die Bekehrung ist erst der Anfang, das Ziel erreichen wwww.gute-saat.de Es war aber ein Gewisser krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Martha. (Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl salbte und seine Füße mit ihren Haaren abtrocknete; deren Bruder Lazarus war krank.) Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank.
Johannes 11,1–3

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Die Eingangsverse dieses Kapitels lassen erkennen, dass das Johannes-Evangelium geschrieben wurde, als die anderen Evangelien bereits bekannt waren. Der Schreiber setzt voraus, dass die Leser die beiden Frauen Maria und Martha besser kennen als das Dorf Bethanien, denn es wird das Dorf der Maria und Martha genannt. Außerdem wird von Maria gesagt, dass sie es war, die den Herrn salbte, obwohl Johannes uns diese Begebenheit erst im nächsten Kapitel berichtet. Die Geschichte war offensichtlich weithin bekannt.

Diese drei Geschwister Martha, Maria und Lazarus wohnten in einem Haus. In dieses Haus hatten sie auch den Herrn schon eingeladen, wobei Martha die Gastgeberin war (Lukas 10,38–42). Es war ein Haus, das durch Gottesfurcht geprägt war, wo Jesus geehrt wurde und wo man seine Liebe erfuhr. Doch jetzt bleibt das Haus nicht von Krankheit verschont. Lazarus wird todkrank.

Was sollen die Schwestern nun tun? Sollen sie den Herrn bitten zu kommen, damit Er Lazarus heile? Es wäre gewiss das Nächstliegende. Sie wissen ja, dass der Herr bereits viele andere geheilt hat. Doch sie bitten den Herrn nicht, zu kommen. Sie vertrauen einfach auf seine Liebe und breiten ihren Kummer vor Ihm aus. Sie berufen sich nicht auf ihre eigene Liebe zum Herrn, sondern einzig und allein auf seine Liebe zu Lazarus. Ihr Vertrauen in den Herrn und seine Liebe schenkt ihnen die Gewissheit, dass sie Ihm alles überlassen können; Er würde das Richtige tun. ir in der Lehre von Jesus Christus bleiben.