Tages-Kalender mit Bibelsprüchen


#122

www.gute-saat.de Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird der Gott unser gedenken, dass wir nicht umkommen.
Jona 1,6

Mit der Stange im Nebel?

Wenn jemand hilflos und ohne Ahnung von der Sache zu haben, mit irgendeinem Problem fertigwerden will, dann sagt man gelegentlich: „Er tastet herum wie mit einer Stange im Nebel.“ Das soll heißen: Es ist dem Zufall überlassen und noch dazu sehr unwahrscheinlich, dass er je zum Ziel kommt.

Der Prophet Jona befand sich auf einem Schiff, das auf hoher See in größte Seenot geraten war. „Die Seeleute fürchteten sich und schrien, jeder zu seinem Gott.“ Als alles nichts half, trat der Obersteuermann mit den Worten unseres heutigen Bibelverses an Jona heran: „Rufe deinen Gott an! Vielleicht wird der Gott unser gedenken.“ Wie wenig wussten diese Menschen doch vom wahren Gott! Sie wollten es mit allen Göttern versuchen, in der Hoffnung, dass wenigstens einer dabei war, der wirklich helfen konnte.

Die Athener zur Zeit des Apostels Paulus waren auch nicht weiter. Unter den vielen Altären in ihrer Stadt gab es auch einen mit der Aufschrift: „Dem unbekannten Gott“. Sie hielten zwar sehr viel von ihrer Weisheit, aber man konnte ja nie wissen …

Doch auf diese Weise kann man Gott nicht finden. Dazu braucht man eine Orientierung, die von keinem Menschen kommen kann. Diese Orientierung ist die Bibel, Gottes Wort. Darin hat Gott selbst geredet, zuerst durch seine Propheten und dann in seinem eigenen Sohn Jesus Christus, der auf diese Erde kam, um uns zu Gott zu führen.

Jesus Christus ist „der Weg“. Für jeden, der Ihn kennt, hat das Suchen und das Stochern im Nebel aufgehört (Johannes 14,6).

„… damit sie Gott suchen, ob sie ihn wohl ertasten und finden möchten, obgleich er nicht fern ist von einem jeden von uns.“ Apostelgeschichte 17,27


#123

www.gute-saat.de Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht.
Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein.
Johannes 8,34.36

Pfarrer Wilhelm Busch erzählt von einem unerwarteten abendlichen Besucher:

„Retten Sie mich“, bat ihn ein Industriemanager. Sein Vater war Alkoholiker gewesen. Und auch ihn selbst überfiel die Sucht zwei- oder dreimal im Jahr wie ein Feuer. „Ich ruiniere mein Leben. Meine Frau und Kinder müssen mich verachten! Und doch – ich muss!“, keuchte er. „Retten Sie mich!“

Ich riss mich zusammen: „Wie sollte ich Sie retten können? Die Ketten des Teufels sind doch viel zu stark, als dass ich sie zerbrechen könnte. Wie sollte ich das können, wo Sie selbst es nicht einmal konnten!“

Mit einem unbeschreiblichen Jammerlaut sank er im Sessel zusammen: „Haben Sie mir sonst nichts zu sagen?“ – „Doch“, sagte ich, „doch! Wir sollten uns nach einem umsehen, der stärker ist als der Teufel.“ – „Wo sollte ich so einen finden, der stärker ist als der Teufel?“, murmelte er. Da sagte ich nur einen Namen: „Jesus!“

Er fuhr auf. Mit einem Hoffnungsblick im Auge: „Jesus! – Meinen Sie wirklich?“ – Ich nickte. Und dann knieten wir nieder und riefen Jesus an, den Jesus, der die Werke Satans zerstört; den Jesus, der mit Blut Sünder erkauft hat; den Jesus, der stärker ist als Satan. – Von dem Tag an war die Macht des Teufels gebrochen. Es gab noch Kämpfe. Es gab auch Niederlagen, die jetzt noch viel schrecklichere Scham hervorriefen als früher. Aber – der Bann war gebrochen!

Als wir später einmal zusammensaßen – wir waren inzwischen Freunde geworden –, sagte er: „Du ahnst nicht, wie gefährdet ich bin. Ohne Jesus bin ich im Nu verloren. Darum muss ich mich jeden Tag Ihm in die Hände geben. Jeden Morgen rufe ich Ihn an.“


#124

www.gute-saat.de Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich gekannt hättet, würdet ihr auch meinen Vater gekannt haben. Diese Worte redete er in der Schatzkammer, als er im Tempel lehrte; und niemand griff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
Johannes 8,19.20

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Jesus hatte von seinem himmlischen Vater gesprochen, der Ihn gesandt und Zeugnis von Ihm gegeben hatte (vgl. Kap. 5,37). Daraufhin fragen die Pharisäer Ihn, wo sein Vater sei. Warum diese Frage? Wollen sie indirekt darauf hinweisen, dass Joseph, der Mann Marias, doch gar nicht mehr lebte? Jedenfalls zeigt ihre Frage, dass sie nach wie vor die Gottessohnschaft Jesu vehement leugnen.

Wie ernst ist die Antwort des Herrn! Das Reden und Tun der Pharisäer offenbarte, dass sie dem Vater äußerst entfremdet waren. Dabei besaßen sie doch die Weissagungen des Alten Testaments. „Wenn ihr den Schriften Moses nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“, sagt der Herr an anderer Stelle (Kap. 5,47).

Wer also die Schriften aufrichtig liest, kommt zu Christus. Und wer im Glauben zu Christus kommt und Ihn kennenlernt, lernt in gleicher Weise Gott, den Vater, kennen. Das heißt: Der Mensch gewordene Sohn Gottes ist in seiner Person die vollendete Gottesoffenbarung und deshalb auch im weitesten Sinn „das Licht der Welt“ (V. 12).

Der Groll der Pharisäer ist tödlich. Aber trotz ihrer Absichten sind sie machtlos – bis „seine Stunde“ gekommen ist. Allein der Herr entscheidet, wann der Mensch sich an Ihm vergreifen darf. Hätten sie Ihn nur „gekannt“, „so würden sie wohl den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben“ (1. Korinther 2,8). – Kennen Sie Jesus, den Sohn Gottes persönlich? Dann sind Sie ein gesegnetes Kind Gottes, des Vaters!


#125

Aus www.gute-saat.de In Jesus Christus haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen.
Epheser 1,7

Ich bin in Madagaskar geboren. Jeden Sonntag gingen wir als Familie in die Kirche. Als Jugendlicher stellte ich mir Fragen: Warum bin ich geboren? Wohin gehe ich nach dem Tod? Aber ich hatte keine Antwort. Als ich älter wurde, fing ich an zu trinken und zu rauchen und war mit Mädchen zusammen wie die meisten Gleichaltrigen. Sollte das verkehrt sein? Für mich beschränkte sich das Böse auf schwere Untaten wie Mord. Wenn ich an Gott dachte, redete ich mir ein, dass ich mir nichts vorzuwerfen hätte – auch wenn sich mein Gewissen von Zeit zu Zeit bemerkbar machte, wenn ich zum Beispiel log.

Mit 16 Jahren kam ich nach Frankreich. Dort ging ich weiter regelmäßig in die Kirche. Aber mein Leben wurde nach und nach immer zügelloser. Da kamen in einem Sommer einige junge Christen und logierten für einen Monat in dem Haus, in dem ich wohnte. Sie lebten harmonisch miteinander und waren fröhlich. Offenbar besaßen sie etwas, was ich nicht hatte. Sie sprachen mit mir über Sünde und über Jesus, der sich für die Menschen hingegeben habe und der mich retten wolle.

Ich verstand nicht alles, aber nach und nach wurde mir klar, dass ich von Sünde befleckt war, dass ich vor Gott unwürdig war – vor dem Gott, an dessen Existenz ich zwar glaubte, um den ich mich aber nie gekümmert hatte. Da bat ich Gott um Vergebung für alles Böse, was ich getan hatte: Lügen, Unmoral, üble Nachrede, Diebstahl usw. Ich bat Jesus, die Leitung in meinem Leben zu übernehmen. Und Er hat mir geantwortet.

30 Jahre später kann ich bezeugen: Er hat mir dabei geholfen, meinen bösen Neigungen nicht mehr nachzugehen. Durch Ihn hat mein Leben einen Sinn bekommen. Und wenn ich einmal durch den Tod gehen muss, dann weiß ich, wohin ich gehe: Ich gehe zu Jesus! M. A.


#126

www.gute-saat.de Wir aber predigen Christus als gekreuzigt, … den Nationen eine Torheit; den Berufenen selbst aber … Christus, Gottes Kraft und Got- tes Weisheit.

  1. Korinther 1,23.24

Nach menschlichen Maßstäben wäre das Evangelium, die Botschaft Gottes, zum Scheitern verurteilt:

Es ist eine Botschaft, die von Schwachheit redet: Ein Wanderprediger vor 2000 Jahren, dreieinhalb Jahre unterwegs, dann „in Schwachheit gekreuzigt“. Ja, „das Wort vom Kreuz“ bedeutet vielen nichts als „Torheit“ (2. Korinther 13,4; 1. Korinther 1,18).
Es sind schwache Menschen, die es verkündigen: Unbekannte, Unauffällige. Oft trifft auf sie zu: „Ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und in vielem Zittern; und meine Rede und meine Predigt war nicht in überredenden Worten der Weisheit“ (1. Korinther 2,3).
Es sind schwache Menschen, die es auf- und annehmen: nicht die Crème de la Crème der Gesellschaft, sondern oft die Übersehenen, die Letzten. Der Apostel Paulus hat sie so beschrieben: „Nicht viele Weise …, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle …; sondern das Törichte der Welt …; das Schwache …; das Unedle der Welt und das Verachtete“ (1. Korinther 1,26.27).
Doch genau diesen Weg hat Gott gewählt und ihn auch im Jahr 2019 nicht verändert. Noch immer will Er Menschen „durch die Torheit der Predigt“ erretten, „damit ihr Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft“ und „damit sich vor Gott kein Fleisch rühme“. So möchte Er ihnen „Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung“ werden (1. Korinther 1,21.29.30; 2,5).

Gibt es heute noch Menschen, die sich nicht ab­halten lassen von den vermeintlich schwachen Rahmenbedingungen? Die die Botschaft Gottes hören, lesen, prüfen und annehmen – und die so „Gottes Kraft“ in ihrem eigenen Leben erfahren?


#127

www.gute-saat.de Jesus sprach nun wiederum zu ihnen: Ich gehe hin, und ihr werdet mich suchen und werdet in eurer Sünde sterben; wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen. Da sagten die Juden: Er will sich doch nicht selbst töten, dass er spricht: Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen?
Johannes 8,21.22

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Der Sohn Gottes ist als Licht in diese Welt gekommen, um die Menschen aus der Finsternis zu holen (vgl. Kap. 12,46). Doch sie haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht. Jetzt teilt Jesus den jüdischen Führern mit, dass Er im Begriff stehe, wegzugehen. Dann würden sie Ihn vergeblich suchen. Sie suchten ja nur einen politischen Messias, damit sie ihren Ehrgeiz und ihre weltlichen Begierden befriedigen könnten. Doch der Messias Gottes hat einen ganz anderen Charakter.

„Ihr werdet mich suchen“ – das erinnert an eine Aussage des Propheten Hoseas: „Sie werden hingehen, um den Herrn zu suchen, und werden ihn nicht finden: Er hat sich ihnen entzogen“ (Kap. 5,6). Gott lässt sich nicht spotten! Er lässt sich nur von denen finden, die mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele nach Ihm fragen (vgl. 5. Mose 4,29).

Wenn es darum geht, Abschied von dieser Erde zu nehmen, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man stirbt „in seiner Sünde“ oder „im Herrn“. Alle, die in ihrer Sünde sterben, sind ihrem eigenen Willen gefolgt und haben Jesus Christus als Retter abgelehnt. Ihr Ende ist der zweite Tod in der Gottesferne. Im Gegensatz dazu werden alle glückselig gepriesen, die „im Herrn sterben“. Sie erwartet das ewige Leben (Offenbarung 14,13).

Wie gerne hätte der Herr seine Zuhörer dorthin mitgenommen, wo Er selbst hingehen wollte – zurück zum himmlischen Vater. Doch ihr Unglaube und ihre bösen Herzen machten das unmöglich. Sie trauten dem Herrn eher Selbstmordabsichten zu als die Vollmacht, in den Himmel aufzufahren.


#128

www.gute-saat.de Und sie kommen nach Jericho. Und als Jesus aus Jericho hinausging mit seinen Jüngern und einer zahlreichen Volksmenge, saß der Sohn des Timäus, Bartimäus, der Blinde, bettelnd am Weg.
Markus 10,46

„Jesus, erbarme dich meiner!“ (1)

Hier haben wir eine der vielen kleinen Szenen in den Evangelien vor uns, die nur wenige Verse umfassen, aber wunderschön sind. Wir begegnen einem Leben voller Not (Bartimäus), Herzen voller Unverständnis (die Menschenmenge) und der Liebe und dem Erbarmen des Herrn Jesus.

Jesus Christus ist auf seiner letzten Reise, die Ihn von Jericho nach Jerusalem führt. Dort wird Er wenige Tage später gekreuzigt werden. Eine „zahlreiche Volksmenge“ begleitet Ihn. Darunter sind sicherlich solche, die an Ihn als den Messias und Sohn Gottes glauben. Andere sind nur dabei, weil sie diesen Rabbi hören und sehen wollen, der so ganz anders ist als alle, denen sie bisher begegnet sind. Doch sicher sind in der Menge auch Kritiker, die Jesus ablehnend gegenüberstehen und nur darauf warten, dass sie Ihn verleumden oder anklagen können.

Dann kommt Bartimäus in unser Blickfeld: blind und bettelnd. Er kennt keine Farben und kein Licht; alles um ihn herum ist dunkel. Er ist eine Belastung für seine Familie, denn er kann sich den Lebensunterhalt nicht selbst verdienen. So muss er betteln und ist auf das Mitleid und die Almosen anderer angewiesen.

Wo finde ich, wo finden Sie sich wieder? Bei denen, die an Jesus glauben? Oder bei denen, die nur äußerlich mitgehen, aber (noch) keine persönliche Beziehung zu Jesus haben? Vielleicht finden Sie Jesus Christus interessant – und lehnen Ihn doch ab, weil Er so geradlinig, so unbequem ehrlich ist? Oder ist Bartimäus Ihr „Kandidat“: vom Leben gezeichnet, ausgegrenzt, ein offensichtlich „hoffnungsloser Fall“?


#129

www.gute-saat.de Und als Bartimäus hörte, dass es Jesus, der Nazarener, sei, fing er an zu schreien und zu sagen: Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner!
Markus 10,47

„Jesus, erbarme dich meiner!“ (2)

Der blinde Bartimäus merkt, dass eine Menschenmenge an ihm vorüberzieht. Es sind viele; das gibt Hoffnung auf Mitleid und milde Gaben. Er erfährt, wer da vorbeizieht: Es ist „Jesus, der Nazarener“. Doch – wie erstaunlich! – Bartimäus ruft: „Sohn Davids, Jesus“!

Jesus – das ist der Wundertäter, das ist der Zimmermann und Rabbi aus Nazareth, dieser kleinen und unbedeutenden Stadt, über die jemand einmal gesagt hat: „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ Und „Jesus, der Nazarener“ – das bedeutet: Geringschätzung und Verachtung. Zeigt sich das nicht auch heute, wenn man die biblischen Berichte über das Leben und den Tod Jesu Christi zerredet und zerpflückt und verwirft? Wenn man in Ihm nur einen Menschen sieht, einen zwar ungewöhnlichen Menschen, aber eben nicht den Sohn Gottes, den „Heiland der Welt“? (Johannes 1,46; 4,42).

Bartimäus ruft: „Sohn Davids, Jesus.“ Dabei ist Jesus für ihn nicht nur irgendein Nachkomme des Königs David, sondern der eine ganz bestimmte „Sohn“, von dem die Propheten des Alten Testaments gesprochen hatten: der Messias, der Retter, der die alten Verheißungen Gottes erfüllt. Die Wortwahl von Bartimäus zeigt seine Wertschätzung, aber auch seine ganze Hoffnung! Er ruft weiter: „Erbarme dich meiner!“ Offensichtlich traut er Jesus Christus zu, dass Er ihm helfen kann. Seine Worte „atmen“ seine Hochachtung und seine Not, aber auch sein Vertrauen und seinen Glauben.

Das will ich von Bartimäus lernen: Ich will den Herrn Jesus um Hilfe bitten, will Ihm gegenüber ehrlich sein und Ihm (wie Bartimäus wenig später) meine Not konkret mit Namen sagen. Und ich will alles von Ihm erwarten und überzeugt sein, dass Er helfen kann und helfen will.


#130

Und viele fuhren Bartimäus an, dass er schweigen solle; er aber schrie umso mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen.
Markus 10,48.49

„Jesus, erbarme dich meiner!“ (3)

Kann man den Unmut der Volksmenge über die lauten Rufe des Blinden nicht nachvollziehen? Die Menge ist groß, und jeder möchte mitbekommen, was Jesus sagt und tut. Diese schreiende Not stört die erwartungsvolle Spannung, deshalb will man Bartimäus zum Schweigen bringen. Doch warum führen die Leute den Blinden nicht einfach zu Jesus Christus? Dann hätte er doch aufgehört zu rufen. Ist es ihr Egoismus, ihre Gleichgültigkeit?

Die Leute beschimpfen den Blinden, schreien ihn an, werden vielleicht sogar handgreiflich. Ein Einzelfall, eine Ausnahme? Nein, damals wie heute regt sich Widerstand, wenn einzelne Menschen in ihrer Not zu Jesus rufen, wenn sie zu Ihm kommen wollen. Denn auch heute wissen Menschen, dass sie Sünde und Schuld auf sich geladen haben, und sie stehen vor Abgründen oder in Sackgassen, blicken auf ein verpfuschtes oder zerstörtes Leben zurück und schreien ihre Not heraus. Doch andere sind da, beschwichtigen und vertrösten, lenken ab oder hindern, machen vielleicht auch lächerlich. Echte Sündennot wird heute oft nicht mehr ernst genommen. Da wundert es uns nicht, dass man die geistlichen Hilferufe irgendwie zum Schweigen bringen will.

Was macht Bartimäus nun? Er will gehört und wahrgenommen werden und ruft deshalb einfach weiter Jesus um Hilfe an. Er bleibt dran, gibt nicht auf, schreit weiter deutlich seine Not hinaus. Was für ein Mann: blind, bettelnd, hilflos – und gleichzeitig energisch, drängend, nicht aufgebend. Ein Vorbild für echtes Durchhaltevermögen!

Und der Herr Jesus? Der hat bei all dem Menschenlärm das Rufen dieses Mannes gehört und bleibt stehen. Wird Er nun dem Rufer eine Lektion erteilen, oder wird Er die Volksmenge maßregeln?


#131

www.gute-saat.de Und Jesus sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dich geheilt! Und sogleich wurde er wieder sehend und folgte ihm nach auf dem Weg.
Markus 10,52

„Jesus, erbarme dich meiner!“ (6)

Jesus sagt: „Geh hin, dein Glaube hat dich geheilt!“ Ja, der blinde Bartimäus hat Ihm die Heilung zugetraut und ist nicht enttäuscht worden.

Der Herr Jesus macht Bartimäus gesund: Er heilt seinen Körper. Diese Heilung des Blinden ist ein Bild davon, wie Jesus Christus bis heute die Menschen von geistlicher Blindheit heilen will – von der Blindheit in Bezug auf Gott, in Bezug auf das Gute und in Bezug auf sich selbst. Mit einem Wort: Er will die Seele retten. Und diese Rettung ist kein mühsamer Prozess, ist nicht etwas, was man sich mühsam erarbeiten muss, sondern sie ist ein Geschenk Gottes. Die Rettung der Seele geschieht wie die Heilung des Blinden damals „sogleich“ – unmittelbar und vollständig.

Jesus hat das Rufen von Bartimäus gehört, seinen Glauben gesehen und ihn gesund gemacht. Nun folgt Bartimäus Ihm nach und beweist seine Dankbarkeit. Er folgt Ihm nach, weil er errettet ist – nicht, um errettet zu werden. Damals führte der Weg Jesu nach Jerusalem, wo die Welt zeigte, dass sie Ihn ablehnte, indem sie Ihn an das Kreuz brachte; und wenn wir Jesus Christus heute nachfolgen, indem wir nach seinem Willen leben, werden auch wir auf diesem Weg weder Ehre noch Anerkennung erfahren.

Wenn Sie jetzt noch einmal zurückdenken: Stehen Sie noch in der Volksmenge und schauen zu, wie andere Menschen gerettet werden? Oder rufen Sie schon um Hilfe so wie Bartimäus? Verspüren Sie vielleicht gerade jetzt den Widerstand von Menschen? Oder haben Sie schon Jesus Christus Ihre Sünden bekannt und seine Errettung im Glauben angenommen? Wie schön wäre es, wenn es auch heute heißen würde: Er (oder sie) wurde sehend und folgte Jesus nach auf dem Weg.


#132

www.gute-saat.de Vieles habe ich über euch zu reden und zu richten, aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig; und ich, was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt. Sie erkannten nicht, dass er von dem Vater zu ihnen sprach. Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und dass ich nichts von mir selbst aus tue, sondern wie der Vater mich gelehrt hat, das rede ich.
Johannes 8,26-28

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Wir haben gesehen, dass die Worte Jesu sein Wesen vollkommen offenbaren. Menschen dagegen verwenden oft Worte, um die Wahrheit über sich selbst zu verbergen.

Nun lernen wir, dass die Worte Jesu nicht nur die Wahrheit über Ihn selbst offenbaren, sondern auch zeigen, wer der Mensch ist. Über seine Zuhörer hätte der Herr vieles zu sagen und zu richten gehabt. Aber Er beschränkt sich auf das, was Gott, der Vater, als notwendige Wahrheit ausgesprochen haben wollte. Der Vater ist also die Quelle seiner Worte. So drücken die Worte Jesu die Wahrheit über Ihn selbst aus, stellen die Welt ins Licht Gottes und offenbaren den Vater.

Bereits mehrfach hatte der Herr von sich als dem „Sohn des Menschen“ gesprochen. Dieser Titel steht in einem gewissen Gegensatz zum Titel „Messias“. Weil die Juden Ihn nicht als den verheißenen Messias angenommen hatten, nannte Er sich „der Sohn des Menschen“ – ein umfassender Titel, der immer die Verwerfung und den Tod Jesu, aber auch seine Auferstehung und seine zukünftige Herrlichkeit einschließt.

Als die Menschen den Herrn Jesus am Kreuz „erhöhten“, taten sie Ihm endgültig alles Böse und alle Gewalt an, die aus ihren Herzen hervorkamen. Doch vergeblich: Als der Auferstandene zeigt Jesus, dass Ihm alle Macht gegeben ist (Matthäus 28,18). Die Führer des Volkes würden das erkennen, sie würden von den Tatsachen überführt werden, aber die meisten von ihnen wollten dennoch nicht glauben.


#133

www.gute-saat.de Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken.
Offenbarung 20,12

Einwand: „Ich bin kein so schlechter Mensch!“

Ich erinnere mich an einige junge Menschen, die zu mir sagten, dass sie im Vergleich zu anderen doch recht harmlose Zeitgenossen wären. „Okay, ich habe ja bestimmt mal gesündigt, aber guck dir doch mal die Mörder an. Die sind ja wohl viel schlimmer!“ – Aber können wir uns mit diesem Argument wirklich der Verantwortung für die eigenen Fehltritte entziehen?

Stellen wir uns folgende Gerichtsszene vor: Jemand ist wegen Mordes angeklagt. Gelingt es dem Verteidiger wohl, einen Freispruch zu erwirken, wenn der Angeklagte Folgendes sagt: „Herr Richter, ich gebe zu, dass ich schuldig bin; aber Adolf Hitler hat noch viel schlimmere Dinge getan. Dagegen war mein Vergehen ja wirklich harmlos“? Nein, der Richter wird den Mörder ganz individuell für sein eigenes Vergehen bestrafen, so wie das Gesetz es vorsieht.

Jesus Christus, der Heiland der Welt, wird einmal auch der gerechte und unbestechliche Richter sein. Unser Bibelwort spricht von dem Endgericht, wo Christus alle Menschen, die sich nicht durch den Glauben retten lassen wollten, richten wird.

Alle aber, deren Namen im „Buch des Lebens“ stehen, haben keine Strafe mehr zu erwarten. Warum nicht? Weil Gott ihre Sünden schon einmal gestraft hat, und zwar an Jesus Christus, seinem Sohn. „Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm“, sagt die Bibel. Nur so konnten wir freikommen. Das ist die Liebe Gottes! (Jesaja 53,5).

Allen, die sich auf dieses Sühnopfer Jesu stützen und im Glauben annehmen, dass es auch für sie geschehen ist, gilt die Zusage Gottes: „Ich werde ihre Schuld vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken“ (Jeremia 31,34).


#134

www.gute-sagt.de Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Johannes 8,12

„Ich bin das Licht der Welt“

Licht gehört zu unserem Leben! – Wir erblicken das Licht der Welt. – Wir können in ein schlechtes Licht geraten; und wir können uns selbst oder eine Sache wieder ins rechte Licht rücken. – Wir sehen Licht am Ende des Tunnels. – Und wir wissen: Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten.

Der Herr Jesus gebraucht das Bild des Lichts, wenn Er sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ Er sagt nicht: Ich bin ein Licht in der Welt (was jeder Mensch sagen kann), sondern: das Licht der Welt.

Licht deckt auf. Licht zeigt, dass Fenster zu putzen sind oder dass Staub zu wischen ist, und manchmal verhindert Licht auch ein Verbrechen. Jesus Christus hat die Taten, Worte und Gedanken der Menschen beurteilt; Er hat als „das wahrhaftige Licht jeden Menschen ins Licht gestellt“. Gleichzeitig hat Er aber auch klargemacht, wer Gott ist: „Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn … hat ihn kundgemacht“ (Johannes 1,9.18).

Licht kann verdunkelt oder gelöscht oder – als moralisches Licht – abgelehnt werden. Damals schien „das Licht in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst“. Ja, die Menschen „haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht“. Ob das heute anders ist? Lehnt man nicht auch heute allzu oft Den ab, der gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt“? (Johannes 1,5; 3,19).

Ohne Licht verkümmern Pflanzen und werden Menschen krank. Denn Licht bedeutet Leben! Jesus Christus ist „das Licht der Welt“. Wer Ihn auf- und annimmt, hat „das Licht des Lebens“. Er führt sein Leben im Licht Gottes und hat Gemeinschaft mit anderen Kindern Gottes. Er ist, wie die Bibel es nennt, ein „Kind des Lichts“ (1. Johannes 1,7; Epheser 5,8).


#135

www.gute-saat.de Ihr wisst nicht, was der morgige Tag bringen wird.
Jakobus 4,14

Ernste Angelegenheiten erst morgen!

Archias gehörte zu den Herrschern (Oligarchen) der griechischen Stadt Theben. Während eines fröhlichen Festes im Jahr 379 V. Chr. überbrachte ihm ein Kurier aus Athen einen dringenden Brief. „Der Absender bittet dich, diesen Brief unverzüglich zu lesen“, sagte der Bote. „Es geht um ernste Angelegenheiten!“ Lachend antwortete Archias: „Ernste Sachen erst morgen!“, und schob den Brief ungeöffnet unter sein Sitzpolster.

Aber dieses „Morgen“ sollte Archias nicht mehr erleben. Noch in derselben Nacht drangen Verschwörer in Theben ein und ermordeten ihn und seine Gäste, bevor das Fest zu Ende war. Der ungeöffnete Brief aber enthielt eine Warnung vor gerade dieser Verschwörung. – Ein ­anschauliches Beispiel für die Neigung vieler Menschen, unangenehme Dinge, so wichtig sie auch sind, auf später zu verschieben!

Auch Gott hat „Boten“ mit Nachrichten von allergrößter Bedeutung gesandt. Dabei denken wir an seinen Sohn Jesus Christus, an die Apostel Jesu und auch an die Propheten des Alten Testaments. Ihre Botschaft finden wir zuverlässig aufgezeichnet in der Bibel. Da geht es um den Schöpfer und seine Ansprüche an uns, um die Gerechtigkeit Gottes, um das Böse in uns, um den Tod und das Jenseits, um Himmel und Hölle, vor allem aber um Jesus Christus, den Retter und Herrn.

Das alles ist vielen unangenehm. Es erinnert sie an ihr Versagen. Deshalb denken sie: „Ernste Dinge erst morgen! Heute gehen wir den normalen Aufgaben und dem Vergnügen nach, damit haben wir genug zu tun! Morgen ist noch Zeit genug, an die Ewigkeit zu denken.“ – Doch dieses Denken brachte dem Oligarchen von Theben den Untergang. Deshalb sollten wir den „Brief“ Gottes heute öffnen und beherzigen!

„Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.“ Hebräer 3,15


#136

www.gute-saat.de Gott ist einer, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gab als Lösegeld für alle.

  1. Timotheus 2,5.6

Toleranz oder Wohlwollen?

In der heutigen Zeit zählt die Toleranz oder Duld­samkeit zu den höchsten Tugenden. Sie gilt als unentbehrliche Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander der Menschen und als Gegenmittel gegen Fanatismus, Vorurteile und Benachteiligung anderer. Und ganz sicher ist das Gegenteil davon, die Intoleranz, die Ursache für viele Streitigkeiten, ob in den Familien, den Gruppen der menschlichen Gesellschaft oder unter den Völkern.

Aber das müssen wohl alle zugeben: Wir sind gern tolerant in Fragen, die uns selbst nur wenig betreffen, aber viel weniger zur Toleranz bereit, sobald die Sache uns direkt angeht. Dazu kommt, dass niemand nur „geduldet“ werden möchte. Wir sehen es lieber, wenn andere unsere Überzeugungen und unsere Lebensart als richtig anerkennen.

Wie äußert sich die Bibel zu diesem Thema? Sie fordert uns auf, unserem Nächsten wirkliche Anteilnahme entgegenzubringen und ihn zu „lieben wie uns selbst“ (Matthäus 19,19). Dazu gehört, dass wir den anderen achten, ihm unsere Überzeugungen nicht aufzwingen und ihm zugestehen, seine persönlichen Entscheidungen zu fällen. Und doch sollen wir deshalb keineswegs neutral oder gleichgültig sein gegenüber dem, was der andere denkt oder tut, sondern uns zu Gottes Maßstäben bekennen.

Diese wahre Anteilnahme drängt uns als gläubige Christen, von unserem Glauben zu reden, um ihn mit anderen zu teilen. Wenn wir mit dem wahren Gott in Verbindung und ins Reine kommen wollen, so geht das nur durch den Mittler Jesus Christus und durch den Glauben an Ihn. Diese äußerst wichtige Botschaft möchten wir zum Wohl aller Menschen um uns her weitergeben – gerade weil wir sie alle zutiefst achten und uns ihres Wertes für Gott bewusst sind.


#137

www.gute-saat.de Wenn aber das Vollkommene gekommen sein wird, so wird das, was stückweise ist, weggetan werden. … Wir sehen jetzt … undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt worden bin.

  1. Korinther 13,10.12

Durch eine Lupe

In einem Museum bewunderte ich ein großes Gemälde. Ein kleiner Junge kam hinzu und begann aus Spaß, das Bild durch eine Lupe zu betrachten. Da bat ich ihn, mir das Gemälde doch einmal zu beschreiben. Wieder nahm er seine Lupe und begann, mir viele Einzelheiten aufzuzählen: Hier stand ein Blumenstrauß, dort saß ein hübsches Rotkehlchen … Auf diese Weise sah der Junge aber nur Einzelheiten des Gemäldes und erhielt keinen Gesamteindruck. Er war unfähig, mir zu sagen, was das Gemälde insgesamt darstellte.

Da schlug ich ihm vor, etwas zurückzutreten und das Bild ohne Lupe zu betrachten. Auf einmal sah er die ganze Landschaft, die Harmonie der Farben und der Größenverhältnisse. Vorher hatte er eine nur stückweise Sicht, jetzt sah er das Ganze. Es war dasselbe Gemälde, aber die Beschreibung, die der Junge davon gab, war nun ganz anders.

„Jetzt erkenne ich stückweise“, sagt der Apostel Paulus. Auf der Erde nehmen wir die Dinge nur bruchstückhaft wahr, Gott aber sieht das Ganze. Im Gebet teilen wir Gott unsere Bedürfnisse mit, und zwar entsprechend der Sicht, die wir jetzt haben. Doch Gott kennt schon das ganze Bild. Und seine Antwort voller Weisheit zieht die zahlreichen Elemente in Betracht, die uns noch entgehen.

Wenn wir die Bibel lesen, können wir Gott und seine Gedanken immer besser kennenlernen. Ein Stück fügt sich an das andere. Aber erst wenn die Gläubigen bei Christus in der Herrlichkeit sind, werden sie eine vollkommene „Gesamtschau“ haben. Auf diesen Augenblick freuen sie sich.


#138

bleibt nicht für immer im Haus; der Sohn bleibt für immer. Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein.
Johannes 8,33-36

Gedanken zum Johannes-Evangelium

„Die Wahrheit wird euch frei machen“, hatte Jesus den jüdischen Zuhörern gesagt. Das sind keine schmeichelhaften Worte; sie setzen voraus, dass die Angesprochenen gebunden, geknechtet sind. Die Worte sind wahr und berühren eine wunde Stelle. Doch seine Gegner wollen nicht eingestehen, dass sie „Knechte“ einer fremden Macht in ihrem eigenen Land sind – wie die gottesfürchtigen Männer Esra und Nehemia es getan hatten (vgl. Esra 9,7; Nehemia 9,36). Stattdessen fühlen sich die religiösen Führer durch die Worte Jesu in ihrem nationalen und religiösen Stolz verletzt. Natürlich waren sie Abrahams Nachkommen, aber ihre Behauptung, sie seien niemals in Knechtschaft gewesen, während doch die Römer über sie herrschten, beweist nur ihre Blindheit.

Wenn Menschen die Realität in Bezug auf ihre politische Situation schon nicht wahrhaben wollen, wie viel weniger schätzen sie ihren wahren inneren Zustand vor Gott richtig ein. Schönrederei hilft da nicht weiter. Der Herr kommt auf den Punkt: Die Sünde ist das Hauptproblem des Menschen; sie ist es, die ihn versklavt.

Die Juden meinten, einen privilegierten Platz unter den Völkern zu haben, gewissermaßen „im Haus“ zu sein. Und das war auch so. Doch Gott würde ihnen diesen Platz bald wegnehmen, weil er nur denen „für immer“ vorbehalten ist, die sich durch die Kraft seines Sohnes frei machen lassen.

„Ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben an Christus Jesus“ – Söhne wissen, was Freiheit bedeutet, und sie kennen die Liebe ihres Vaters (Galater 3,26).


#139

www.gute-saat.de Das Volk, das in Finsternis sitzt, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die im Land und im Schatten des Todes sitzen – Licht ist ihnen aufgegangen.
Matthäus 4,16

Die Bewohner der Insel Nias bei Sumatra gehörten früher zu den Kopfjägern. Ein Insulaner erzählt, was das Evangelium von Jesus Christus in seinem Volk bewirkt hat:

„Wir glichen Menschen, die in einem Sumpf gefangen waren, bis das Evangelium zu uns kam. Wir sanken immer tiefer und tiefer und waren im Begriff, an Leib und Seele zugrunde zu gehen, verdorben durch unsere Laster, zermürbt durch die beständige Furcht vor bösen Geistern und durch das Grauen vor dem Tod.

Doch dann hörten wir die gute Botschaft von Jesus Christus. Er ist für uns gestorben und auferstanden; Er nimmt unsere Sündenschuld weg und gibt uns schon jetzt ein neues Leben, das ewige Leben.“

Ein Afrikaner aus Kamerun erinnert sich daran, wie er und sein Stamm vor den bösen Geistern zitterten, sobald die Nacht anbrach. Nicht einmal tagsüber fühlten sie sich vor ihnen sicher. Doch dann drang das helle Licht des Evangeliums in ihre Finsternis und führte sie in die Freiheit. Als sie die ersten Exemplare des Neuen Testamentes in ihrer Sprache entgegennehmen konnten, sagte dieser Mann: „Nun werden wir stark werden. Das Wort Gottes wird uns stark machen.“

Befreiung aus den Zwängen der Sünde, Auflösung von abergläubischen Bindungen und Ängsten, Vergebung der ganzen Lebensschuld und Kraft zu einem siegreichen Leben – das empfangen in allen Völkern solche, die ihr Leben dem Sohn Gottes übergeben und nach seinem Wort leben.

„Ich habe euch … geschrieben, weil ihr stark seid und das Wort Gottes in euch bleibt und ihr den Bösen überwunden habt.“ 1. Johannes 2,14


#140

www.gute-saat.de Andreas findet zuerst seinen eigenen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, was übersetzt ist: Christus.
Johannes 1,41

Der Apostel Andreas wird in den vier Evangelien nicht sehr oft erwähnt. Aber eine nachahmenswerte Eigenschaft von ihm wiederholt sich: Andreas ist einer, der andere zu Jesus führt. In unserem Tagesvers bringt er seinen Bruder Simon, den wir als den Apostel Petrus kennen, zu Christus. Wer den Herrn Jesus als seinen Retter kennt, darf aus dieser Begebenheit lernen: Am besten fange ich zu Hause an, meinen Retter zu bekennen. Das ist nicht immer einfach. Denn dort kennt man mich genau und weiß, welche Schwächen ich habe. Und mein Bekenntnis zu Christus wird im Alltag genau an meinen Worten und Taten gemessen.

Andreas lässt sich hier durch nichts und niemand davon abhalten, seinem Bruder von seiner Entdeckung zu erzählen. Er ist regelrecht begeistert von dem Herrn Jesus. Warum? Weil er sicher ist: „Wir haben den Messias gefunden.“ Der Messias war der Befreier und Erlöser seines Volkes Israel, den Gott durch die Propheten angekündigt hatte. Auf diesen hofften viele Juden besonders sehnsüchtig, weil die Weltmacht Rom damals das Land beherrschte. Dass es bei dem verheißenen Erlöser aber nicht nur um eine äußere Befreiung des Volkes ging, sondern auch um eine innere Umkehr zu Gott – das übersahen viele gern. Zudem war ihnen entgangen, dass in der Prophetie zuerst ein leidender Christus angekündigt war, der „um unserer Übertretungen willen verwundet“ und „um unserer Ungerechtigkeiten willen zerschlagen“ werden würde (Jesaja 53,5).

Die Leiden des Herrn Jesus sind auch die Voraussetzung dafür, dass Israel in der Zukunft geistlich wiederhergestellt wird und dass das Friedensreich Jesu anbricht. Doch schon jetzt bietet Gott in seinem Sohn Jesus Christus das Heil allen Menschen an. Deshalb möchten wir, wie Andreas es tat, unsere Leserinnen und Leser herzlich einladen, den Herrn Jesus persönlich kennenzulernen.


#141

www.gute-saat.de Augen habt ihr und seht nicht, und Ohren habt ihr und hört nicht?
Markus 8,18

Immer wieder kommt es vor, dass Leute mit abenteuerlichen und absurden Meinungen in die Schlagzeilen kommen. Diese „Wissenden“ können ihre Sicht zwar oft nicht schlüssig untermauern, aber das Gegenteil kann man ihnen auch nicht immer beweisen. Denken wir nur an die bizarren Erklärungsversuche für das Verschwinden von Schiffen und Flugzeugen im sogenannten Bermudadreieck oder auch an den UFO-Glauben.

Wenn man sich nicht voreilig der Meinung solcher Menschen anschließen will, wappnet man sich am besten mit einer gehörigen Portion Misstrauen. Und dann erlebt man, dass geheimnisvolle Erscheinungen irgendwann aufgeklärt werden oder dass es allmählich still darum wird.

Wen wundert es, wenn auch der Botschaft Gottes Zweifel entgegengebracht werden? Wer beweist uns denn, dass es Himmel und Hölle, Engel und Teufel tatsächlich gibt?

Doch so leicht lässt uns die Bibel nicht entkommen. Jesus Christus selbst stellt die aufrüttelnden Fragen in unse­rem Bibelwort. Wer immer zuerst sehen und hören will, bevor er glaubt, sollte dann aber auch das, was man tatsächlich von Gott und seinen Dingen „sehen“ und „hören“ kann, bereitwillig wahrnehmen und gewissenhaft prüfen.

Die Bibel erzählt uns keine Mythen, sondern Ereignisse, die in Raum und Zeit stattgefunden haben, die völlig glaubwürdig bezeugt und mit Sorgfalt aufgezeichnet worden sind. Das Leben Jesu Christi, sein Tod und seine Auferstehung lassen sich nicht wegdiskutieren. Wir haben also durchaus auch etwas zum „Sehen“ und „Hören“.

Und wer die biblischen Berichte über Christus in diesen Punkten geprüft und erkannt hat, dass sie zuverlässig sind, wird dem Wort Gottes auch dann Vertrauen schenken, wenn es um Himmel und Hölle geht – um Bereiche, die wir nicht mit unseren Sinnen wahrnehmen können.