Was ist und wie wirkt Inspiration?


#1

Wie lässt sich der Begriff Inspiration anhand der Schrift erfassen? Und noch wesentlicher: Wie wirkt sich diese aus? Klassisch wird dazu eine Aussage des Apostels Paulus als Basis herangezogen, mit der ich daher ebenfalls starten möchte.

Den Startpunkt hier anzusetzen ist m.E. völlig zurecht, aber an den gängigen theologischen Auslegungen stoße ich mich immer wieder.

Als ersten Aspekt möchte Ich einbringen, dass der hier gebrauchte Ausdruck „von Gott eingegeben“ eine Einmaligkeit im gesamten NT ist. Im griech. Urtext findet man das hier gebrauchte Wort nur an dieser einzigen Stelle.

Umso mehr wurde es m.E. dazu wieder theologisch über Gebühr strapaziert. Ich möchte daher weitere Stellen und Aussagen miteinbeziehen und dies gerne mit euch diskutieren. Mal sehen, wohin es (in diesem Forum) führt.


#2

Halo Michael!

Dazu fallen mir folgende Worte von Petrus ein:

2.Petr 1,20-21
20 Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist.
21 Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.

Und David spricht hier:

2.Sam 23,2-3
2 Der Geist des HERRN hat durch mich geredet,
und sein Wort ist auf meiner Zunge.
3 Es hat der Gott Israels zu mir gesprochen,
der Fels Israels hat geredet:

Micha:

Mi 3,8 Ich hingegen, ich bin mit Kraft erfüllt durch den Geist des HERRN, und mit Recht und Stärke, um Jakob zu verkünden sein Verbrechen und Israel seine Sünde.

Elisabeth:

Lk 1,41-42
41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt
42 und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes!

Zacharias:

Lk 1,67 Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach:

Sorry, aber weil ich hier keine Theologie irgendeiner Glaubensrichtung bringen möchte,
deshalb poste ich hier lieber einige Bibelverse, über die man nachdenken kann.

Apg 1,16 Ihr Brüder, es musste die Schrift erfüllt werden, die der Heilige Geist durch den Mund Davids vorhergesagt hat über Judas, der denen, die Jesus festnahmen, Wegweiser geworden ist.

Apg 2,4 Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Apg 4,8 Da sprach Petrus, erfüllt mit Heiligem Geist, zu ihnen: Oberste des Volkes und Älteste!

Apg 4,31 Und als sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit.

Apg 13,9-10
9 Saulus aber, der auch Paulus heißt, blickte, mit Heiligem Geist erfüllt, fest auf ihn hin
10 und sprach: Du, voll aller List und aller Bosheit, Sohn des Teufels, Feind aller Gerechtigkeit! Willst du nicht aufhören, die geraden Wege des Herrn zu verkehren?

Mk 12,36 David selbst hat im Heiligen Geist gesagt: “Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße lege!”

usw. usf.

LG! Erich


#3

Hi Michael, :slight_smile:

hmm…kann man über Inspiration diskutieren?

Faktisch:
Wenn man sich selbst inspiriert fühlt oder gar ist - dann widerspricht es
nicht dem “Seinem Wort”.

Ob Inspiration dann tatsächich eine solche ist oder war, zeigt sich dann in der Folge.
Ist es eigene Einbildung - geschieht imo Nichts oder gar Gegenteiliges.

Häufig ist Inspiration durch den hlg. Geist für einen selbst bestimmt und zeigt
sich dann in dem Verhalten.

Hoffe, dass ich deine Worte richtig verstanden habe.

Grüßle
susan


#4

Sicher kann man das. Wir tun’s ja gerade. :smiley:

Zunächst finde ich sollte man verstehen, was der Begriff meint. Wortwörtlich übersetzt “gottgehaucht” als Adjektiv ergänzt zu dem Nomen “Schrift”.

Natürlich ist nicht ein Stück Papier gemeint, dass angehaucht eine Schrift produziert, oder ein mysteriöser Vorgang, indem Gott eine Hand erscheinen ließ, die eine Schrft an die Wand malte. Ja, das ist wohl auch einmal vorgekommen, aber das meint Paulus an dieser Stelle wohl kaum.

In erster Linie geht es um Menschen, die ein Erlebnis mit Gott hatten und dieses danach schriftlich aufzeichneten. War das Erlebnis wirklich ein Erlebnis mit Gott, das man für Wert befand der Nachwelt zu überlassen, dann wurde man also inspiriert von Gottes Geist das Erlebte in Worte zu fassen und niederschrieben.

Hin und wieder gab Gott selbst dazu den Auftrag etwas niederzuschreiben.

Übrigens fällt mir gerade ein, dass Gott die 10 Grundgebote in der Tat höchstpersönlich geschrieben hatte:

Derart erhalten wir Zeugnisse, wie inspirierte Schriften entstanden sind. Die Inspiration ist hier ein Vorgang, indem Gott zum Menschen redet und ihn entweder auffordert, etwas niederzuschrieben bzw. sieht sich der Schreiber selbst veranlasst die von Gott gesprochenen Worte und das damit in Zusammenhang stehende Erlebnis zu dokumentieren.


#5

Hi Michael, :slight_smile:

Ich geh von der heutigen Zeit aus:

Geht es auch nicht hier wieder nur um uns?

Um unsere Zeugnisse…die zwar gut sind…doch zeugen sie von uns und unser ureigenes Erleben!
Sollte hier das Augenmerk nicht vorrangig um Jesus gehen…?
Er kam, sah und siegte…?!

Denn manches Mal hab ich das Gefühl, dass man knapp am Ergebnis vorbeischrammt;
nämlich dann, wenn es immer wieder um
das eigene Befinden geht…
das eigene Erleben
die eigenen inspirierten Wege .

Möchte ein erlebtes Zeugnis wahrlich nicht kleinreden…mitnichten!
Möchte es aber auch nicht immer in den Vordergrund schieben…
denn sonst geraten wir mE in eine Falle;

Man siehe nur, wie viele Bücherschlachten auf dem medialen Weg stattfinden
denn das ur-eigene Zeugnis bringt auf Dauer eines… Berühmtheit, Geld, Erfolg…usw usf.
und ich nenne hier keine -uns allen bekannten- Namen…
es folgen nur immer noch mehr Bücher, noch mehr von allem

Wo also sollte unsere Inspiration hinführen?

Es kann oftmals ein Türöffner sein…sollte aber Jesus niemals in den schatten stellen
und das geschieht im WWW mehr als man denkt.

1.Joh 5,11

Und darin besteht das Zeugnis, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn

Ich hoffe immer noch, dass wir über das Gleiche reden :sunglasses:

grüßle


#6

Danke Erich für diese Schriftstelle, diese Aussage steht sehr eng mit der Aussage des Paulus in Verbindung.

Während Paulus “die Schrift” betont, geht es dem Petrus um “das Reden”. Dabei ist zu unterscheiden, dass die Worte der Weissagung selbst nicht aus dem Willen des Menschen hervorgerbacht werden können, die Niederschrift als solche hingegen sehr wohl.

Jesus z.B., dessen Worte wir grundlegend “weissagend” verstehen, hat kein einziges Wort selbst niedergeschrieben. Er hatte auch kein Wort dazu geäußert, dass man seine Worte oder Taten niederschrieben solle. Die Notwendigkeit dazu erkannten die Jünger erst später.

Was ist Inspiration grundlegend?

Gott redet zu dem Menschen. Dieser schreibt danach nieder, was Gott gesagt hatte bzw. schreibt er das nieder, was er in dem Zusammenhang damit erlebt hat. Dazu gehören nicht nur historische Ereignisse sondern auch Visionen, nicht zu vergessen Gottes Wunderwerke.


#7

Nein, ich sagte “anhand der Schrift” Nicht persönliche Inspiration soll im Vordergrund stehen, sondern was wir anhand des Wort Gottes aus der Schrift, zu der wir “die Bibel” sagen, herauslesen können.

Forsten wir mal das durch, um ein Bild davon zu bekommen was “gottgehaucht” meint. Das erste Mal kommen wir mit Gottes Hauch hier in Berührung:

Gottes Hauch schafft also mal grundlegend Leben. Bei diesem Hauch fielen keine Worte, nur das Ereignis als solches steht in der Schrift. Jetzt fehlt uns der Konnex zur “Schrift”.


#8

Sevus Michael!

Es heißt aber doch bei Petrus, “dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist.”
Für mich heißt das, dass auch die Niederschriften nicht aus dem Willen des Menschen hervorgerbacht wurden (sonst würde es vor Fehlern ja nur so wimmeln, wenn sie sich auf ihr Gedächtnis hätten verlassen müssen). - Ich denke und glaube, dass auch bei den Niederschriften der Worte Gottes, Gott und sein Geist diesen Menschen beigestanden hat, denn wer den Heiligen Geist hat, wie z.B. David, der redet nicht nur im Namen Gottes, sondern schreibt auch im Namen Gottes (oder diktiert es seinem Schreiber), sonst hieße es ja auch nicht in 2.Tim 3,16: “Alle Schrift ist von Gott eingegeben”! - Entweder “ALLE” oder “fast alle”. - Und mit “Alle Schrift” ist doch hier (mE), in erster Linie, das AT, also das Gesetz des Mose, die Propheten und die Psalmen gemeint.

Andrerseits steht auch im NT geschrieben, dass z.B. zu Johannes von Jesus Christus und seinem Geist und seinem Engel und einer Stimme vom Himmel und dem, der auf dem Thron saß, gesagt wurde: “Schreibe”!

Offb 1,9-20

10 Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune,
11 die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea.

17 Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte
18 und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.
19 Schreibe, was du gesehen hast und was ist und was geschehen soll danach. 20 …

Offb 2,1 Dem Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben goldenen Leuchtern:
Offb 2,8 Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden:
Offb 2,12 Und dem Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe: Das sagt, der da hat das scharfe, zweischneidige Schwert:
Offb 2,18 Und dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen und seine Füße sind wie Golderz:
Offb 3,1 Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot.
Offb 3,7 Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, und der zuschließt, und niemand tut auf:
Offb 3,14 Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:
Offb 14,13 Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihren Mühen; denn ihre Werke folgen ihnen nach.
Offb 19,9 Und er sprach zu mir: Schreibe: Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind. Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Worte Gottes.
Offb 21,5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!

Und somit denke und glaube ich, dass auch das ganze NT von Gott und seinem Geist eingegeben und inspiriert ist, auch wenn das nicht immer so deutlich geschrieben steht, wie in der Offenbarung Jesu Christi, denn sie alle hatten 100%ig den Heiligen Geist und somit auch den Heiligen Sohn und den Heiligen Vater. - Lügen würde Gott gewiss nicht dulden!

LG! Erich


#9

Es geht aber nicht um die Niederschrift an sich, sondern ob das was drin steht Gottes Weissagung ist. Eine Niederschrift ist NICHT zwingend Weissagung. Es gibt in der Inspiration so etwas wie einen Informationsfluss:

  • Für das AT:

Gott redet --> der Prophet hört --> der Prophet redet -> es wird gehört --> es wird niedergeschrieben --> weitere Schreiber überarbeiten es.

  • Für das NT:

Jesus redet --> die Jünger hören --> die Jünger erzählen es weiter --> jemand beginnt die Worte niederzuschrieben wobei sie sich auf mehreren Wegen verbreiteten --> danach sammelte man und selektierte.

Im AT geschah dieser Prozess immer innerhalb des einen israelischen Volkes, im NT war das auf diese Weise gar nicht möglich. Daher entwickelte sich das Schrifttum dazu völlig anders.

Fehler sind nachweislich vorhanden, bloß “wimmelt” es davon nicht.

Das AT wurde laufend überarbeitet und stand in seine finalen Form erst nach Christus fest, was die Fehler auch eliminierte. Das NT hat diese Prozess nicht in derselben Art durchgemacht.


#10

Verstehst Du 2.Tim 3,16 nicht? - Da steht es doch eindeutig geschrieben!

“ALLE Schrift” ist von Gott eingegeben!

LG! Erich


#11

Dein Problem ist, du untersuchst keine Sache eingehender, für dich gilt also nur Dütsch, was liegt das pickt, sorry. ich gehe da anders vor.


#12

In·s·pi·ra·ti·on
/ɪnspiraˈt͜si̯oːn,Inspiratión/
Substantiv, feminin [die]
1.
BILDUNGSSPRACHLICH
schöpferischer Einfall, Gedanke; plötzliche Erkenntnis; erhellende Idee, die jemanden, besonders bei einer geistigen Tätigkeit, weiterführt; Erleuchtung, Eingebung
“künstlerische, dichterische, musikalische Inspirationen”
2.
BESONDERS MEDIZIN
[ohne Plural] das Einatmen

Christentum
Im Kontext der christlichen Theologie wird (offiziell von allen christlichen Kirchen) gelehrt, dass die Bibel in besonderer Weise von Gottes Geist eingegeben, inspiriert sei (lat. divinitus inspirata, gr. θεόπνευστος / theópneustos, wörtlich gottgehaucht). Deswegen wird die Bibel auch Wort Gottes genannt.

(https://de.wikipedia.org/wiki/Inspiration#Christentum)


#13

Hallo Helmuth,

warum möchtest du über Inspiration reden ?

Die Auswirkung der Inspiration ist die sogenannte Schrift, wie Paulus es sagt, also Gottes Wort.

Gott gab den Schreibern die Worte in den Sinn und diese Worte wurden dann niedergeschrieben. Im AT sprach Gott in hebräischer Sprache. Es ist viel von der Stimme Gottes im AT die Rede.

5 Mo 4, 23 Als ihr aber die Stimme aus der Finsternis hörtet und der Berg im Feuer brannte, tratet ihr zu mir, alle eure Stammeshäupter und eure Ältesten, 24 und spracht: Siehe, der HERR, unser Gott, hat uns sehen lassen seine Herrlichkeit und seine Majestät, und wir haben seine Stimme aus dem Feuer gehört.

Bei Inspiration hört man keine Stimme mit den Ohren , sondern durch den Geist Gottes ertönt die Stimme im Geist.

Der Mose war 40 Tage und Nächte auf dem Berg und hat dort geschrieben , was Gott ihm gesagt hat. Da kann man von direkter Inspiration reden. Mose hörte die Stimme in seinen Gedanken und so hat er es auch niedergeschrieben.

Es gibt auch andere Formen der Inspiration, da schreibt der Mensch und Gott gibt vielleicht nur den Anstoss und überwacht , was da geschrieben wird und mehr nicht. So sind wahrscheinlich so manche geistliche Lieder entstanden.

Im Nt mußten die Geschichten rund um das Wort und das Werk unseres Herrn Jesus Christus aus der Erinnerung niedergeschrieben werden.
Aber da wird der Heilige Geist ganz besonders darauf geachtet haben, daß da alles richtig erfaßt wird.

Die Briefe der Apostel sind von persönlichen Worten des Apostels begleitet und dann finden sich schon mal klare Anweisungen, die der Heilige Geist Wort für Wort in den Geist gehaucht hat. So , wie es damals Mose auf dem Berg erlebt hat. Da sollte man nicht zweifeln.

Liebe Grüße Thomas


#14

Vielleicht inspiriert mich ja Gott dazu. Finde es heraus. :grinning:

JEIN. Die Auswirkungen sind vor allem das, was er im Nebensatz mit Vers 17 sagt. Papier selbst ist geduldig. Bei mir lag sie 33 Jahre irgendwo in einer Bibliothek, ehe ich mich auf „die Schrift“ eingelassen hatte.

Zuerst muss aber Gott geredet haben, ansonsten kommt es nicht in den Sinn. Genau das ist der Knackpunkt auf den Petrus hinweist.

Ah, daher das Missverständnis. Zunächst denke ich musst du die Ursache von ihrer Wirkung voneinander trennen. Gottes Rede ist die Ursache, Inspiration die Folge, wie der Fluss von der Quelle zur Senke. Die Quelle ist Gott, die Senke der Mensch.

Hier geschieht oft das Missverständnis, dass Menschen ihre eigenen Gedanken als von Gott denken. Sie sind durch ihren eigenen Geist inspiriert, aber nicht von Gottes Geist.


#15

Hat es da nicht irgendetwas gegeben, was dich zu diesem Thema geführt hat ?

Auch, wenn die Bibel in der Schublade liegt, bleibt sie inspiriertes Wort Gottes.

2 Tim 3, 17 dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.
Was Menschen daraus machen ist eine andere Sache. Da geht es um Gehorsam. Das wäre eine gute praktische Auswirkung des inspirierten Wortes. Denn dazu ist dieses inspirierte Wort ja da.
Oder du bist ihm nicht gehorsam , dann ist eine Auswirkung da, für die der Mensch einmal vor Gott Rechenschaft ablegen muß.

Also geht es dir mehr um die Auswirkung der Inspiration im menschlichen Leben ?

So habe ich dich allerdings nicht verstanden. Du schreibst doch, daß du dich an den Auslegungen zur Inspiration störst, welche die Theologie zu 2 Tim 3,16 bereithält.

Woran störst du dich jetzt genau ?

Gib mal im bibelserver das Stichwort “Gott Stimme” ein. Da kommen dann ganz viele Bibelverse, die davon erzählen, daß Gottes Stimme z. Bsp. an das Volk Israel ergangen ist. Das haben auserwählte Menschen dann in ihrem Geist gehört und weitergegeben.

Mir fiel auch noch das Erlebnis ein, das Paulus hatte.

Apg 9, 3 Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; 4 und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? 5 Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst.

Apg 22,9 Die aber mit mir waren, sahen zwar das Licht, aber die Stimme dessen, der mit mir redete, hörten sie nicht.

Leider steht es in Apg 9,7 anders da. Aber man erkennt doch, wie Inspiration funktioniert. Die Betreffenden hören eine Stimme in ihrem Geist und andere hören es nicht unbedingt.

Sie hören nicht nur etwas, sondern sie sehen auch visionär, also vor geistigem Auge, Gestalten:

Dan 10, 4 Und am vierundzwanzigsten Tage des ersten Monats war ich an dem großen Strom Tigris 5 und hob meine Augen auf und sah, und siehe, da stand ein Mann, der hatte leinene Kleider an und einen goldenen Gürtel um seine Lenden. 6 Sein Leib war wie ein Topas, sein Antlitz sah aus wie ein Blitz, seine Augen wie feurige Fackeln, seine Arme und Füße wie helle, blanke Bronze, und seine Rede war wie ein großes Brausen. 7 Aber ich, Daniel, sah dies Gesicht allein, und die Männer, die bei mir waren, sahen’s nicht; doch fiel ein großer Schrecken auf sie, sodass sie flohen und sich verkrochen.

Die Vision hatte nur Daniel , es spielte sich also nur in seinem Geist ab. Die anderen Männer waren allerdings erschrocken. Etwas furchterregendes hatte ihren Geist erfaßt.

Wie Inspiration funktioniert kann man sich jetzt gut vorstellen. Da wird eine geistige Verbindung zum Menschen hergestellt und dann können die Menschen etwas hören , sehen oder fühlen. Und manchmal treibt sie etwas um Mk 1,12 oder sie werden gedrängt etwas zu sagen bzw. niederzuschreiben.

Was ist jetzt der Knackpunkt in der Rede des Petrus ?

2 Petr 1, 20 Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift aus eigener Auslegung geschieht. 21 Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben vom Heiligen Geist haben Menschen in Gottes Auftrag geredet.

Menschen haben in Gottes Auftrag geredet, was sie von Gott gehört und gesehen haben.

Später ist das dann durch den Heiligen Geist inspiriert auch niedergeschrieben worden. So muß es z. Bsp. auch dem Mose ergangen sein, als er 40 Tage und 40 Nächte auf dem Berg Sinai war. Ich glaube nicht, daß er mit einem Stapel beschrifteter Steinplatten wieder herabgestiegen ist, sondern zunächst kam er mit den Tafeln wieder , auf denen die zehn Gebote standen. Die anderen Worte , die Gott zu ihm geredet hatte, wurden später aufgezeichnet.

Gottes Inspiration hat verschiedene Stilformen:

Manchmal sind es inspirierte Aussagen, wie z. Bsp. 1 Mo 1ff
Manchmal sind es Aussagen in der Befehlsform, so wie die 10 Gebote
Manchmal wird eine Ansprache festgehalten. 5 Mo 4,1
Manchmal im Erzählstil und in der Ich Form Hes 1,1

Da gibt es unterschiedliche Varianten aber immer waren diese Menschen getrieben vom Heiligen Geist und haben so Gottes Weissagungen an die Menschheit weitergegeben.

Liebe Grüsse Thomas


#16

Zunächst stört mich, dass wieder einmal ein Text so übersetzt wird, wie er in das gängige theologische Schema passt und Menschen wie @Erich, die alles wortwörtlich genau nehmen, manipuliert.

Er will glauben was Gott sagt und Gott wird das auch anrechnen. Nur, ist auch Gott drin, wo Gott draufsteht? Diese Art Menschen durch Theologie zu manipuieren stört mich nicht nur geringfügig sondern erheblich.

Nun zu 1 Tim, 3,16 erster Teil. Alle Schrift, gottgehaucht, (ist), …

  • Aspekt 1) Im Urtext fehlt im ersten Satzteil explizit das Verb “ist”. “Alle Schrift, gottgehaucht”, … Das Verb “ist” wird in der ÜS eingeschoben, da es für das deutsche Sprachverständnis nötig ist.

  • Aspekt 2) Das Wort gottgehaucht ist an dieser Stelle kein Verb, sondern ein Adjektiv und wird nach dem Wort “Schrift” dekliniert.

Der springende Punkt ist, wo man nun das Verb “Ist” für die Verständlichmachung einschiebt. Ich skizziere den Unterschied:

  • A) Alle Schrift (ist) gottgehaucht …
  • B) Alle gottgehauchte Schrift (ist) …

A) ist falsch, B) hingegen korrekt, weil “gottgehauchte Schrift” als eigenständiges Objekt eine zusammenhängende Wortgruppe bildet, das man nicht durch ein Verb trennt.

Erkennst du den sprachlichen Unterschied? A) sagt aus, wie es gängige Theologie auslegt, jedes einzelne niedergeschriebene Wort ist inspiriert, B) dagegen, dass die Schrift die gottgehauchten Worte enthält, die nützlich sind … etc.


#17

Hi Michael!

Zeige uns doch mal, was von der Bibel übrig bleibt,
wenn, Deiner Meinung nach, nicht “alle Schrift gottgehaucht” ist.

LG! Erich


#18

Wenn nicht die ganze Schrift von Gott inspriert ist, was haben wir denn dann noch? Nichts mehr!. Dann ist der Zweifel überall möglich.
Da ich an die Inspiration der Schrift glaube habe ich keine Zweifel. Außerdem habe ich die Möglichkeit alles was mir andere erzählen, was andere behaupten es käme von Gott etc anhand der Schrift zu prüfen.
Liebe Grüße
Petra


#19

Zuerst muss geklärt werden, was ich zuvor ausgeführt habe. Darauf bitte eine Antwort.

Bist du dazu überhaupt fähig?


#20

Richtig! Da stimme ich Dir zu.

Und wenn Paulus seine eigenen Worte dazu schreibt, dann hat er es uns das auch gesagt.

1Kor 7,12 Den andern aber sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat und es gefällt ihr, bei ihm zu wohnen, so soll er sie nicht fortschicken.

LG! Erich