Welche Studienbibel ist die richtige für mich?


#1

Hallo zusammen,

ich habe mich dazu entschieden, wieder mehr in der Bibel zu lesen. Gegen Ende meiner Schulzeit - das ist nun etwa 8 Jahre her - habe ich schon einmal einige Texte aus dem Buch der Bücher gelesen. Diesmal möchte ich es jedoch gerne mit einer Studienbibel versuchen, um tiefer in die Texte eintauchen zu können. Dabei fällt die Wahl bei den vielen verschiedenen Ausgaben jedoch recht schwer. Vielleicht kann mir ja hier jemand einen guten Tipp geben.

Wichtig ist mir, dass sie die Bücher hinsichtlich ihrer Entstehungsgeschichte und ihres Inhalts historisch eingeordnet werden. Zudem soll sie die theologische Wirkungsgeschichte möglichst vieler Stellen wiedergeben. Dabei ist es mir wichtig, dass die dabei dargestellten Interpretationen möglichst neutral wiedergeben werden und die Beeinflussung der eigenen Meinung möglichst gering ist. Es sollen also eher Denkanstöße als Kommentierungen sein. Auf Auslegungen, die auf eine konkrete Anwendung im eignen Leben abzielen, verzichte ich gerne. Schön wäre es zudem, wenn sie eine Einleitung mit Tipps zum Bibelstudium und zur eigenen Interpretation enthalten würde. Hinsichtlich der Übersetzung halte ich die Elberfelder für sinnvoll, bin dabei aber nicht allzu sehr festgelegt. Die Studienbibel darf zudem auch höhere Ansprüche an Sprachverständnis und Intellekt stellen.

Ich weiß, dass das schon eine Menge Wünsche sind und es nicht allzu wahrscheinlich ist, dass es eine Studienbibel gibt, die sie alle erfüllt. Vielleicht kann mir dennoch jemand eine Ausgabe empfehlen, die meinen Vorstellungen möglicht nah kommt. Vielen Dank dafür im Voraus.


#2

Hallo QuiGonTim,

leider kann ich dir keinen wirklichen Vergleich zwischen irgendwelchen Studienbibeln anbieten. Ich nutze die Genfer-Studienbibel, hauptsächlich wegen der Schlachter-Übersetzung. Die Kommentare sind relativ neutral (was ist für wen schon ausreichend neutral?) und es werden gelegentlich Auslegungen gegenübergestellt. Ich wüsste nicht, dass andere Studienbibeln (außer in Bezug auf Übersetzung und Hintergrund des Autors) sich groß unterscheiden.

Wahrscheinlich wäre es bei diesen Anforderungen geschickter, wenn man sich das eine oder andere Nachschlagewerk oder Zusammenfassungen neben der Bibel anschafft. Ich selbst mache sowas hauptsächlich im Internet. Ist nicht immer leicht, dabei fokussiert zu bleiben, weil es doch wahnsinnig viele Interpretationen gibt. Ich schätze daher kommt auch der Wunsch nach Neutralität.
Ich glaube allerdings, dass der Kommentar-Bereich einer Bibel nicht ausreicht, um diese Aufgabe zu erfüllen…

Daher habe ich mich bei der Auswahl meiner Bibel an einen Bruder meines Vertrauens gewandt. Für alles andere nutze ich - wie gesagt, das Internet. Aber vielleicht solltest du dich eher nach einschlägiger Literatur umsehen.

MfG


#3

Hallo QuiGonTim,

hast du dir mal das Studienbuch aus dem SCM Verlag angeschaut ? Hier der Link : https://www.scm-shop.de/studienbuch-altes-und-neues-testament-7485921.html

Ich habe eine ältere Ausgabe, und nehme sie ganz gerne immer wieder mal zur Hand. Mir gefällt besonders, dass sie gängige Auslegungen darlegt und kritisch hinterfragt, ohne sich selbst all zu sehr auf bestimmte Auslegungen zu versteifen.

Gruß, Sven


#4

Hallo @QuiGonTim, willkommen im Forum!

Es gibt gute Bibelsoftware.
Doch dich interessiern mehr gedruckte Werke.
Da wäre zunächst ein sehr guter Klassiker: die Neue Jerusalemer Bibel (EÜ) mit fundierten Kommentaren und allen Büchern der Bibel:

Dann die Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel und Handkonkordanz, z.B.:

Interessant wäre für Dich vielleicht die induktive Studienbibel von Precept Ministries (Schlachter):

In den Kommentaren nicht ganz neutral, aber dennoch akzeptabel ist die Thompson Studienbibel (Luther oder Elberfelder) mit ihrem “Kettensystem” für Verweisstellen:


Als weniger empfehlenswert, weil durch Auslegungstraditionen beeinflusst, erscheinen mir die Ryrie und McArthur-Studienbibeln.

Bei all dem aber nicht vergessen: Keine noch so gute Studienbibel kann die Liebe zum Herrn ersetzen!

Salve


#5

Wer die Lutherbibel versteht, welches Studium braucht der noch?


#6

Wollen wir uns in den Wahnsinn studieren?


#7

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort.
Die induktive Studienbibel habe ich bei meinen bisherigen Recherchen noch gar nicht entdeckt. Sie klingt sehr interessant.
Die Neue Jerusalemer Bibel wurde laut Wikipedia ,durch den Vatikan genehmigt". Ist sie denn sehr stark von der katholischen Lehre beeinflusst bzw. beeinflusst sie den Leser in diese Richtung?


#8

Und von Jesus heißt es:

Joh 7,15 Und die Juden
verwunderten sich und sprachen:
Wie kennt dieser die Schrift,
wenn er es doch nicht gelernt hat

(Mt 13,54; Mk 6,2; Lk 2,47).

LG! Erich


#9

Das hält sich in Grenzen. “Von Vatikan genehmigt” heißt hier besonders, dass keine dem Glaubensbekenntnis entgegengesetzte Textumbildungen durchgeführt wurden (wie etwa in der NWÜ). Es ist also eher ein Qualitätsmerkmal. Die Beeinflussung der Textinterpretation ist sicherlich nicht größer, als bei der Elberfelder Studienbibel. Hinsichtlich dem Einbezug historischer Erkenntnisse aus dem Hl. Land z.Zt. Jesu (plus Schriftrollen vom Toten Meer) ist die Jerusalemer unschlagbar. Unter der Übersetzungsmannschaft des Instituts “École biblique et archéologique française de Jérusalem” sind schließlich auch Archäologen gewesen.
Zudem enthält sie die ganzen Bücher der Bibel.

Ganz ohne eine Interpretationstendenz wird es sowieso niemals gehen. Man muss vertrauen lernen: zu den Übersetzern, zu sich, damit lernen und prüfen sich nicht gegenseitig behindern, und natürlich zum Hl. Geist.

Salve


#10

@teoma

Grüss dich!

War auch auf der Suche nach Studien Bücher, meine Bibel ist eine von Luther 1912, wunderschöne Ausgabe, jedoch will ich mehr davon, eben mit mehr Hintergrund usw.

Danke für deine Empfehlung und die Auflistung, werde mir eines oder auch alle besorgen. Dann noch die Taufe in Israel, das wird ein Highlight in meinem Leben.

Danke nochmals :smile:


#11

Dieses tiefer Eintauchen sehe ich eher als Problem darin zu ersaufen. Denn man führt dich von einer Theologie zur anderen. Damit wird es nicht tiefer sondern verwirrender.

Ich würde konsequent vorerst nur die Bibel lesen und was ich kapiert habe umsetzen im praktischen Leben. So formt dich der HG zurecht, wie Gott es möchte.

Wer mehr wissen will, und ich unterscheide strikt Wissen von Erkenntnis, der soll das nach Maßgabe der Gabe des Geistes der persönlichen Zuteilung tun. Hierin kenne ich dich nicht. Ich erzähle dir wie ich es handhabe.

Ich bin praktisch Techniker und übe den Beruf aus. Hierin habe ich mein Expertise. Aber bin auch sehr juristisch interessiert. Also studiere ich weiteres Matrial wie z.B. unsere Rechtsprechung und stelle sie dem biblischen Recht entgegen. So kann ich Menschen beraten und führe sie damit auch hin zum Evangelium.

Seit mehreren Jahren führte mich Gott so, auch die Hebräische Sprache zu studieren. Theologie löste mir noch nie ein Problem, saubere Wissenschaft hilft hingegen praktich weiter. Soweit meine Erfahrung.

Für meinen sogenannten “tieferen” Einstieg habe ich die ELB Studienbibel mit Sprachschlüssel gewählt. Sie gibt mir was ich brauche. Nach nun 20 Jahren sehe ich das bei mir persönlich erfolgreich.

Ich warne ausdrücklich davor, abertausend theologische Kommentare zu studieren. Denn dann dreht sich alles nur mehr noch um diese, was den Geist nicht nährt. Man sieht das z.B. gut bei Rabbinern. Sie haben eine Unmenge an Wissen rund um die Thora herum im Kopf, und erkennen trotz alledem Christus nicht. Das ist also sogar eine mögliche Falle von Dämonie. Lies was Paulus in 1 Tim. 4,1 dazu schreibt.

Entweder das Wort hat die Kraft der Inspriation auf deinen Geist und damit Kraft zur Veränderung in das Wesen Jesu oder nicht. Theologie ist oft der Ersatz der Leitung des Heiligen Geistes durch vorgebene Glaubensprämissen und Dogmen. Dann spult man nur noch dieses herunter und ist damit indoktriniert.

Die Schrift erklärt dir aber alles, was geistlich relevant ist. Und jenachdem was deine Berufung für das alltägliche Leben betrifft, so lernst du zusätzlich noch andere Dinge, in denen du deine dir zugewiesene Expertise erlangst.

Wenn du mir nun sagst, es wäre aber dein Beruf Theologe zu werden, nun, dann bin ich soeben ins Fettnäpfchen getreten. :sunglasses:


#12

@Michael

Hallo Michael,

Da ist tatsächlich was dran, hast es sehr gut beschrieben. Da ich noch nicht soweit war, mir über das, was du hier gerade geschrieben hast, gedanken zu machen, kommt mir deine Antwort sehr gelegen.

Was mich ständig interessiert, das sind die Ortschaften aus Israel, wo Jesus mal war, wo getauft wurde, einfach diese Sachen halt, also nicht wirklich was die Theologen meinen, dennoch doch ein wenig von den Theologen würde auch nicht schaden, quasi eine mitte zu treffen, ohne es zu übertreiben.

Denn ich bin auch der Meinung, dass die Bibel eigentlich vollkommen reicht. Dort haben wir ja eigentlich alles was wir wissen sollten. Aber als Beispiel, die Offenbarung ist nicht für jederman Verständlich, da muss man quasi hilfe suchen.

Gottes Segen


#13

Studienbibel?

  • Wer hat sie denn verfasst?
  • Ich lese die “Luther Bibel”.
  • Die Bibel legt sich selbst aus.

Was willst Du denn studieren?
Den Schmarrn von anderen?
Besserwisser gibt es X-Tausend.


#14

Hier gebe ich zum Teil Erch Recht. Lass es. Auch ich meine, dass “Hilfe” eher nicht hilft. Die Schrift legt sich selbst aus. Und lass dich trösten. Diese Buch kapier ich bis heute nicht. :grinning:

Aber es hat auch nicht Priorität 1 für mein Leben, da viele Dinge darin für das Jetzt gar nicht geschrieben wurden. Ein Wort, das mir weiterhilft, wenn ich etwas nicht verstehe, ist immer wieder das:

Gott offenbart dir immer das, was für dich auch wichtig ist. Ein Dienst den der HG in dir vollbringt.


#15

Grüß Dich Deni!

Dafür würde ich sofort “Das große Handbuch zur Bibel” von Daniel und Alexander Pat empfehlen. Und, erstmal nichts Anderes!
Ich selbst habe -Gott sei Dank- dieses Buch am Anfang meiner Bibellese zu der Bibel dazu bekommen. Es beschränkt sich auf das notwendige Hintergrundwissen zur Geographie und Kultur(wirklich genug Bilder!). Sodass du von keiner theologischen Meinung “behandelt” wirst. Das ist sehr hilfreich und hilft beim Lesen und Verstehen der Bibel enorm. Man versteht einfach einige Passagen tiefer, besser und genauer wenn man sie aus dem Blickwinkel der damaligen Empfänger(die z.B. Nomaden waren) betrachtet.
Und wenn du tiefer in die theologische Materie einsteigen möchtest, dabei aber nicht gleich (sondern nur ein bisschen) erschlagen werden willst würde ich den Edition-C Bibelkommentar empfehlen.
LG


#16

@Michael

Ja das tröstet mich tatsächlich :slight_smile:

@Tavi

Das sehe ich mir an, auf jeden Fall. Danke für deinen Tipp und Antwort, so kann ich mich besser vorbereiten und der Sache auf dem Grund gehen.

Gottes Segen


#17

@Tavi

Hallo habe auf deine Empfehlung gehört und bereue es nicht.

Habe Das Grosse Buch Zur Bibel gekauft und finde es toll. Dazu habe mir auch die Schlachter 2000 Revidiert (Studienbibel) geholt und bin begeistert.

Habe auch die Luther 1912, jedoch ist die zu gross, kann die nirgends mitnehmen.

So kann ich nun mit Gottes unterstützung mich der Sache widmen.

Wollte mich nur für den Tipp von dir bedanken.

Gottes Segen


#18

Hey Deni!
freut mich !

Super Kombination!
Wünsche dir viel Segen beim Bibelstudium!


#19

Nicht nur du. Auch ich wünsche dir Deni viel Segen beim Bibelstudium.