Wie erkennt man ein Wort Gottes?


#1

In Diskussionen taucht immer wieder die Frage auf, was als Wort Gottes gilt und was nicht. Man nennt die Bibel zwar gesamt auch “Wort Gottes”, das ist aber in einem allgemeinen Sinn gemeint und üblicher Sprachgebrauch, als sie eine Sammlung aller Schriften von bzw. über Gott ist.

Wie aber unterscheidet man konkret anhand der Texte was das eigentliche Wort Gottes ist? Ich meine jetzt nicht warum es unterschiedliche Auslegungen gibt, sondern was kennzeichnet primär eine Aussage der Schrift, dass sie dem Munde Gottes entstammt und eine andere ist es nicht?

Ich habe zwei Grundprämissen, eine gilt insbesondere für das Alte Testament und die andere für das Neue Testament:

  • AT: Eine direkte Rede Gottes bzw. von ihm beauftragten Propheten
  • NT: Eine direkte Rede des Herrn Jesus

Es wird sicher weitere geben, aber klären wir mal so was wie Basics, ehe wir es verfeinern und erweitern.


#2

Die Bibel ist das Wort GOTTES!
Jesus ist das Wort GOTTES!

Der Heilige Geist für den Christen individuell beim lesen des Wortes GOTTES!

Es mag löblich erscheinen Regeln und Konzepte aufzustellen bzw. zu folgen, um sich mit dem Wort GOTTES zu beschäftigen, sind sie allerdings nicht, da wie gesagt, der Heilige Geist einem aufrichtig suchenden Christen die Augen so öffnet, wie es für ihn am besten ist!

Auch kann die Bibel von einem einfachen Menschen gelesen und verstanden werden, wobei man bei bestimmten Autoren, die eigene Bücher über die Bibel schreiben, den Kopf schütteln muss, wie sie aus dem einfachen Wort GOTTES, ein Fremdenlexikon machen.
Die frohe Botschaft, das Evangelium, ist für einfache Menschen geschrieben und NIEMAND braucht einen Mittler zwischen sich und GOTT, das macht alles der Heilige Geist, und alle anderen Mittler sind nicht von GOTT gewollt, sei es Papst, Maria oder ein Bruder, der auf alle Fragen eine brillante Antwort hat!

Wenn jemand eine Frage hat, so soll er zuerst zu GOTT kommen, der weiß den besten Rat.

Zu deiner Frage:

Bei einem Bibelstudium mit aufrichtigem Herzen, als aufrichtiger Christ, wird GOTT dir diese Antworten zeigen und darüber hinaus noch viel mehr!

Was ich interessant finde, dass es sich eingebürgert hat, sich als “Christ” auf Erden ein schönes Leben zu machen und keiner mehr den geistlichen Kampf mitbekommt. Viele denken, sie wären es schon und bräuchten nicht mehr, das ist fatal! Für Christen ist das irdische Leben der Weg ins ewige Leben und nichts anderes!

Luther, den du ja, meiner Erinnerung nicht so gerne magst, schrieb:

Gott führt aus die Gefangenen zu rechter Zeit und läßt die Abtrünnigen bleiben in der Dürre.
Psalm 68, 7
Wenn der Mensch untergeht und zunichte wird in allen seinen Kräften, Werken und Wesen, daß nicht mehr als ein elender, verdammter, verlassener Sünder da ist, dann kommt göttliche Hilfe und Stärke. Hiob 11. Wenn du meinst, daß du verschlungen seist, so wirst du erst hervorbrechen wie der Morgenstern. Denn wer nicht die Sünde fühlt, der sucht keine Gnade, auch kein Evangelium noch Glauben; darum ist das Gesetz des Gewissens Stockmeister, Kette, Strick und Kerker. Und Gott führt uns nicht aus diesen Banden, wenn es uns dünkt not zu sein, sondern läßt uns darin gedemütigt und gemartert werden, bis wir gar gnadendurstig sind. So kommt er dann und gibt sein Wort, daran wir hangen und uns also ausführen lassen, daß wir aus dem erschreckten, blöden, in ein gutes, sicheres Gewissen kommen.

Quelle: https://www.auftanken.de/bl_luther/2019-05-05/
(auch schön: https://www.auftanken.de/bl_luther/2019-05-03/ )

Diese Einstellung ist die eines WAHREN Christen! Ein Werden und nicht ein Sein!

Luther schrieb außerdem:

Das Leben ist nicht ein Frommsein,
sondern ein Frommwerden,
nicht ein Gesundsein,
sondern ein Gesundwerden,
nicht ein Sein, sondern ein Werden,
nicht eine Ruhe, sondern eine Übung.
Wir sind́s noch nicht, wir werdeńs aber.
Es ist noch nicht getan oder geschehen,
es ist aber im Gang und im Schwang.
Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.
Es glüht und glänzt noch nicht alles,
es reinigt sich aber alles.

Quelle: https://www.oekumenischer-christusdienst.de/wp-content/uploads/2014/01/QB_254.pdf

Dann reist man sein Maul (Luther nannte es damals noch so!) nicht mehr so weit auf! Zebrochenheit führt zur Demut!

Ein weiterer Christ mit starkem Glauben C. H. Spurgeon schreibt:

In der Welt habt ihr Trübsal, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16,33
Meines Herrn Worte über die Trübsal sind wahr. Ich habe meinen Anteil daran ohne allen
Zweifel. Der Dreschflegel ist nicht aufgehangen, und ich kann nicht hoffen, daß er beiseite
gelegt wird, so lange ich auf der Dreschtenne liege. Wie kann ich erwarten, in des Feindes
Lande daheim zu sein, fröhlich in der Verbannung oder behaglich in der Wüste? Hier ist nicht
meine Ruhe. Hier ist der Ort des Schmelzofens, der Schmiede und des Hammers. Meine
Erfahrung stimmt mit den Worten meines Herrn überein.
Ich beachte, wie Er mich “getrost sein” heißt. Ach, ich bin viel zu geneigt, niedergeschlagen zu
sein. Mein Mut sinkt bald, wenn ich schwer geprüft werde. Aber ich muß diesem Gefühl nicht
nachgeben. Wenn mein Herr mich getrost sein heißt, so darf ich nicht wagen, niedergedrückt zu
sein.
Was ist der Grund, den Er zu meiner Ermutigung gebraucht? Nun, es ist sein eigner Sieg. Er
sagt: “ich habe die Welt überwunden.” Sein Kampf war viel schwerer als der meine. Ich habe
noch nicht bis aufs Blut widerstanden. Warum verzweifle ich daran, zu überwinden? Sieh,
meine Seele, der Feind ist schon einmal überwunden worden! Ich streite mit einem
geschlagenen Feind. O Welt, Jesus hat dich schon besiegt, und in mir wird Er dich durch Seine
Gnade wiederum überwinden. Deshalb bin ich getrost und singe meinem siegreichen Herrn ein
Lied.

Quelle: http://beroeaner.de/download/pdf/KleinodeGoettlicherVerheissungen.pdf (3. Februar)

Wie es Satan geschafft hat, dass die Menschen sich ein schönes Leben machen ohne ihn und den geistigen Kampf zu bemerken?!

Eine Erklärung: Wenn Satan eine Strecke im hohen Gras öfter hin und her läuft, dann sieht man es schon, wenn der Erste und der Zweite dann mitläuft, wird es schon zum Weg und zum Schluss ist es als allgemeiner Weg bekannt (kein Gras mehr, vielleicht wird er sogar noch geteert!), den man auch unbedenklich geht! Sünde ist zum täglichen Brot geworden!


#3

Johannes 17, 20: Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden

Römer 10, 17: Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigungg, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

Man muss aus diesen beiden Versen schlussfolgern, dass die Worte der Apostel Gottes Wort sind.
Ähnlich verhält es sich mit dem alten Testament.

MfG


#4

Du prescht etwas vor. Bevor wir zu den doch komplexeren Dingen gehen, und die Diskussion schnell zu divergieren droht, wäre es hilfreich, Basics zu haben. Solche, von denen ich meine, dass sie als Christ allgemein anerkannt werden können.

Ich will gar nicht sagen eine Selbstveständlichkeit sein müssen, aber doch allgemein als richtig gewertet werden. D.h. ich suche objektive Beurteilungskriterien.

Daher meine 2, Prämisse für das NT --> Jesu Wort IST Gottes Wort.

Hierzu Prämisse 1 für das AT. Gilt diese für dich allgemein oder nicht? Verbesserungen und Korrekturen sind erwünscht.

Weitere Prämissen je nach Fortschritt der Diskussion. Ich meine solche Kriteren sollten nicht unbedingt kompliziert formuliert werden müssen

PS: Rein theologischem Geplänkel gehe ich hier aus dem Wege.


#5

Tut mir leid Helmut, aber du scheinst eine einfache Sache unnötig kompliziert zu machen. Deine “Basics” sind selbstevident. Jeder Christ wird zustimmen, dass Gottes Wort Gottes Wort ist.

Aha… objektive Beurteilungskriterien. Ist dir nicht bewusst, dass die Theologie genau dazu da ist? Ich verstehe nicht, warum du dich so plakativ von “theologischem Geschwätz” distanzierst, dann aber im Grunde genau das tust.

Es gibt sicher eine ganze Reihe von Theologen (und Predigern) die dir sagen wollen, welche Teile der Bibel du nicht zu glauben brauchst. Aber bitte behellige uns nicht damit.

MfG


#6

Was heißt „uns“? Bist du der autorisierte Forenvertreter? Es steht dir frei, dich zu beteiligen oder nicht.

Den Begriff „Gottes Wort“ habe ich schon im Eingang erläutert. Schön für jedermann, für den damit bereits alles klar ist. Ich habe halt noch Fragen.


#7

Interessantes Thema. Ich habe meine Meinung dazu, aber sie wird nicht immer von meinen Gesprächspartnern geteilt :wink: Selbst wenn ich der Meinung @stereotyp 's bin, halte ich die Diskussion nicht für beendet, nur weil man die ganze Bibel als Wort Gottes annimmt. Es gibt offensichtlich stellen, oder soll ich besser sagen Geschichten, die man erst interpretieren muss, ehe man feststellen kann was Gott damit sagen will (Die Erzählung vom Richter Jephta zum Beispiel).
Zum Thema Theologie kommt mir grad die Sicht von Karl Barth:

Wenn man also theologisch vorgehen will ist das ok, aber man sollte sich nicht über das Wort Gottes Stellen. Nunja, hier geht es aber im speziellen um das Wort Gottes ^^. Nichtsdestotrotz, vorsicht ist geboten!

Ich halte aber deine Prämissen am Anfang aus folgenden Grund für ungenügend oder unpassend @Michael. Ich sehe keinen Unterschied zwischen direkt Gesprochenen und direkt Ausgewälten Worten. Geistliche Anführer und die Jünger haben (menschlich gesprochen) doch nur das Wiedergegeben was sie empfangen haben und wiederum andere haben es aufgeschrieben. Wo soll Gott da direkt zum Leser gesprochen haben? Wir glauben aber, dass der Heilige Geist diesen Prozess geleitet hat, so dass der überlieferte Text ziemlich genau auch Gottes Willen wiederspiegelt, besonders wenn es heißt: “So spricht der Herr”, oder “Jesus sagte”. Wenn aber das stimmt und Gott wirklich die Zusammentstellung der Bibel göttlich geleitet hat, so habe ich keinen Zweifel daran, dass er das auch mit allen Texten gemacht hat, einschließlich den Chroniken und Sprüchen usw. Wie ein Verleger hat Gott für sein Sammelband der Bibel Autoren ausgesucht, die er für richtig und wichtig hielt um das Auszusagen, was er als Verleger übermitteln will. Da der Verleger nun gleichzeitig Gott ist, hat er die Autoren in perfektion ausgesucht, sodass kein Text zu viel oder zu wenig in seinem Werk vorkommt. Wie erkennt man also ein Wort Gottes? Allein durch den Glauben, dass es ihm möglich ist, so ein Werk zu erstellen.

lg lego


#8

Hi,

sicher kann man eine nominelle Unterscheidung zwischen wörtlicher Rede und den übrigen Überlieferungen machen.
Aber wenn wir daraus einen qualitativen Unterschied machen, hält uns auch nichts mehr davon ab, die Überlieferung der wörtlichen Rede genauso in Frage zu stellen. Denn mit Ausnahme der 10 Gebote wurde doch von Gott nie etwas schriftlich festgehalten. Streng objektiv gesehen stammt somit kein einziges Wort von Gott.

Für das neue Testament habe ich aber - wie ich glaube - eine angemessene Antwort gegeben. Sogar im Rahmen von @Michael’s “Prämissen”.

Johannes 17, 20: Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. 18 Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt. 19 Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit.
20 Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden

Welcher objektive Zweifel könnte jetzt noch darüber bestehen, welchen Ursprung die Worte der Apostel haben? Nach diesem Vers könnte man sogar sagen, dass alles was wahr ist, Gottes Worte sind. Aber woran können wir das feststellen?

2. Timotheus 3, 16: Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 17 damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.

Zu welchem Zweck sollte man also die Worte der Apostel, der Jünger und Jesus Christus unterscheiden?

MfG


#9

Meine Zustimmung.

Solche Diskussionen über die heilige Schrift, kenne ich nicht.

LG


#10

Ja, alle Schrift ist von Gott eingegeben (w. gottgehaucht; griech. theopneustos) …

Hier habe ich Interessantes gefunden:

LG! Erich


#11

Ich schon, aber das sind Diskussion von Nichtchristen bzw. Scheinchristen oder Satanisten.
So soll das Wort des HERRN geschmälert werden! So sollen dann beim lesen Zweifel aufkommen!

Sieh dir doch mal vom “Oberchristen”, dem Papst, die Bücher über die Bibel an, der daraus ein Fremdenlexikon macht!
Die Wahrheit ist, der Papst wird nicht gebraucht, genauso wenig wie eine “Maria” mit dem Sonnenwunder/-tanz usw.

Die Bibel, das WORT GOTTES, ist erhalten worden, die Schlachter 2000 Übersetzung ist die richtige Wahl.
GOTT zu schmälern ist eine Sünde, um Menschen durch Leichtfertigkeit zu verderben!!!

Satan greift von allen Seiten an, wenn die Leute lieber ihr Leben mit seinen Kompromissen verbringen, statt mit der Wahrheit, die frei macht, dann passen die Worte Jesu Christi:


#12

Das freut mich.

Sie ist deswegen dennoch gefragt.

Ich verstehe deinen Ausdruck „ausgewählten Worten“ nicht. Ich meinte bzgl. AT eine direkte Rede Gottes. Das ist ein grammatikalischer Ausdruck, bei der der Herr selbst redet. Sie wird eingeleitet z.B. mit folgenden Worten: Und JHWH redete zu XY: „ … dies und das …“. Gott selbst ist der Sprecher.

Eine weitere Kennzeichnung ist, wenn ein Prophet Gottes Rede direkt oder auch indirekt wiedergibt. was dann z.B. so beginnt: „So spricht JHWH, der Gott Israels, … dies und das (1. Person) …“ oder so: „JHWH hat gesagt, dass … dies und das (3. Person) …“. Wesentlich ist, dass er die Worte als von Gott kennzeichnet.

Soweit zu meiner Prämisse 1. Vielleicht ist das manchen zu trivial, wie @stereotyp eingangs betrachtet hatte aber ich kenne einige, die das dennoch in Frage stellen. Und um die geht es mir, sie zu überzeugen, dass das Wort zuverlässig ist.


#13

Oft wird willkürlich aus der Schrift zitiert mit dem Anspruch, das steht in der Bibel, also ist es das Wort Gottes. Blättert man dann nach, erkennt man, dass ein Mensch etwas gesagt hatte, nicht im Auftrag von Gott.

Es geht mir nicht um Kritik, falls du das so verstanden hast, sondern klare Kennzeichen zu geben, was ein Wort Gottes ist. In der Schrift kommen neben Gott auch Menschen und Dämonen zu Wort. Willst nun nun sagen weil ein Wort eines Dämons in der Bbel steht wäre das nun das “WORT GOTTES”?

Im Eingang habe ich schon angedeutet, dass man differenzieren muss zwischen dem Sprachgebrauch die Bibel als “Wort Gottes” allgemein aufzufassen und den jeweiligen Texten die diese Schriftsammlung enthält. Das hat auch nichts mit der “Inspiration” zu tun.

So einfach und trivial du vielleicht keinen Sinn sehen mögest, so klar wie klare Rindsuppe ist auch die triviale Tatsache, dass du vielleicht mein Ansinnen nur missverstehst.


#14

Hallo Michael,

Ich habe ja schon dargelegt, warum dieser “Sprachgebrauch” nicht willkürlich, sondern wohl begründet ist. Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass aus dem Zusammenhang gerissene Zitate nicht (ohne weiteres) als Gottes Wort gelten können.
Aber in Bezug auf die Art der Zitate, die du ansprichst, trifft das selbstverständlich auch auf Stellen zu, in denen Gott persönlich spricht. Oder meinst du z.B. “Ihr Heuchler” wäre in jedem Kontext “Gottes Wort”?

Gott hat mit der Bibel seien ganzen Willen offenbart. DAS ist Gottes Wort, das uns überliefert worden ist. Und davon abgesehen kann nur das Gottes Wort sein, was damit übereinstimmt.

MfG


#15

Ich denke nicht, das man zwischen Gottes direkten Reden zu den Menschen und indirekten reden durch den Menschen. Da Gott ausgewählt hat, welche Texte in sein Wort hineinkommen, hat er mit jedem Text etwas sagen wollen, auch wenn es nicht so offensichtlich da steht. By the way, die “direkte Rede Gottes” ist auch nicht immer offensichtlich. Wenn wir also den heiligen Geist haben, dann hilft er uns durch jedes buchstäbliche Wort herauszustellen was uns Gott damit sagen will. Wenn wir die Tragödie Jephtas nehmen, dann redet weder Jephta noch seine Tochter sondern Gott zu uns durch das Wort. Gott will uns zb. sagen, dass wir nicht voreilig auf irgendetwas schwören (was er auch im NT durch Jesus bestätigen lässt). Oder ein weiteres Beispiel, wo uns sogar erklährt wird, wie Gott durch das Wort eines Menschen zu uns redet:

Es braucht demzufolge keine Einteilung in Gottes direkte Worte oder Menschenworte. Das es Gottes Worte sind wird derjenige erfahren, der sie liest. Es ist viel wichtiger darüber nachzudenken welchen Sinn jedes Wort verfolgt (auch bei den direkten Worten Gottes!). Und je mehr man in der Bibel liest, desto besser kann man das einschätzen.


#16

In jedem Text und Kontext, in denen Gott spricht gem. Prämisse 1 oder Jesus gem. Prämisse 2 sollte feststehen, dass die angesprochene Person bzw. Personengruppe von Gott als Heuchler angesprochen wird.

Wenn ich das zu dir sage oder du zu mir sagst gilt das nur bedingt. Gegenstand dieses Threads ist nicht die Verifizierung, wer von uns beiden ein Heucher wäre, sondern, OB dies in einer konkreten Textstelle von Gott gesagt wurde oder OB NICHT.

Das Beispiel mit “Du Heuchler” ist leicht verifizierbar. Im AT habe ich den Ausspruch nicht gefunden. Alle Stellen im NT sind von Jesus. Das wirst du wieder selbstevident finden. Also benötigen wir einen komplexeren Fall. Dazu zunächst dieser Fall:

Der Prophet Jeremia gibt zunächst darauf sein “Amen”, macht aber klar, dass er in keinster Weise mit der Weissagung einverstanden wäre und gibt danach dieses Wort.

Beide Weissagungen beginnen mit “so spricht der HERR der Heerscharen” doch sie widersprechen einander. Welche ist nun von Gott? Dabei ist dieser Fall noch einfach. Komplexer wird es hier:

Sind nun die folgenden Worte von Gott oder nicht? Der Sprecher Bileam beruft sich darauf, die Worte Gottes zu hören.


#17

Gib dazu bitte ein Beispiel, wo es nicht offensichtlich ist.


#18

Hallo Michael!

Ich habe es mal kopiert:

Die Inspiration der Heiligen Schrift - Die Bibel - von Gott eingehaucht (2Tim 3,16)
.
Zunächst ist es wichtig, einen Unterschied zwischen Offenbarung und Inspiration zu verstehen.

• Offenbarung betrifft die Übermittlung von Wahrheit

• Inspiration bezieht sich auf die Aufzeichnung von Wahrheit

Definition

Biblische Inspiration kann man definieren als “Gottes Oberaufsicht” über die menschlichen Autoren, so dass diese Seine Offenbarung für den Menschen unter Gebrauch ihrer eigenen, individuellen Persönlichkeit in den Worten der Originalhandschriften ohne Fehler zusammengestellt und aufgeschrieben haben.

Aus dieser Definition lassen sich drei zentrale Komponenten ableiten:

  1. Gottes Oberaufsicht

“Gottes Oberaufsicht” bedeutet, dass Gott die Niederschrift Überwacht‚ aber nicht diktiert hat. Offensichtlich gibt es bestimmte Teile der Bibel, die Gott tatsächlich diktierte, und diese wurden auch Wort für Wort niedergeschrieben. So gelangten zum Beispiel die zehn und viele der anderen Gebote des mosaischen Gesetzes wörtlich aus Gottes Mund an Moses Ohr, der sie dann auf die vor ihm liegenden Pergamentrollen übertrug. Die meisten Texte der Bibel wurden jedoch nicht Wort für Wort diktiert. Stattdessen beschloss Gott, die Schreiber zu beaufsichtigen. So konnte Er sorgfältig kontrollieren, was sie aufschrieben, musste jedoch die Worte nicht vorsprechen. Das Endprodukt fiel dadurch dennoch genauso aus, wie Er es wollte.

  1. Menschliche Autoren

Gott bediente sich menschlicher Autoren und ihrer individuellen Schreibstile. Es ist offensichtlich, dass die Bibel sich überall gleich anhören würde, wenn Gott sie einfach wörtlich diktiert hätte. Doch wenn man von einem Autor zum nächsten übergeht, stellt man fest, dass die Texte nicht gleich klingen. Jeder der ca. 40 Autoren der 66 Bücher der Bibel benutzte seinen eigenen individuellen Stil; z.B. schrieb Paulus in einem anderen Stil als Petrus, Mose drückte sich anders aus als Josua. Doch aufgrund der Aufsicht Gottes und Kontrolle über diese Autoren konnte Gott ihnen erlauben, ihren eigenen Stil zu gebrauchen. Und sie produzierten dennoch Wort für Wort genau das, was Gott haben wollte.

  1. Unfehlbarkeit

Unfehlbarkeit bedeutet, dass die Originalschriften fehlerlos waren. Als zum Beispiel Mose seine fünf Bücher fertig geschrieben hatte, waren sie vollständig von Gott inspiriert und enthielten keinen Fehler. Als Josua inspiriert wurde, sein Buch zu Papier zu bringen, schrieb auch er es ohne Fehler. Die Inspiration der Heiligen Schrift betrifft demnach nur die Originalschriften.

Das bedeutet aber nicht, dass die Kopien der Heiligen Schrift inspiriert waren. Heute gibt es mehr als ein Manuskript der verschiedenen Bücher der Bibel. Wir verfügen über eine Reihe von hebräischen Abschriften und eine noch größere Anzahl an griechischen Abschriften, und von einem Manuskript zum anderen finden sich kleinere Abweichungen in der Wortwahl und Wortfolge, weil diese Manuskripte eben nur Kopien sind. So unterliefen bei diesen Zweit- und Drittausfertigungen bedauerlicherweise bis zu einem gewissen Grad gewisse menschliche Irrtümer, die verbalinspirierten Originale jedoch waren fehlerlos.

Auch Übersetzungen der Schrift sind nicht inspiriert. Beim Übersetzen von einer Sprache in die andere kann es in einem gewissen Umfang zu Irrtümern kommen. Glücklicherweise sind sie niemals allzu gravierend, und man kann klar nachvollziehen, was die Originalfassung ausdrücken wollte. Übersetzungen der Originalschriften sind somit nicht inspiriert und deshalb auch nicht notwendigerweise ohne Fehler.

Die Bibel hat ca. 40 Verfasser:

Könige, Hirten, Fischer, Landwirte und Handwerker, Ärzte, Staatsbeamte, Musiker u.v.m. Die Verfasser kamen aus allen Bevölkerungsschichten. Viele Verfasser kamen nicht aus der selben Zeit, kannten sich gar nicht, sprachen eine andere Sprache und kamen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Somit war eine Absprache untereinander unmöglich und doch ist die Bibel eine komplette Einheit in sich. Wie ist das möglich?

Allein anhand dieser Tatsache und Frage (wie ist das möglich), müsste man anerkennen, dass die Bibel inspiriert ist. Für mich spricht aus diesem Sachverhalt große Autorität.

Verfasser der Bibel:

Könige: Salomo, David u.a.

Ärzte und Priester: Lukas, Jesaja u.a.

Theologen: Paulus, Esra u.a.

Politiker: Mose, Daniel, Nehemia u.a.

Landwirte und Handwerker: Amos, Petrus u.a.

Musiker und Sänger: Asaph, Söhne Korahs

Militärs: Josua u.a.

Propheten: Hesekiel, Haggai u.a.

Obwohl viele Menschen daran beteiligt waren, dass die Bibel der Welt zugänglich gemacht werden konnte, so waren sie alle doch “nichts weiter” als Werkzeuge oder Kanäle, die zu diesem Zweck gebraucht wurden. In keinem Fall geht die Botschaft, die in der Bibel geoffenbart ist, auf einen Menschen zurück, sondern sie hat ihren Ursprung allein in Gott.

Inspiriert…was heißt das eigentlich?

Inspiriert, von lateinisch inspirare, = (hin)einhauchen, einhauchen oder hineinblasen [aus Vorsilbe {in- = ein} und {spīrāre = hauchen, atmen, blasen}]

Unser Schlüsselvers zum richtigen Verständnis ist 2. Timotheus 3,16

“Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit”

Unser Hauptaugenmerk wird auf “von Gott eingegeben” liegen. Bevor wir darauf genauer eingehen, möchte ich noch kurz etwas zu den ersten beiden Wörtern “Alle Schrift” sagen.

Das Wort “Schrift” meint wörtlich “dass, was geschrieben ist”. Dazu gehören sowohl die Schriften des Alten- als auch des Neuen Testaments. Schauen wir uns dazu kurz eine weitere Schriftstelle an. (2Pt 3,15.16; diese Verse identifizieren die neutestamentlichen Schriften als “die Schrift”)

  1. Petrus 3,15.16

“15 Und seht in der Langmut unseres Herrn die Rettung, wie auch unser geliebter Bruder Paulus nach der ihm gegebenen Weisheit euch geschrieben hat, 16 wie auch in allen Briefen, wenn er in ihnen von diesen Dingen redet. In diesen Briefen ist einiges schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften* zu ihrem eigenen Verderben**”

  • “die übrigen Schriften”: Das ist eine der überaus deutlichen Aussagen in der Bibel, die bestätigt, dass Paulus’ Schriften zur Bibel gehören. Petrus bezeugt hier, dass Paulus biblische Schriften verfasste, die aber von Irrlehrern verdreht wurden. Die Apostel des NTs waren sich bewusst, dass sie das Wort Gottes sprachen und aufschrieben (vgl. 1Thes 2,13), genau wie sich auch die Propheten des ATs dessen bewusst waren. Petrus erkannte hier an, dass die Schreiber des NTs die göttliche Wahrheit brachten, die die Bibel vervollständigte (1Pt 1,10-12).

** “zu ihrem eigenen Verderben”: Dass ein Verdrehen der Schriften des Paulus zur ewigen Verdammnis führt, zeigt bereits, dass diese Schriften von Gott inspiriert sind.

Dass die Apostel sich dessen bewusst waren, sehen wir in 1. Thessalonicher 2,13

“Und darum danken auch wir Gott unablässig, dass, als ihr von uns das Wort der Kunde von Gott empfingt, ihr es nicht als Menschenwort aufnahmt, sondern, wie es wahrhaftig ist, als Gottes Wort, das in euch, den Glaubenden, auch wirkt.”

  1. Petrus 1,10-12

“10 Im Hinblick auf diese Rettung suchten und forschten Propheten, die über die an euch erwiesene Gnade weissagten. 11 Sie forschten, auf welche oder auf was für eine Zeit der Geist Christi, der in ihnen war, hindeutete, als er die Leiden, die auf Christus kommen sollten, und die Herrlichkeiten danach vorher bezeugte. 12 Ihnen wurde es offenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten im Blick auf das, was euch jetzt verkündet worden ist durch die, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, in welche Dinge Engel hineinzuschauen begehren.”

Zurück zum Schlüsselvers 2. Timotheus 3,16.

Das Wort “eingegeben” wird im griechischen Grundtext mit theopneustos/θεόπνευστος wiedergegeben und kommt nur in 2. Timotheus 3,16 vor.

Strong’s Bibel Konkordanz gibt folgende Definition: wörtl. meint theopneustos “Gott-gehaucht” oder “von Gott ausgeatmet”.

Theópneustos leitet sich von theós, “Gott” und “pnéō”, “hauchen”, “atmen” oder “wehen”, ausgeatmet von Gott ab, und bezieht sich auf die göttliche Inspiration oder Eingebung der Schrift.

Pnéō, was also “hauchen”, “atmen” oder “wehen” meint, steht im klassischen Griechisch im Gegensatz zu “phusikós/φυσικῶς”, was “natürlich” oder “irdisch” bedeutet. Dieses “einhauchen” geschieht durch “pneuma/πνεῦμα”, den Geist, was sich auch von pnéō ableitet. Pneuma könnte man auch mit “Wind” oder “Hauch” übersetzen. Davon leitet sich beispielsweise unser Wort “pneumatisch” ab. Es ist sehr interessant, dass es im Englischen wie auch im Deutschen nur sehr wenige Wörter gibt, die mit “pneuma…” beginnen und damit auf das Wort für “Geist” verweisen. Theópneustos bezieht sich also direkt auf Gottes Geist (Pneuma).

Paulus will also in 2. Timotheus 3,16 mit theópneustos sagen, dass die Heiligen Schriften von Gottes Geist verursacht und deshalb als gottgehaucht zu betrachten sind. Derselbe Sachverhalt wird in 2. Petrus 1,21 mit den Worten “getrieben vom Heiligen Geist” ausgedrückt in Bezug auf die Menschen, die Gottes Wort redeten und aufschrieben.

  1. Petrus 1,21

“Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben von Heiligem Geist”

Theópneustos drückt das heilige Wesen der Schrift aus, also ihren göttlichen Ursprung und ihre Kraft.

Manchmal hat Gott den Autoren der Bibel die Worte exakt gesagt (z.B. Jer 1,9), doch meistens benutzte er ihren Verstand, Wortschatz und ihre Erfahrung, um sein eigenes, vollkommenes, unfehlbares, irrtumsloses Wort hervorzubringen. Es ist wichtig anzumerken, dass die Inspiration nur für die ursprünglichen Originalschriften, die Autographe, (also die Originalschrift, der Urtext), gilt. Gott identifiziert sich so sehr mit seinem Wort, dass er selbst spricht, wenn die Schrift spricht (vgl. Röm 9,17; Gal 3,8). Die Bibel wird ebenso “Aussprüche Gottes” genannt (Röm 3,2; 1Pt 4,11) und ist unveränderbar (Joh 10,35; Mt 5,17.18; Lk 16,17; Offb 22,18.19).

Jeremia 1,9

“Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an, und der HERR sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.”

Römer 9,17

“Denn die Schrift sagt zum Pharao (2. Mose 9,16): »Eben dazu habe ich dich erweckt, dass ich an dir meine Macht erweise und dass mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde.«”

Galater 3,8

“Die Schrift aber hat zuvor gesehen, dass Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum hat sie Abraham zuvor verkündigt (1. Mose 12,3): »In dir sollen alle Heiden gesegnet werden.«”

Römer 3,2

“Viel in jeder Hinsicht. Denn zuerst sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden”

  1. Petrus 4,11

“Wenn jemand redet, so rede er es als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so sei es als aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit ist und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen”

Wenn Paulus von der ganzen “Schrift” spricht, dann bezieht er sich auf das vollständige Alte Testament und auch auf die Teile des Neuen Testament, die damals schon existierten. Der Begriff “Schrift”, ist ein Begriff, der kanonischen Schriften vorbehalten war.

In 1. Timotheus 5,18, zitiert Paulus aus dem Alten Testament, sowie aus dem Neuen Testament als Schriftstelle. Petrus spricht ebenso von den Paulusbriefen als “Schrift” (2Petr 3,16).

Das bedeutet, dass der Ausdruck “die Schrift” sich auf beide Stellen - Altes und Neues Testament - bezieht. Petrus bezieht sich gleichermaßen auf die Schriften des Paulus, wie auch auf die übrigen Schriften.

  1. Timotheus 5,18

“Denn die Schrift sagt (5. Mose 25,4): »Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden«; und: (Lukas 10,7) »Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert«”

Hebräer 3,7

“Darum, wie der Heilige Geist spricht (Psalm 95,7-11): »Heute, wenn ihr seine Stimme hört”

(es wird eine alttestamentl. Schriftstelle zitiert, das zeigt, dass der Heilige Geist der Autor der gesamten Bibel ist)

Heute können wir gerechtfertigter Weise den Vers aus 2. Timotheus 3,16 auf die gesamte Bibel beziehen. Dies ist einer der wichtigsten Verse der Bibel zum Thema Inspiration. Er lehrt, dass die Schrift von Gott “eingehaucht” wurde. Auf wunderbare Weise hat Gott sein Wort den Menschen vermittelt und sie geleitet, es festzuhalten, indem sie es niederschrieben. Was sie schrieben, war ganz Wort Gottes, inspiriert und unfehlbar. Es stimmt zwar, dass der individuelle Schreibstil der Verfasser nicht unberücksichtigt blieb, doch ist es ebenso wahr, dass genau jene Worte, die sie verwendeten, vom Heiligen Geist “eingegeben” wurden. So lesen wir in 1. Korinther 2,13:

“Davon reden wir auch, nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist, indem wir Geistliches durch Geistliches deuten.”

Dies bedeutet, dass die inspirierten Autoren Worte gebrauchten, die der Heilige Geist sie lehrte. Das ist mit Verbalinspiration (also sprachliche Ausdrücke) gemeint.

Die Autoren der Bibel legten nicht ihre eigene Lehrinterpretation dar, sondern schrieben die Botschaft nieder, die ihnen von Gott gegeben war.

“Indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung geschieht. Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist” – 2. Petr 1,20.21.

Es ist falsch, wenn man sagt, dass Gott einfach den einzelnen Schreibern seine Gedanken eingegeben und ihnen erlaubt habe, diese Gedanken mit ihren eigenen Worten auszudrücken. Die Wahrheit, worauf die Schrift nachdrücklich besteht, lautet: Jedes einzelne Wort, das “Gott” den Menschen gegeben hat, wurde von Ihm eingehaucht.

Eine hilfreiche Beschreibung dieses Vorgangs findet man in Apostelgeschichte 1,16:

“Die Schrift musste erfüllt werden, die der Heilige Geist durch den Mund Davids über Judas vorhergesagt hat.”

Das ist Inspiration: Gott spricht durch den Mund eines Menschen, den Er zu diesem Zweck ausgesucht hat. Die Männer, durch die Gott die Bibel aufschreiben ließ, waren “getrieben vom Heiligen Geist” (vgl. 2Petr 1,21).

Die Schreiber schrieben im Kontext ihres persönlichen, historischen und kulturellen Hintergrundes. Obwohl sie ihren eigenen Verstand, ihre Talente, ihre Sprache und ihren Stil benutzen, schrieben sie doch genau das auf, was Gott geschrieben haben wollte, weil Gott ihre Niederschrift lenkte. Diesen Prozess bezeichnet man als Inspiration. Diese Inspiration erstreckt sich nicht über die Originalmanuskripte hinaus. Jedoch sind die Texte, die wir heute besitzen, mit sehr hoher Genauigkeit überliefert worden.

Wenn die Bibel nicht inspiriert wäre, dann wäre sie einfach ein weiteres Buch der Weltliteratur, ohne moralische, geistliche oder praktische Autorität. Sie wäre nicht die Offenbarung Gottes. Sie ist die absolut verlässliche Quelle all dessen, was Gott den Menschen wissen und glauben lassen wollte und lehrt, wie Gott den Gläubigen im geistlichen Leben handeln sehen will.

SCHLUSSFOLGERUNG & ABSCHLUSS:

Behauptet die Bibel, dass sie Gottes Wort ist? Ja, unbedingt!

Der Satz: “So spricht der HERR”, oder ähnlich, kommt beinahe 700-mal in den fünf Büchern Mose vor und zusätzlich:

■ ungefähr 400-mal in den geschichtlichen Büchern

(Josua, Richter, Rut, 1. und 2. Samuel, 1. und 2. Könige, 1. und 2. Chronik, Esra, Nehemia und Ester)

■ ungefähr 400-mal in den Propheten

Nach dem Umfang der Prophetenbücher unterscheidet man die “Großen Propheten” Jesaja, Jeremia und Hesekiel (auch Ezechiel genannt) von den “Zwölf kleinen Propheten” Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja, Maleachi. Die Klagelieder Jeremias und das Buch Daniel sind später hinzugefügt worden.

■ davon ungefähr 150-mal allein im Buch Jesaja

■ In Hesekiel kommen Ausdrücke wie: “Das Wort des HERRN erging an mich, indem er sprach” und ähnliche ungefähr 350-mal vor.

■ Schließlich kommt im Neuen Testament der Ausdruck: “Es steht geschrieben” ungefähr 80-mal vor. Es gibt kein anderes Buch, das auch nur im Entferntesten beansprucht und behauptet, Gottes Wort zu sein, wie die Bibel es tut.

Gott hat die menschlichen Autoren so geführt, dass sie Seine ganze Offenbarung für die Menschheit niederschrieben, ohne dabei ihre eigene Individualität, ihren Schreibstil oder ihre persönlichen Interessen aufzugeben. Obwohl das Schreiben an sich von Menschen übernommen wurde, waren sie doch von Gott inspiriert. Die Bibel ist Gottes Botschaft an die Menschheit. Sie beinhaltet nicht nur das Wort Gottes, sie ist das Wort Gottes.

Natürlich wählte Gott verschiedene Wege, wie Er Seine Inspiration vermittelte. Aber egal, ob Gott die Worte tatsächlich diktierte, wie Er es manchmal tat, oder ob die Autoren von Gott angeleitet wurden, antike Literatur abzuschreiben, was sie, wie sie uns selbst berichteten, taten, oder ob ihre Schriften wie im Falle von Lukas das Resultat von Recherchen waren, Gott führte die Menschen immer so, dass sie genau das schrieben, was Er wollte. Das Ergebnis war, dass die Bibel Gottes Wort ist.

Ich erlebe leider oft, dass einige Leute meinen, dass die aufgeschriebenen direkten Worte Jesu, in der Bibel, ein größeres Gewicht haben, als andere. Dem ist nicht so.

Wie wir bereits gesehen haben, ist die gesamte Bibel von Gott eingehaucht. Es gibt keine Berechtigung, die direkt gesprochenen Worte Jesu zu nehmen und über andere zu stellen, wie etwa über die des Paulus, des Petrus oder der des Apostels Johannes. Auch alle anderen aufgeschriebenen Worte, aus der Bibel, sind von Gott. Und am Ende bleibt es, dass die Bibel sich selbst auslegt.

Eine ganz interessante Frage möchte ich noch zum Abschluss aufgreifen:

Hat der Herr Jesus sich dazu geäußert, ob das Alte Testament inspiriert sei oder nicht?

Ja, das hat Er getan. Sehr häufig sogar. Er benutzte das Alte Testament als absolute Autorität. Der Herr zitierte häufig aus dem Alten Testament, aber nie sagte Er etwas, das darauf hingedeutet hätte, dass die Schreiber sich geirrt oder einen Fehler gemacht haben könnten. Seine Anwendung der alttestamentlichen Schriften zeigt, dass Er sie als absolut maßgebend betrachtete (vgl. Mt 4,4.7.10; 21,16; 26,31.54; Lk 4,17-21; Joh 17,12). In Matthäus 5,17 erklärt Jesus:

“Denkt nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.”

Er stellte die Worte des Alten Testaments auf die gleiche Stufe wie seine eigenen Worte (vgl. Mt 5,17.18 mit Mt 24,35).

In den Versen aus Mt 5,17-18 bestärkt Jesus die Genauigkeit der Schriften bis hin zum kleinsten Detail und dem geringsten Betonungszeichen – da es Gottes eigenes Wort ist.

Ein Jota oder ein Strichlein…

Der kleinste hebräische Buchstabe ist Jod hier griechisch mit Jota übersetzt. Er sieht ähnlich aus wie ein Apostroph (’). Ein Strichlein ist eine sehr kleine Verlängerung oder ein Anstrich an einigen hebräischen Buchstaben, wodurch diese Buchstaben von ähnlichen unterschieden werden, wie z.B. im Deutschen ein großes E von einem großen F. Was Jesus meint: Jeder Buchstabe eines jeden Wortes des Alten Testament ist wichtig und wird erfüllt werden. Nichts in der Schrift, noch nicht einmal das kleinste Strichlein, ist ohne Bedeutung.

Jesus verwies auf Adam und Eva, Kain, Noah, Mose, David, Jona usw., indem Er jedes Mal die alttestamentlichen Erzählungen als absolut wahr und maßgebend vorstellte. Diese Schriften waren für Jesus die Basis einer maßgebenden und endgültigen Antwort auf alle Lebensfragen (die Auferstehung, die Ehe, die Ehescheidung und viele andere Themen).

Johannes 10,35

“Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging - und die Schrift kann nicht aufgelöst werden”

Schließlich stellte Jesus sich selbst als das Thema “in allen Schriften” vor:

Lukas 24,27

“Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf”

Luther hat einmal gesagt: “Wenn wir glauben könnten, dass Gott selbst mit uns in der Schrift redet, so würden wir mit Fleiß darin lesen und sie für unsere selige Werkstatt haben.”

Wenn Du die Bibel aufschlägst und liest, dann spricht der König der Könige, der Allmächtige Gott zu Dir. Sie ist ein Buch, das man lesen kann, als hörte man Gott sprechen!

Wenn Du Deine Bibel liest und sie auf Dich wirken lässt und sie ihr Werk in Dir tun lässt, dann wirkt die gesamte schöpferische Kraft des allmächtigen Gottes in Dir!

Psalm 119,162

“Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht”

Quellen:

bibelkommentare.de
eigene Anmerkungen

Gottes Segen Euch allen!

  1. Thessalonicher 5,23

“Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!”

Amen.

Und ist es nicht der Hammer, dass die “Große Jesajarolle aus Qumran” zu 99,9 Prozent mit den Überlieferungen übereinstimmt?

LG! Erich


#19

Hallo Helmuth,
soweit ich es verstehe, ist die ganze Schrift ist Gottes Wort. Jedoch erschließt sie sich nicht sofort, sondern ist auf Wachstum angelegt. In der Hinsicht gibt es keine “Unterscheidung”, sondern nur ein stückhaftes Erkennen.

Gottes Segen! :slight_smile:


#20

Demnach stimmst du mir zu, dass selbst wörtliche Rede nur in Übereinstimmung mit der Schrift (also der Bibel) verifiziert werden kann.
Den selben Maßstab kannst du auch auf die nachfolgenden Beispiele anwenden. Was hat sich im Verlauf der biblischen Berichte als wahr herausgestellt?
In Johannes 17, 20 heißt es, sein Wort ist Wahrheit. Wir können also, wie gesagt, einen nominellen Unterschied (also verschiedene Namen geben) zwischen wörtlicher Rede und den historischen Zeugnissen machen. Aber sie sind unerlässlich, um seinen Willen zu erkennen. Darum ist wäre es unklug einen qualitativen Unterschied zwischen dem Wort Gottes (der Bibel) und wörtlicher Rede (in deinen Worten: “dem eigentlichen Wort Gottes”) zu machen.

Laut dem Christus-gläubigen englischen Gelehrten und Fantasy-Autor C.S. Lewis (verst. 1963) gibt es in den Religionen dieser Welt „keinen so historischen Anspruch wie im Christentum“. Unter anderem hat dieser historische Anspruch Josh McDowell zum Christen werden lassen. Über 1.000 Stunden befasste sich McDowell mit den historischen, literarischen und juristischen Fakten zum Tod und zur Auferstehung von Jesus Christus. Auch durch dieses Studium wurde er dann gläubig. [Topic 4/19]

MfG