Wie erkennt man ein Wort Gottes?


#21

So ist es.

Dass die Reden Bileams selbst dann Wahrsagerei bleiben, wenn er als “vom Herrn” redet. Er hatte keinen Auftrag in seinem Namen zu reden, der Herr drehte lediglich seinen Spruch um.

Der Herr hat die Macht sie zu manipulieren, in seinem Name reden sie daher nicht, denn sie tragen ja keine Heilsbotschaft, sondern es ist so, dass Gott eher ihr Unheilswirken für die Erwählten abwendet, wenn er eingreift.

Hier zeigt uns der Herr durch Jeremia, dass man nicht auf solche (wie auch auf andere) hören soll, die vermessen reden:


#22

Weiterführende Gedanken zu "Gottes Wort"

Um etwas als geistlich zu beurteilen, bedarf es dazu auch der entsprechenden geistlichen Grundlage. Diese ist das Wort Gottes, die Bibel oder die Schrift. Daran wird also gemessen. Steht irgendwo : “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst”, erkenne ich dieses Wort als Gotteswort, weil es “in der Bibel” als von Jesus überliefert wird. Es gilt --> Prämisse 2.

Steht in irgendeinem anderen Buch, vielleicht sogar hochtheologisch verfasst, dass man vor Gott ein legitimes Recht auf eine völkische Kriegserklärung gegen seinen Feind hat, wird es schwierig, weil in der Schrift selbst nicht jede Kriegserklärung von Gott gegeben wurde. Manche ja, etliche nicht.

Oder ein anderes Beispiel. Man kann gewissen Menschen nicht erklären, dass es kein absolutes Alkoholverbot gibt. Dann ist es egal, ob “von Gott” in der Schrift auch etwas anders lautet, es könnte 1.000 Mal geschrieben stehen. Daher setze ich --> Prämisse 1.

Und es werden oft Worte hochgehalten, die als Wort Gottes zu gelten haben, weil es so “geschrieben steht” wiewohl es nicht von Gott sondern von einem Menschen gesprochen wurde. Dazu muss dann z.B. der Killer “alle Schrift ist von Gott inspiriert” herhalten.

Wo keine klare Prämisse vorliegt beginnt für mich die subjektive und persönliche Auslegung, leider oft, wie man es zur Untermauerung des eigenen Standpunktes gerade braucht. Vielleicht kommen wir einer Lösung doch dadurch näher, wenn ich dafür plädiere, zuerst ein grundlegendes Verständnis zu ewerben.


#23

Schade, dass es Dich scheinbar nicht interessiert, was ich Dir kopiert habe,
denn dazu äußerst Du dich ja schließlich nicht (weder positiv noch negativ).

Ich finde, dieser Autor hat es doch gut erklärt. :+1:

Aber, wie Du willst, Michael, es ist ja “Dein” Thread.


#24

Das ist einfach erklärt. Ich diskutere hier nicht die Inspiration und auch nicht über Dritte, noch dazu ganze Romane. Wenn schon, dann ist deine Meinung gefragt.

Das Thema ist aber nicht wie oder was oder warum spricht Gott, sondern was sind in der Schrift Kennzeichen dafür, dass Gott redet und nicht wer anderer.

Vielleicht ist es manchen zu trivial, oder es gibt zu den Grundprämissen auch nichts weiter zu sagen. Wenn dem so sei dann lasst uns weitergehen. Gibt es zu den zwei Grundprämissen noch weitere?


#25

In der ganzen Bibel spricht Gott - sie ist Gottes Wort und sein Wort ist die Wahrheit - ,
er spricht auch das, was die anderen (Teufel, Dämonen, Engel, Menschen und Esel)
gesprochen haben. - Alle Worte in der Bibel sind von Gott.

Ansonsten lies die Worte, wo es heißt:
“Gott sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “der HERR sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “der Herr sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “Jesus sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “Christus sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “der Engel des HERRN sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “der Engel des Herrn sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “der Engel Gottes sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “der Geist - Geist des HERRN - Geist des Herrn - Geist Gottes - der Heilige Geist
sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.

Das steht X-Tausend Mal in der Bibel geschrieben.

Aussortieren musst Du diese Worte aber selbst.

Jer 1,9 Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.

1.Petr. 4,11 Wenn jemand redet, rede er’s als Gottes Wort; wenn jemand dient, tue er’s aus der Kraft, die Gott gewährt, damit in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus Christus. Ihm sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

LG! Erich


#26

Oha, jetzt wird’s aber echt haarig. :grinning:
Und das glaubst du wirklich? Eine Probe:

Das ist also wie du sagt “Gottes Wort”. Dann hättest du als Gläubiger an das Wort Gottes zur damalige Zeit auch “Gottes Wort” gehorcht und hättest dich dem Feind Hiskias untergeordnet. Ok, dann lägest du sicher bei den 185.000 Erschlagenen, die Gott ein paar Tage danach tötete.

Nochmals die Frage: Glaubst du wirklich, was du da schreibst?


#27

Selbstverständlich! - Denn auch diese Worte (2.Könige 18,31) würden nicht in der Bibel geschrieben stehen, wenn Gott diese Worte nicht dem Schreiber gesagt hätte.


#28

Ich denke du kannst meiner Fragstellung einfach nicht folgen. Nochmals; Ich bespreche NICHT die Frage der Inspiration der Schreiber. Ich meine zu verstehen was du sagen willst, aber mein Thema ist ein anderes.


#29

Ich denke, Du kannst mir nicht folgen, denn ich sagte Dir ja auch:
“Ansonsten lies die Worte, wo es heißt:
“Gott sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “der HERR sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “der Herr sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “Jesus sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “Christus sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “der Engel des HERRN sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “der Engel des Herrn sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “der Engel Gottes sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.
oder “der Geist - Geist des HERRN - Geist des Herrn - Geist Gottes - der Heilige Geist
sprach” oder “sagt/sagte” oder “spricht” oder “antwortete” usw.”

Das steht X-Tausend Mal in der Bibel geschrieben.

Aussortieren musst Du diese Worte aber selbst."

OK, ein Beispiel:
1Mo 1,3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.
1Mo 1,6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern.
1Mo 1,9 Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an einem Ort, dass man das Trockene sehe. Und es geschah so.
1Mo 1,11 Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist auf der Erde. Und es geschah so.
1Mo 1,14 Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht. Sie seien Zeichen für Zeiten, Tage und Jahre
1Mo 1,20 Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels.
1Mo 1,22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden.
1Mo 1,24 Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so.
1Mo 1,26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
1Mo 1,28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.
1Mo 1,29 Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.
1Mo 2,16 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten,
1Mo 2,18 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.
1Mo 3,9 Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?
1Mo 3,13 Da sprach Gott der HERR zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß.
1Mo 3,14 Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang.
1Mo 3,22 Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und nehme auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!
1Mo 6,13 Da sprach Gott zu Noah: Das Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von ihnen; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde.
1Mo 8,15 Da redete Gott mit Noah und sprach:
1Mo 9,1 Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde.
1Mo 9,12 Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig:
1Mo 17,1 Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm.
1Mo 17,3 Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach:
1Mo 17,9 Und Gott sprach zu Abraham: So halte nun meinen Bund, du und deine Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht.
1Mo 17,15 Und Gott sprach abermals zu Abraham: Du sollst Sarai, deine Frau, nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara soll ihr Name sein.


#30

@Erich, nichts für ungut, aber hältst du mich für blöd? Was soll das ganze Geschreibsel da? Ok, ein wenig bin ich es vielleicht auch. :grinning:

Das habe ich alles längst unter Prämisse 1 bereits so definiert. Interessanter sind die Ausnahmen, wo das NICHT gilt. Dort fängt es an, dass man im Geiste differenziert indem man erkennt, aha, da redet z.B. hier ein falscher Prophet.

Gehen wir aber weiter. Im 5. Buch Mose redet Mose an manchen Stellen auch ohne die Bezugnahme auf Gott. Fast alles würde ich als Gottes Wort anerkennen, aber alles? Wie würdet ihr Ausnahmen dort feststellen?


#31

Wenn Gott ein Wort sprach/spricht, dann geschah es oder es geschieht heute (oder es wird geschehen).
Wenn Gott ein Wort sprach/spricht, dann hat es sich erfüllt oder erfüllt sich heute (oder es wird sich erfüllen).
Wenn Gott ein Wort sprach/spricht, dann ist es eingetroffen oder es trifft heute ein (oder es wird eintreffen).
Wenn Gott ein Wort sprach/spricht, dann kam es auch so oder es kommt heute so (oder es wird so kommen).
Wenn Gott ein Wort sprach/spricht, dann wurde es wahr oder es ist heute wahr geworden (oder es wird wahr werden).

Also, wenn dem nicht so ist, dann ist es auch nicht Gottes Wort.

5.Mose 18,21-22
21 Wenn du aber in deinem Herzen sagen würdest: Wie kann ich merken, welches Wort der HERR nicht geredet hat? –
22 wenn der Prophet redet in dem Namen des HERRN und es wird nichts daraus und es tritt nicht ein, dann ist das ein Wort, das der HERR nicht geredet hat. Der Prophet hat’s aus Vermessenheit geredet; darum scheue dich nicht vor ihm.
Jer 23,14; 28,1-17; Hes 13,3-16

LG! Erich


#32

Besteht am Thema noch Interesse? Wir werden es sehen. Ich gehe einen Schritt weiter und stelle eine neue Prämisse auf:

  • Der Erzähler des AT spricht über historische Geschehnisse in Gottes Autorität.

#33

Theoretisch schon :sweat_smile: Ich halte es aber immernoch für schwierig eine Unterscheidung zwischen Gottes direkten Worten und Gottes Sinnvermittlung durch die Bibel (sorry, ein besserer Auruck fällt mir grad nicht ein) zu machen. Die Aussage die ich machte, auf die du mir auch geantwortet hast, war auch auf den Sinn hin gemeint. Dir geht es aber um Bibelstellen, in denen es wichtig ist herauszustellen ob sie von Gott direkt geredet worden sind, um ihren Sinn besser zu verstehen zu können, richtig?
Du hast zwar welche genannt, aber handelt es sich bei ihnen nicht eher um Einzelfälle, sodass Prämissen für die ganze Bibel nicht unpassend sind?

Deine ersten Prämissen sind ja sehr offensichtlich: Das, was von Gott gesagt wird, wird von Gott gesagt.
Um das herauszustellen braucht man ja nicht wirklich Prämissen, aber gut, vielleicht willst du irgendwo hinführen.
Vielleicht hilft ja auch ein negativer Ansatz weiter: Was ist sicher nicht von Gott geredetes Wort? Wenn wir Beispielsweise die Sprüche Anschauen, so sind sie. im Licht der Bibel betrachtet. sicherlich nach Gottes Absichten. Allerdings betone ich immer wieder gern, dass sie von einem König stammen, der nicht immer ganz gottestreu gelebt hat.

Wen meinst du mit den Erzähler des AT?

lg lego


#34

In erster Linie suche ich nach objektiven Kriterien, ob es an der Stelle überhaupt Gott ist, der redet. Wenn das nämlich gar nicht der Fall ist, erübrigt sich die weitere Sinnfindung. Erst wenn es gesichert ist, dass Gott ein solches Wort geredet hat, kann man die Sinnfrage klären.

Das ist ein ausgezeichneter Vorschlag, auf den ich bei Gelegenheit noch zurückgreifen werde. :+1:

Na den, der über Gott schreibt. Schon „Im Anfang schuf Gott …“ erzählt er über die Geschehnisse, die Gott gewirkt hat.